Reinhard Hauff

Reinhard Hauff
Geboren: 23.05.1939 in Marburg/Lahn, Deutschland

Reinhard Hauff studiert nach dem Abitur Literatur und Soziologie. Er bricht jedoch das Studium ab, um Redaktions- und Regieassistent beim Fernsehen zu werden. Die Zusammenarbeit mit einem der besten deutschen Show-Regisseure, Michael Pfleghar, führt dazu, dass sich Hauff zu Beginn seiner Fernsehkarriere auf Unterhaltungssendungen spezialisiert. So macht er 1966 Musiksendungen für Esther und Abi Ofarim, Wilson Pickett und Janis Joplin. 1968 beginnt er mit Dokumentarfilmen, 1969 entsteht nach einem Drehbuch von Peter Glotz (dem SPD-Politiker) und Volker Koch sein erster Spielfilm: "Die Revolte". Es geht um einen Versicherungsangestellten, der eines Tages den Job hinwirft, sich dem Studentenprotest anschließt und dann auf die schiefe Bahn gerät. Sein Hauptdarsteller Hans Brenner ist ein Jahr später auch die Titelfigur in seinem historischen Film über "Matthias Kneissl", den bayerischen Räuber aus der Zeit der Jahrhundertwende. Neben bekannten Volksschauspielern wirken auch die Regisseure Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff und Franz Peter Wirth mit.

Die Auseinandersetzung mit Gewalt und Außenseitertum bleibt auch in der Folgezeit Reinhard Hauffs Thema. Dabei interessiert ihn immer die Motivation des Protagonisten und das soziale Umfeld, in dem er steht. 1973 verfilmt Hauff mit Jürgen Prochnow Burkhard Driests autobiographischen Roman "Die Verrohung des Franz Blum" über Missstände im Strafvollzug. (Driest war wegen Bankraubs 13 Monate in Untersuchungshaft und zweieinhalb Jahre im Zuchthaus.) Eine Geschichte aus dem Widerstand, aus der deutschen Vergangenheit erzählt der Fernsehfilm "Zündschnüre", den Reinhardt Hauff 1974 nach dem Roman von Franz Josef Degenhardt dreht. Es ist die Geschichte von vier Kindern, deren Väter - Kommunisten und Sozialdemokraten - von der Gestapo verhaftet werden. Die Alleingelassenen setzen ihre Indianerspiele in die Realität um und üben mit "wehrkraftzersetzenden" Flugblättern und aktiven Widerstandsaktionen Opposition.

Wiederum von Burkhard Driest stammt das Drehbuch zu "Paule Pauländer" (1975), die düstere Geschichte eines 15-jährigen Bauernjungen, der an den familiären Verhältnissen zu zerbrechen droht. Eine Reflektion über die Dreharbeiten eines solchen Films gelingt Hauff 1977 mit seinem ersten Kinofilm "Der Hauptdarsteller", den er gemeinsam mit seiner Frau, der Autorenfilmerin Christel Buschmann geschrieben hat: eine eindringliche Arbeit über die Verantwortung von Filmregisseuren, die mit jugendlichen Laien arbeiten. "Messer im Kopf" (1978) erzählt von einem Mann, der durch einen Kopfschuss bei einer Polizeirazzia das Gedächtnis verliert und als Terrorist behandelt wird. Burkhard Driest ist Autor und Protagonist von "Endstation Freiheit" (1980), einem etwas biederen, selbstgefälligen Film über Driests Wandlung vom Straftäter zum Erfolgsautor.

Überzeugender wiederum ist Hauffs Peter-Schneider-Verfilmung "Der Mann auf der Mauer" (1982), in dem Marius Müller-Westernhagen einen Mann spielt, der die Berliner Behörden beider Staaten durch seinen ständigen Wohnungswechsel zwischen Ost und West zur Verzweiflung bringt. "Linie 1" (1987) ist eine Verfilmung von Volker Ludwigs Musical, das einer der größten Erfolge des Gripstheater war. Reinhard Hauff macht aus den Szenen des Stücks einen unbeschwerten, turbulenten Film. Wie "Alice im Wunderland" geht Sunny, das Mädchen aus der Provinz, soeben in Berlin-Kreuzberg angekommen, durch die Massen und sucht nach dem Rock-Star Johnny, mit dem sie einmal eine Affäre hatte.

