Micheline Presle

Micheline Presle und Paul Newman in Mark Robsons "The Prize" Vergrößern
Micheline Presle und Paul Newman in Mark Robsons "The Prize"
Micheline Chassagne
Geboren: 22.08.1922 in Paris, Frankreich

Ein Gymnasiast und die Frau eines Frontsoldaten, ein 17-jähriger und eine reife Frau, eine Liebesgeschichte voller Leidenschaft inmitten des Ersten Weltkriegs. Claude Autant-Laras "Teufel im Leib" von 1946 wird verbannt, angeblich aus moralischen Gründen, in Wirklichkeit aber wegen seiner antimilitaristischen Haltung. Dennoch, das Problem ist: zwei Menschen kommen aus persönlicher Unentschlossenheit auf der einen und Unreife auf der anderen mit ihren starken Emotionen nicht zurecht. Der Antimilitarismus äußert sich in der Stimmung des Films. Micheline Presle ist die Partnerin von Gérard Philipe - und sie ist faszinierend.

"Das Spiel ist aus" (Frankreich, 1947) unter der Regie von Jean Delannoy erzählt die Geschichte zweier Menschen, die der Tod in ein Sartresches Jenseits versetzt. Für Sartre existiert Diesseits und Jenseits am gleichen Ort, nur können die Lebenden die Toten weder sehen noch hören. Das Jenseits ist der Mittelpunkt der Welt. Die Existenz ist absurd, der Mensch kann dem Schicksal nicht entrinnen. Das Individuum lebt in einer höllischen Verflechtung mit seiner Umwelt. Das Liebespaar darf zum zweiten Mal das Leben versuchen, doch alles geschieht noch einmal nach dem gleichen Muster, es gibt keine andere Möglichkeit.

Das sind Filme und Rollen, mit denen man Micheline Presle auf den ersten Blick verbindet. Als Tochter eines Börsenmaklers und einer Künstlerin wächst Micheline in Paris auf. Die Mutter bringt sie an die Ecole des Boeaux Arts, doch Micheline ist schwierig und so bringt man sie zu den Nonnen im Convent von Notre Dame de Sion. Dort entdeckt sie die Liebe zur dramatischen Kunst. Anschließend ist sie in der dramastischen Werkstatt von Raymond Rouleau, hier lernt sie G. W. Pabst kennen, der für ihre Karriere zur bedeutenden Person wird. Schon im besetzten Frankreich wird sie zum Star und spielt in Marcel L'Herbiers "La nuit fantastique".

Bereits 1948 sieht man sie in den USA an der Seite von John Garfield in der Hauptrolle in "Under My Skin" von Jean Negulesco. 1949 geht Micheline ganz nach Hollywood und heiratet den Regisseur William Marshall, in dessen Film "Die Taverne von New Orleans" (1950) sie an der Seite von Errol Flynn und Vincent Price spielt. In jenem Jahr ist sie auch der weibliche Co-Star von Tyrone Power in Fritz Langs "Der Held von Mindanao". 1952 ist sie unter der Regie von Raymond Bernard "Die Kameliendame" an der Seite von Roland Alexandre als Armand und Gino Cervi als Vater zu sehen. Als Ärztin zwischen Beruf und Liebe sieht man sie 1953 in Jean Gremillons "Die Liebe einer Frau" und 1953 und 1955 in Sacha Guitrys Ausstattungs-Filmen "Wenn Versailles erzählen könnte" und "Napoleon".

1959 spielt sie an der Seite von Hardy Krüger und Stanley Baker die Hauptrolle in Joseph Loseys "Die tödliche Falle"; bei Philippe de Broca 1960 in "Liebhaber für fünf Tage"; 1962 in Elio Petris "Trauen sie Alfredo einen Mord zu" als Partnerin von Marcello Mastroianni; 1962 in Julen Duviviers "Der Teufel und die 10 Gebote" mit Michel Simon und Jean-Claude Brialy. Vielschichtige Rollen geben ihr Jacques Rivette in "Die Nonne" (1966) und 1972 Sergio Sollima in "Den Teufel im Kopf". Ein sehr zweifelhaftes Comeback feiert Micheline Presle, die eigentlich nie aus dem Filmgeschäft verschwunden war, an der Seite des großen Zynikers Claude Chabrol in Pierre Zuccas "Alle Vöglein sind schon da" (1988).

Es ist sehr seltsam: Chabrol spielt die Hauptrolle eines reichen, herzkranken Bildhauers und Hobby-Ornithologen, der sich durch ein Erbversprechen eine Pflegestelle bei einem jungen Ehepaar erschleicht. Das ist eine schlechte Kopie eines Chabrol-Films, in dem der Meister selbst auftritt - vielleicht, um dem Regieneuling Zucca auf die Beine zu helfen. Eine ihrer schönsten Rollen spielt sie an der Seite von Adolph Green, Gérard Depardieu in Alain Resnais' "I Want to Go Home" (1988). Micheline Presles Spezialität sind gefühlsbetonte, irrationale Frauengestalten, die meist auf charmante Weise extravagant sind.

