Marie-Josée Croze

Marie-Josée Croze als Daniel Auteuils stürmische
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Marie-Josée Croze als Daniel Auteuils stürmische Affäre Mathilde in "Ich habe sie geliebt"
Marie-Josée Croze
Geboren: 23.02.1970 in Montréal, Québec, Kanada

Von der Rebellin zur begnadeten Schauspielerin. So lässt sich Marie-Josée Croze Leben und Laufbahn in einem Satz zusammenfassen. Sie wuchs in einer Adoptivfamilie im kanadischen Montréal auf, weil ihre leibliche Mutter unter schweren Depressionen und Selbstmordgedanken litt. Doch auch die Adoptivfamilie konnte Marie-Josée nur bedingt die für Kinder notwendige Geborgenheit bieten. Der Adoptivvater war Alkoholiker, lediglich ihre Adoptivmutter vermittelte ihr Sicherheit und wurde für Marie-Josée Croze zu einer wichtigen Bezugsperson. Ein trübsinniger Alltag, dem sie den Rücken kehrte indem sie sich der Schauspielerei widmete und gleichzeitig die Rebellion wagte. Als 16-Jährige schloss sie sich der Punk-Bewegung an und lebte so ihren Zorn aus - bis sie das Schauspielen als ideale Ausdrucksform für ihre Energie entdeckte und ihrer Aggressivität dank der darstellenden Kunst ein Ventil bot. Doch bevor die Schauspielerei ihre Profession wurde, studierte sie zunächst am Montréaler College Cégep du Vieux-Montréal plastische Kunst.

Ihr TV-Debüt gab sie 1989 in der französischsprachigen Serie "Chambres en ville", darüber hinaus übernahm sie verschiedene Nebenrollen in kanadischen Fernseh-Produktionen. So sah man sie 1991 in Richard Martins Drama "Le choix" und 1992 in der Krimiserie "Montréal P.Q.". Im gleichen Jahr feierte sie, in einer kleinen Rolle als Bordellmädchen, ihr Kinodebüt mit Gille Carles Komödie "La postière". 1993 folgte "La Florida", George Mihalkas Komödie über eine Familie, die von Québec ins sonnige Florida zieht und dort ein Hotel führt. "La Florida" erhielt Nominierungen für neun Genie Awards, den nationalen Filmpreis Kanadas. Marie-Josées schauspielerische Leistung wurde dabei jedoch nicht gewürdigt. Mit dem US-amerikanischen Fernsehfilm "Zelda" (1993), eine Biographie über die Autorin Zelda Fitzgerald, Ehefrau von F. Scott Fitzgerald, mit Natasha Richardson in der Titelrolle, lieferte die junge Kanadierin ihre erste englischsprachige Produktion ab. Anschließend sah man sie in einigen Kurzfilmen und erneut in Nebenrollen in kanadischen Fernsehserien. 1998 folgte mit dem Thriller "Entführt - Tage der Angst" abermals eine englischsprachige Produktion, außerdem stand sie neben Gérard Depardieus Tochter Julie für Thomas Briats Kurzfilm "HLA identique" vor der Kamera.

Für ihre Rolle in dem kanadischen Fernsehfilm "Murder Most Likely" (1999) wurde sie von den Kritikern gelobt und mit einer Nominierung für einen Gemini Award als beste Nebendarstellerin gewürdigt. In dem autobiographischen Krimi-Drama spielt sie die zweite Ehefrau des RCMP-Undercover-Agenten Patrick Kelly (gespielt von Paul Gross), der 1981 verdächtigt wurde seine erste Ehefrau ermordet zu haben. 2000 gab sie ihr Blockbuster-Debüt in dem Travolta-Fiasko "Battlefield Earth". Gegensätzlicher kann eine Rollenwahl nicht sein: nach dem Sciencefiction-Desaster folgte mit Denis Villeneuves surrealen Drama "Maelström" ein sehr stiller, feiner, absolut schöner und höchst einfallsreicher Film. Erstmals in ihrer Karriere übernahm Marie-Josée Croze eine Hauptrolle und verkörperte gekonnt eine geläuterte Luxusgöre, wofür sie nicht nur vom Vancouver Film Critics Cirle 2001 als beste kanadische Schauspielerin ausgezeichnet wurde, sondern auch die kanadischen Filmpreise Jutra- und Genie Award als beste Hauptdarstellerin des Jahres erhielt. 2002 stand sie für ihren Landsmann den Regisseur Atom Egoyan für das Drama "Ararat" gemeinsam mit David Alpay, Charles Aznavour, Arsinée Khanjian und Christopher Plummer vor der Kamera. Atom Egoyan verwirklichte mit "Ararat" ein Projekt, das ihn schon viele Jahre beschäftigte. Er, der selbst armenische Eltern hat, thematisiert hier den Völkermord an den Armeniern von 1915. "Ararat", der bereits außer Konkurrenz 2002 in Cannes lief, erhielt zahlreiche Auszeichungen, darunter fünf kanadische Genie-Awards. Marie-Josée Croze erhielt keine der begehrten Trophäen.

