Peter Weir

Erfolgreicher australischer Export-Artikel: Peter Weir. Vergrößern
Erfolgreicher australischer Export-Artikel: Peter Weir.
Fotoquelle: Featureflash Photo Agency/shutterstock.com
Peter Lindsay Weir
Geboren: 21.08.1944 in Sydney, Australien

Mit Filmen wie "Der Club der toten Dichter" (1988) und "Die Truman Show" (1998) hat sich Peter Weir längst als kassenträchtigster Regisseur Australiens etabliert. Dabei hat er sich eine erstaunliche Bandbreite an verschiedenen Inszenierungsstilen erhalten und nur bedingt dem Hollywood-Mainstream angepasst.

1974 debütierte Weir mit seinem ersten abendfüllendem Spielfilm, der schwarzen Komödie "Die Autos, die Paris auffraßen", die Geschichte des kleinen Ortes Paris (aber dem in Australien), in dem die Bewohner Autounfälle verursachen, um später die Restteile des Unfallswagens zu verschachern. Ein Jahr später drehte Weir "Picknick am Valentinstag", in dem er vom Verschwinden einer Lehrerin und drei ihrer Schülerinnen erzählt. Der Film basierte auf einer wahren Begebenheit und brachte Weir erstmals internationale Anerkennung ein.

"Die letzte Flut" (1977) mit Richard Chamberlain war ein mystischer Thriller über düstere Prophezeiungen der Aborigines. Eher skurrile Töne schlägt Weir in "Wenn der Klempner kommt" (1979) an, einem Thriller über einen dreisten Handwerker, der das Badezimmer einer netten Wissenschaftlerin verwüstet und nicht mehr loszuwerden ist. Der Film überzeugt durch die effektvolle Verknüpfung von Witz und Spannung und zählt zu Weirs besten Arbeiten (wenngleich kaum bekannt).

Die Zeit der kleinen Budgets war nun vorbei, von nun an konnte sich Weir auf Star-Power in seinen Filmen verlassen. Seine nächsten beiden Filme hatten auf ganz unterschiedliche Weise mit Krieg zu tun, und in beiden spielte Mel Gibson die Hauptrolle. "Gallipoli" (1981) befasst sich mit dem Einsatz australischer Truppen im Ersten Weltkrieg, "Ein Jahr in der Hölle" (1982) mit Sigourney Weaver spielt vor dem Hintergrund eines drohenden Bürgerkrieges in Indonesien. Kuriosum am Rande: Nebendarstellerin Linda Hunt erhielt einen Oscar für eine Männerrolle.

Ein Kriminalfilm aus dem ungewöhnlichen Milieu der Amish-People war "Der einzige Zeuge" (1984) mit Harrison Ford. Mit diesem großen Erfolg etablierte sich Weir endgültig auch in Hollywood. Ford spielte auch die Hauptrolle in "Mosquito Coast" (1986). Noch größeren Erfolg hatte Peter Weir 1988 mit seinem Pädagogendrama "Der Club der toten Dichter", in dem Robin Williams seinen Internatsschülern auf unkonventionelle Weise beibringt, dass sie "den Tag nutzen sollen" (carpe diem!), doch nicht alle Kritiker waren mit der arg dick aufgetragenen Botschaft des Films glücklich.

Leichter im Ton war die Komödie "Green Card - Schein-Ehe mit Hindernissen" (1990) mit Andie MacDowell und Gérard Depardieu. Ein Franzose braucht die berühmte grüne Sozialversicherungskarte, um nicht aus den USA ausgewiesen zu werden; also schließt er eine Scheinehe mit einer Amerikanerin. Anfangs können die beiden sich nicht ausstehen, doch dann funkt es. Ein recht unterhaltsamer, aber auch vorhersehbarer Film. Von der leichten Komödie zum Drama - für Peter Weir kein großer Schritt. "Fearless - Jenseits der Angst" (1994) mit Jeff Bridges handelt von den Überlebenden eines Flugzeugabsturzes, die mit ihren traumatischen Erfahrungen nicht zurechtkommen.

Ein großer Kritikererfolg und Publikumshit gleichermaßen wurde 1998 "Die Truman Show", eine Mediensatire, in der ein junger Mann Inhalt einer 24-Stunden-Soap ist, ohne es zu wissen. Sein ganzes Leben ist ein Drehbuch. Ausgezeichnete Darsteller (Ed Harris als böser Regisseur erhielt eine Oscar-Nominierung, Jim Carrey einen Golden Globe) und ein ausgezeichnetes Drehbuch machen diesen Film zu einem der besten Weirs. Viel Lob erhielt 2003 auch sein Abenteuer "Master and Commander - Bis ans Ende der Welt". Erst acht Jahre später kam mit dem Abenteuerdrama "The Way Back - Der lange Weg" (2010) Weirs nächste Regiearbeit in die Kinos.


Zur Filmografie von Peter Lindsay Weir
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