Weitere Filme mit Micheline Presle: "La Fessée" (1937), "Je chante", "Petite peste" (beide 1938), "Jeunes filles en détresse", "Das verlorene Paradies" (beide 1939), "Elles étaient douze femmes", "La comédie du bonheur" (beide 1940), "Parade en sept nuits", "Histoire de rire" (beide 1941), "Das schöne Abenteuer" (1942), "Eifersucht" (1943), "Falbalas - Sein letztes Modell", "Félicie Nanteuil", "Fausse alerte", "Boule de suif" (alle 1945), "Die letzten Tage von Pompeji", "Venus im Auto" (beide 1948), "Römischer Reigen" (1953), "Das Haus Ricordi" (1954), "Les Impures" (1955), "Treize à table", "La mariée est trop belle", "Ein zarter Hals für den Henker" (alle 1956), "Einer starb zu früh" (1957), "Christine", "Les femmes sont marrantes..." (beide 1958), "Bobosse", "Une fille pour l'été" (beide 1959), "Ein Herr ohne Kleingeld", "Herrin der Welt - Teil I und II" (alle 1960), "Le rouge et le noir", "Les grandes personnes", "Der Bandit von Neapel" (alle 1961), "Die sieben Todsünden", "...gefrühstückt wird zu Hause", "Les loi des hommes", "La lettre dans un taxi" (alle 1962), "Der Preis", "Venere imperiale", "Le coup de bambou" (alle 1963), "Die teuflische Intrige", "Les pieds nickelés", "Jagd auf Männer" (alle 1964), "Je vous salue mafia" (1965), "Le roi de coeur" (1966), "Eselshaut", "Le Clair de terre", "Der Ball des Comte d'Orgel" (alle 1970), "Petroleum-Miezen" (1971), "Le Revolver sous la pluie" (1972), "L'oiseau rare", "Le Lever de rideau", "Hilfe, mein Mann ist schwanger", "Le boucher, la star et l'orpheline" (alle 1973), "Trompe-l'oeil", "La preda", "La gueule de l'emploi", "Deux grandes filles dans un pyjama" (alle 1974), "Kleiner Franzose liebt kleine Französin" (1975), "Nea - Ein Mädchen entdeckt die Liebe" (1976), "S'il vous plaît... la mer?", "Besuch Mama, Papa muss arbeiten", "Le Diable dans la boîte" (alle 1977), "Je te tiens, tu me tiens par la barbichette" (1978), "On efface tout", "Rien ne va plus", "Démons de midi" (alle 1979), "Tout dépend des filles...", "Certaines nouvelles" (beide 1980), "L'archipel des amours", "En haut des marches" (beide 1983), "Les voleurs de la nuit", "Das Blut der anderen", "Les fausses confidences" (alle 1984), "Qui trop embrasse...", "Beau temps mais orageux en fin de journée", "Le Chien" (alle 1986), "Mignon è partita" (1988), "Die Möchtegern-Väter" (1989), "In inniger Feindschaft", "Après après-demain", "Le lien du sang", "Les Disparus de Saint-Agil", "Un Cane sciolto" (alle 1990), "Le jour des rois", "Der andere Blick", "Kaminsky" (alle 1991), "Der Sommer des Pianisten", "Fanfan und Alexandre", "Mein Name ist Victor" (alle 1992), "Die Augen von Cécile", "Die Detektivin" (beide 1993), "Rapt à crédit", "Frau mit Vergangenheit", "Casque bleu", "Das perfekte Alibi" (alle 1994), "Les Misérables", "Der Bastard", "Tagebuch des Verführers" (alle 1995), "Le voyage de Pénélope", "Die Rezepte eines verliebten Kochs", "Fallait pas!...", "Kinder des Scheusals", "Citron amer" (alle 1996), "Madame Dubois - Hôtel Bellevue" (1997), "(G)rève party", "Der Graf von Monte Christo" (beide 1998), "Le voyage à Paris", "Schöne Venus", "Un enfant, unsecret", "In schlechter Gesellschaft" (alle 1999), "Le coeur à l'ouvrage", "Anna en Corse", "La double vie de Jeanne" (alle 2000), "Charmant garçon", "Mauvais genres", "Les Âmes câlines", "Vertiges del'amour" (alle 2001), "La vie au grand air", "Courtes histoires de train" (beide 2002), "Jean Moulin, une affaire française", "Chouchou", "Saltimbank", "France Boutique" (alle 2003), "Ein freier Mann", "Einmal Polizist, immer Polizist" (beide 2006), "Plein sud - Auf dem Weg nach Süden" (2009).

Außerdem hatte sie Hauptrollen in den drei TV-Serien "Les saintes chéries" (1965), "Clochemerle" (1972) und "V comme vengeance" (1990) und Gastauftritte in den Serien: "Combat!" (1963), "Témoignages" (1973), "Les cinq dernières minutes" (1978), "Les amours de la belle époque" (1979), "Les amours des années folles" (1980), "The Ray Bradbury Theatre" (1988) und "H" (1999).

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