Die durfte sie erst ein Jahr später in den Händen halten. Für Denys Arcands oscargekrönte Tragikomödie "Die Invasion der Barbaren", ein Sequel seines 1986 entstandenen Werkes "Untergang des amerikanischen Imperiums", erhielt sie, wie schon für "Maelström", die kanadischen Filmpreise Jutra- und Genie Award als beste Hauptdarstellerin des Jahres, außerdem wurde sie bei den Filmfestspielen von Cannes 2003 als beste Darstellerin ausgezeichnet und mit einer Nominierung für den französischen Filmpreis César als beste Nachwuchsschauspielerin bedacht. Hatte sie mit "Maelström" ihren Durchbruch geschafft, so war sie nun auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen und konnte aus einem umfangreichen Rollenangebot schöpfen. Doch mit ihrer Auswahl ließ sie sich nicht auf keinen bestimmten Rollentyp oder ein bestimmtes Genre festlegen. Doch ganz gleich welches Angebot sie auch annahm, stets wählte sie zielsicher qualitativ hochwertige Produktionen aus und umschiffte sehr geschickt größere Katastrophen - von "Battlefield Earth" einmal abgesehen. Nach der Komödie "Nothing" (2003) dürfte sie nur wenigen aufmerksamen Zuschauern in dem US-amerikanischen Thriller "Taking Lives - Für Dein Leben würde er töten" (2004) aufgefallen sein. Spielte sie in dem in Montreal angesiedelten Film doch nur eine Nebenrolle und blieb damit neben den Hauptakteuren Angelina Jolie, Ethan Hawke, Kiefer Sutherland und Olivier Martinez eindeutig im Hintergrund. Im gleichen Jahr übernahm sie in Laurence Ferreira Barbosas Drama "Ordo" die Hauptrolle als berühmte Filmschauspielerin Louise Sandoli, die zur Obsession der Titelfigur, ihres früheren Ehemannes wird.

Auf Laurent Tirards Romantikkomödie "Lügen & lügen lassen" (2004) und Jean-Pierre Denis' Drama "La petite Chartreuse" (2005) folgte Steven Spielbergs packender Thriller "München" (ebenfalls 2005) an der Seite von Eric Bana, Daniel Craig, Ciarán Hinds, Geoffrey Rush und Mathieu Amalric. Mit dem sympathischen Franzosen stand sie zwei Jahre später auch für "Schmetterling und Taucherglocke" vor der Kamera. In Julian Schnabels einfühlsamen Drama mimte sie die geduldige Therapeutin von Jean-Dominique Bauby, ehemaliger Chefredakteur der französischen ELLE, der einen Schlaganfall erleidet und fortan ab dem Hals gelähmt ist, unter dem "Locked-in-Syndrom" leidet und sich nur noch mittels Augenblinzeln verständigen kann. Zuvor hatte Marie-Josée Croze neben François Cluzet, Kristin Scott Thomas und André Dussollier in Guillaume Canets vielfach ausgezeichneten Thriller "Kein Sterbenswort" (2006) den Part der Margot Beck übernommen und war damit in die Rolle der ermordetenen Ehefrau des Kinderarztes Alexandre geschlüpft, die scheinbar von den Toten auferstanden auf den Live-Bildern einer Webcam zu sehen ist. Nach Jean Beckers gelungener Regiearbeit "Tage oder Stunden" (2008) machte die mittlerweile in Paris lebende Darstellerin gemeinsam mit Daniel Auteuil in Zabou Breitmans Drama "Ich habe sie geliebt" von sich reden. Der Film nach dem gleichnamigen Roman der französischen Erfolgsautorin Anna Gavalda ist ein betörend-schöner Liebesfilm, der den französischen Schauspielstar Auteuil als zögerlichen Pierre, der aus Feigheit seine große Liebe aufgab, in gewohnter Manier zeigt.

Weitere Filme und Serien mit Marie-Josée Croze: "Le Rat des villes et le Rat des champs" (Kurzfilm), "Femme de rêve" (Kurzfilm, beiden 1996), "Le masque" (TV-Serie), "The Hunger" (TV-Serie, beide 1997), "Des chiens dans la neige", "Ascension" (beide 2002), "Largo Winch - Gefährliches Erbe" (TV-Serie, 2003), "Vögel des Himmels", "La mémoire des autres" (beide 2006), "Jacquou le croquant" (2007), "Le nouveau protocole" (2008), "Korkoro", "Mères et filles" (beide 2009), "Agatha Christie: Poirot" (TV-Serie, 2010).

Foto: Concorde

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