Luise Rainer

Luise Rainer
Geboren: 12.01.1910 in Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Sie war die erste Schauspielerin, die zweimal hintereinander mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin geehrt wurde und sie ist immer noch die einzige Deutsche, die jemals diese Auszeichnung erhalten hat. Und sie ist wohl die einzige, der das völlig egal war: Luise Rainer, "die Wiener Träne", die einst als neue Greta Garbo bezeichnet wurde. Dabei war sie nie eine Diva und konnte laut eigener Aussage das aufgesetzte Lächeln und Make-up in Hollywood nicht ausstehen.

Trotz ihrer überaus erfolgreichen, wenn auch kurzen Karriere konnte Luise Rainer der Traumfabrik nichts abgewinnen und kehrte ihr nach einem Streit mit den MGM-Studios den Rücke: "Es ging nur ums Geld - und Partys, Partys. Ich war ein Werkzeug in einer riesigen Fabrik. Du wurdest nicht nach deinem Talent beurteilt. Aber ich wollte eine gute Schauspielerin sein. Ich habe mich in Hollywood nicht mehr weiterentwickelt.“

Doch der Reihe nach: Luise Rainer wurde 1910 in eine jüdischen Familie geboren. An der Hochschule für Bühnenkunst erhielt sie ihre Schauspielausbildung, nachdem sie dort ohne das Wissen ihrer Eltern vorgesprochen hatte. Nach einigen Engagements holte sie Max Reinhardt ans Wiener Theater in Josefstadt, wo die Jungschauspielerin von einem Talentscout aus Hollywood entdeckt wurde. Zuvor hatte sie bereits erste Filmrollen in "Sehnsucht 202", "Madame hat Besuch" (beide 1932) und "Heut' kommt's drauf an" (1933). Als sich der nationalsozialistische Antisemitismus ausbreitete, beendete dies vorerst ihre Karriere in Europa. Luise emigrierte in die USA, wo sie von Filmproduzent Louis B. Mayer höchstpersönlich für MGM unter Vertrag genommen wurde.

In der Rolle der Leopoldine Dur verkörperte sie an der Seite von William Powell ihre erste Hollywood-Rolle in "Seitensprung" (1935). Mit Powell stand sie ein Jahr später ebenfalls für die Filmbiografie "Der große Ziegfeld" vor der Kamera. Für die Rolle der Anna Held erhielt sie 1936 den ersten Oscar als beste Hauptdarstellerin sowie den New York Film Critics Circle Award. Besonders berühmt wurde die Szene, in der sie ihren Ex-Ehemann Ziegfeld (Powell) anruft, um ihn zu seiner zweiten Hochzeit zu gratulieren. Dabei versucht Anna ihre Tränen hinter einem Lächeln zu verstecken. Während der Dreharbeiten lernte Luise ihren ersten Mann kennen, den Dramatiker und Kommunisten Clifford Odets.

Den zweiten Oscar erhielt Luise, die übrigens Einstein und Hemingway persönlich kannte, ein Jahr später für ihre Darbietung in dem Familiendrama "Die gute Erde", in dem sie die Chinesin O-Lan spielte. Da diese Figur nur wenig Text hatte, überzeugte sie vor allem durch ihre ausdrucksstarke Gestik und Mimik. Ihr Talent für emotionale Szenen wurde Luise jedoch zum Verhängnis. Die Studios besetzten sie oftmals in der Rolle der leidenden Ehefrau. Diese spielte sie in "Finale in St. Petersburg" (1937), "The Toy Wife" und "Der große Walzer" (beide 1938). Luise besaß sehr viel Stolz und wollte nicht akzeptieren, dass sie kein Mitspracherecht bei der Vergabe ihrer Rollen hatte. So legte sie sich mit den Bossen der MGM-Studios an und schließlich endete nach "Dramatic School" (1938) die Zusammenarbeit.

Fünf Jahre später drehte sie mit "Hostages" ihren letzten Film in den USA, bevor sie sich endgültig nach London absetzte. Es folgten überwiegend Serienrollen und Auftritte in Talkshows, unter anderem in "The Chevrolet Tele-Theatre" (1949), "Suspense" (1954) und "Love Boat" (1984). Zwischenzeitlich kehrte sie in einer kleinen Rolle in "Der erste Kuss" (1954) zurück auf die Leinwand. Ihre letzte Kinorolle verkörperte sie in "Dunkle Tage in St. Petersburg" (1997) neben Michael Gambon und John Wood.

Danach zog sich die 1,63 Meter große Schauspielerin endgültig vom Filmgeschäft zurück und verbrachte ihre Zeit mit ihrem zweiten Ehemann, dem Schriftsteller John Knittel, und ihrer Tochter. In den USA wurde Luise mit einem Stern am Hollywood Walk of Fame geehrt. Nachdem sie in Berlin auf dem Boulevard der Stars keinen Stern erhalten hatte, gründeten ihre Fans auf Facebook die Initiative "Ein Stern für Luise Rainer". Die Proteste der Fans erreichten die Jury und so erhielt Luise nachträglich einen Stern am Potsdamer Platz.

Das abrupte Ende ihrer herausragenden Karriere bereute die Schauspielerin jedoch zurückblickend: "Ich war zu stolz, ich hätte viel mehr machen sollen." Damit deutete sie wohl die Hauptrolle in Federico Fellinis "Das süße Leben" (1959) an, die sie damals nicht annahm. Fellini habe sie auf Knien angefleht, diese Rolle zu spielen. Doch als Luise erfuhr, dass sie eine intime Liebesszene mit Marcello Mastroianni drehen sollte, lehnte sie prompt ab.

Weitere Filme mit Luise Rainer: "Big City" (1937), "By Candlelight" (1949), "BBC Sunday-Night Theatre - The Seagull" (TV-Serie), "Lux Video Theatre" (TV-Serie, 1950-1953) "Faith Baldwin Romance Theatre - Woman Overboard" (TV-Serie, 1951), "Schlitz Playhouse of Stars" (TV-Serie, 1952), "Combat! - Finest Hour" (TV-Serie, 1965), "A Dancer" (1991).

Foto:

Text: Maren Selbst

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