Seinen vielleicht besten Film dreht Reinhardt Hauff 1985: "Stammheim" ist eine filmische Rekonstruktion des Prozesses gegen die Baader-Meinhof-Gruppe. Dieses eindrucksvolle Stück Zeitgeschichte wurde in Berlin 1986 mit dem Hauptpreis des Festivals ausgezeichnet. 1988/89 entsteht in Argentinien mit "Blauäugig" ein Film über einen deutschen Geschäftsmann, der mit der Militärregierung paktiert und plötzlich durch die Entführung und Ermordung seiner Tochter zum Regimegegner wird. Auch Götz Georges überzeugendes Spiel konnte den kommerziellen Misserfolg des eindrucksvollen Films nicht verhindern. Fürs Fernsehen dreht Hauff 1990 erneut ein dreiteiliges Fernsehspiel: "Mit den Clowns kamen die Tränen" nach einem Bestseller von Johannes Mario Simmel. Von 1993 bis Anfang 2005 war Hauff der Präsident der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb) in Berlin.

über Mario Adorf und sein Kinodebüt "Der Hauptdarsteller"

Reinhard Hauff über Mario Adorf
und die Dreharbeiten zu seinem Kinodebüt
"Der Hauptdarsteller" (1977)

"Also, ich war sehr froh, als der Gedanke Mario Adorf bei mir und meinem Produzenten aufkam, und ich bin dann auch eigentlich sehr spontan darauf eingestiegen, als ich mit ihm geredet habe, weil dieser Film für mich etwas Besonderes war. Ich wollte das künstlicher anlegen und trotzdem den Anspruch auf Authentizität wahren. Da war mir klar: Das kann nur einer spielen, der das als Schauspieler übersetzt, der eben von einer ganz anderen Ecke kommt, eben ein Komödiant ist. Adorf wusste, dass es um etwas ganz anderes ging als das, was er sonst so gespielt hatte, und das hat ihm Spaß gemacht, und er musste mit einem kleinen Jungen, der natürlich ein Laie war, zusammenspielen, und das hat er unheimlich gut gemacht.

Mario und dieser Junge, das war ganz eigenartig. Obwohl Mario den bösen Vater spielen musste, also einen, der den Jungen nur gepeinigt und getriezt hat, hat er beim Drehen eigentlich immern seine schützende Hand über den gehalten, obwohl dieser Junge auch erstaunlich selbständig und flexibel war.

Mario war aber sehr souverän, und was interessant war an Mario, war eben, dass er als Komödiant - ich hatte nie vorher mit ihm gearbeitet, habe ihn natürlich in vielen Rollen gesehen -, dass er als Komödiant natürlich erst einmal dem Affen Zucker gibt, wenn er erst mal loslegt, so unkontrolliert. Das ist auch witzig, also ich musste manchmal lachen, weil ich mir das nicht so vorgestellt hatte. Aber Mario ist selbstverständlich jemand, der ist intelligent, der weiß sofort, wenn man dann sagt: "Hier, lass uns doch mal die Sache anders überlegen!", dann hat er sofort gespürt, was in der Reduktion all seiner komödiantischen Mittel ist. Da liegt auch die Stärke für diese Rolle, wo er diesen derben Vater spielt.

Bei aller Fiesheit, die er darstellen muss, hat er ja auch irgendwas Rührendes und was Komisches, und dadurch keommt dieser Charakter, der eigentlich recht negativ ist, etwas Erträgliches. Das ist eben auch das Komödiantische, und da merkt man, dass dieser Bauer, der selbst ein Outcast ist, auch gerne dem Filmteam gefallen möchte. Und in diesem Gefallen liegt auch etwas Liebenswertes, trotz dieser negativen Grundhaltung.

Das alles kann Mario. Komödianten in ernsten Rollen sind eigentlich immer die beste Lösung, weil sie eben da nicht diesen Eins-zu-eins-Grauwert herstellen, sondern eben einen ganzen Menschen zeigen, und da ist Mario ganz toll. Ich hatte ihn ja auch in der 'Blechtrommel' gesehen, da war er eben auch so ein Vollblutmensch, er hat ja auch manchmal etwas Hilfloses, wie ein großes Kind, und das sind alles wunderschöne Seiten, um einen reichen Charakter zu zeigen.

Laien und Profis zusammenzubringen finde ich immer sehr spannend, weil die Laien immer unerwartet reagieren, sie entweder Textprobleme haben oder Verängstigungen oder Unsicherheiten. In jedem Falle sind sie nicht gelernte Reagierer auf Kollegen. Wenn die sich kennen, spielen sie sich die Bälle zu, und dann kriegt das ja oft etwas unheimlich Konventionelles. Es ist nichts Überraschendes und Spontanes mehr drin. Und Laien sind eben, wenn sie gut funktionieren, wenn sie gut bei der Sache sind, dann immer ein Unsicherheitsfaktor, und das mag ich gerne, weil dann auch die Profis nie wissen, was jetzt kommt. Und Mario ist einer, der da sehr flexibel mit umgehen kann und da wunderbar drauf reagiert."

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