Maria Schrader

Verdächtig: Maria Schrader als Lena Katz   Vergrößern
Verdächtig: Maria Schrader als Lena Katz  
Maria Schrader
Geboren: 27.09.1965 in Hannover, Deutschland

Sie gehört zu den erfolgreichen deutschen Schauspielern dieser Tage: Maria Schrader. Die Tochter eines Malers und einer Skulpturen-Künstlerin steht mit 15 das erste Mal für Strindbergs "Vater" auf der Bühne, sie spielt die Tochter Berta. 1983 beginnt sie ihre Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, nach zwei Jahren bricht sie die Ausbildung ab. Es folgt eine Gesangsausbildung bei Mirka Yemen Dzaris an der Berliner Schaubühne, Tanzen lernt sie bei Samy Molcho und Elena Garcia im Milton Studio Berlin. Dazu kommt eine klassische Klavierausbildung.

In der Spielzeit 1982/83 ist Maria am Staatstheater Hannover engagiert, im Sommer 1983 geht sie mit Samy Molcho und seiner Truppe nach Venedig, tritt im Pantomime-Chor bei "Schleier der Pirette" auf. In einer Aufführung des Reinhardt-Seminars spielt sie die Solange in den "Zofen" von Jean Genet. 1984 steht sie noch einmal in Wien als Janet in "Wheelchair Willie" auf der Bühne. Und 1989 war sie die Nadja in "Adam" unter der Regie von David Mouchtar-Samorai am Schauspielhaus Bonn.

Was Maria Schrader besonders macht, ist, dass ihr all das fehlt, was junge Schauspieler auf ein Klischee festlegt. Sie ist nicht maniriert, hat nicht den Schrader-Look, sie kann nackt über die Szene gehen - so natürlich, als wäre sie angezogen. Dazu gehört freilich viel Selbstvertrauen und Selbstkritik. Maria Schrader ist dafür bekannt, dass sie Rollen, die ihr nicht angenehm sind, nicht spielt - auch nicht für viel Geld. Das nennen manche gelegentlich zickig, in Wahrheit ist das konsequent. Von 1988 bis 1999 lebte Maria Schrader mit Dani Levy in Berlin. Kleine, billige, sehr spontan wirkende Filme stehen am Anfang der gemeinsamen Karriere. Sie leben zusammen, schreiben die Bücher zu zweit oder im Team mit anderen und stehen zusammen vor der Kamera. 1988 geben sie ihr Debüt in "RobbyKallePaul", eine Komödie um drei frustrierte Männer. Schon hier fällt Maria Schrader in der Rolle der Malu auf.

Die Rolle der Swingsängerin Anna, die in "Burning Life" (1993) Mann und Kind verläßt und gemeinsam mit ihrer Komplizin in der Ex-DDR Banken ausraubt, ist für Maria Schrader eine Traumrolle, ein Tummelplatz der Gefühle. Fanny Fink in "Keiner liebt mich" (1994) ist knapp dreißig und wohnt in einem bedrückenden Appartement-Hochhaus. Unter den schrillen Typen ist sie mit ihrer natürlichen Art und ihrem frivolen Outfit geradezu verblüffend normal. Fanny Fink i s t Maria Schrader. Die Rolle wirkt, als sei sie ihr auf den Leib geschrieben.

Doris Dörrie geht auf ihre ganz eigene Art mit den Schauspielern um, setzt Maria Schrader ganz anders ein: nicht so wild in den Bewegungen wie bei Anna in "Burning Life", auf eine Art tiefgründiger, ernster. Dennoch nutzt auch sie deren ganze Ausdruckspalette und lässt erkennen, dass Maria Schrader eine der großen Darstellerinnen des Kinos der Neunziger ist. Locker und nonchalant wirkt Maria Schrader wieder als Journalistin in "Risiko Null - Der Tod steht auf dem Speiseplan" (1995), dem Fernsehfilm über Rinderwahnsinn von Roland Suso Richter. Danach folgen zwei weitere TV-Produktionen. Für die Rolle der Katrin in "Der Kindermord" (1996) erhielt sie eine Nominierung für den Goldenen Löwen. Im gleichen Jahr ist sie in Horst Johann Szerbas "Eine unmögliche Hochzeit" (1996) zu sehen.

In "Der Unfisch" (1997) übernimmt sie den Part der Sophie Moor. Die Geschichte dreht sich um einen präparierten Wal, der seinen Besitzer verliert und für jede Menge Turbulenzen sorgt. 1998 wirkt sie gleich in drei Produktionen mit. Neben deutschen Schauspiel-Größen wie Iris Berben, Senta Berger, Joachim Król und Uwe Ochsenknecht ist sie ebenfalls in der Doris Dörrie-Komödie "Bin ich schön?" mit von der Partie. Außerdem drehte sie mit Regisseur Max Färberböck "Aimée & Jaguar". Für ihre Rolle erhielt sie 1999 einen Silbernen Bären auf den Filmfestspielen von Berlin.

Dani Levy, der insgesamt in sieben Filmen mit Maria Schrader vor der Kamera stand, und fünf davon selbst inszenierte, spielt 1998 in seinem Kinofilm "Meschugge" mit seiner Dauerpartnerin einer der Hauptrollen. Weitere Filme mit Maria Schrader: "I Was on Mars" (1991), "Mein Name ist Victor" (1992), "Flirt" (1993), "Einer meiner ältesten Freunde" (1994), "Stille Nacht" (1995), "Kindermord" (1996), "Die Hochzeitskuh" (1998), "Nichts als die Wahrheit" (1998), "Emil und die Detektive", "Viktor Vogel - Commerical Man" (beide 2001), "Väter", der TV-Zweiteiler "Rubikon" (beide 2002), "Rosenstraße" (2003), "Schneeland" (2004), "GG 19", "Auf dem Vulkan", "Liebesleben" (Regiedebüt, beide 2007), "Patchwork" (2008), "Vorstadtkrokodile", "Die Seele eines Mörders", "Vorstadtkrokodile 2" (alle 2009), "Alleingang" (2010), "In Darkness" (2011), "Schwestern" (2012), "Vergiss mein Ich" (2014).

Weiter zum Interview (1998) mit Maria Schrader.

Foto: ARD

Zur Filmografie von Maria Schrader
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