Roland Emmerich

Perfektionist am Set: Regisseur Roland Emmerich. Vergrößern
Perfektionist am Set: Regisseur Roland Emmerich.
Fotoquelle: Evgeny Eremeev/shutterstock.com
Roland Emmerich
Geboren: 10.11.1955 in Sindelfingen, Deutschland

Roland Emmerich übte sich schon früh in Malerei und Bildhauerei und studierte an der Münchener Hochschule für Film und Fernsehen Produktionsdesign. Bereits in seiner Studienzeit arbeitete er an seinem Regiedebüt "Das Arche Noah Prinzip", das er in Lager- und Fabrikhallen in Sindelfingen realisierte. Wegen der perfekten Machart sorgte der Film auf den Berliner Filmfestspielen für viel Aufsehen. Als das Werk in mehr als 20 Länder verkauft wurde, entschied sich Emmerich die Produktionsgesellschaft "Cintropolis" zu gründen.

Schon sein zweiter Film "Joey" (1985) entstand zu großen Teilen in Amerika, ebenso wie das nächste Projekt "Hollywood- Monster" (1987). Für das nächste Werk "Moon 44" (1989) verpflichtete er den jungen Schauspieler Dean Devlin, mit dem ihn seither eine fruchtbare Freundschaft verbindet. Denn Devlin fungierte fortan meist als Co-Autor und -Produzent für die weiteren Projekte. Durch den finanziellen Erfolg mit "Universal Soldier" (1992) konnte sich Emmerich dann endgültig in Hollywood etablieren. Sein nächster Film "Stargate" (1994) avancierte zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres, ein Ergebnis, das zwei Jahre später mit dem Mega-Hit "Independence Day" noch um ein Vielfaches übertroffen wurde.

Nach seinem Remake des Monsterfilms "Godzilla", arbeitete Emmerich an einer Neuauflage der Sciencefiction-TV-Serie "Raumpatrouille". Außerdem hat er die Mini-TV-Serie "The Visitor" geschrieben und produziert. Weitere Produktionen waren "Eye Of The Storm" (1991) mit Dennis Hopper, "High Crusade" (1994) und 1999 "The 13th Floor". Außerdem übernahm er eine Gastrolle in Christoph Schlingensiefs durchgeknallter Fassbinder-Hommage "Die 120 Tage von Bottrop" (1997). 2000 kam Emmerichs US-Heldenepos "Der Patriot" in die Kinos, 2004 sorgte sein Katastrophen-Spektalel "The Day After Tomorrow" für Aufsehen. Mit "10.000 B.C." legte Emmerich 2007 erneut ein bildgewaltiges, formal aber anspruchsloses Werk vor. Mit "2012" schloss Emmerich schließlich 2009 nach "Independence Day" und "The Day After Tomorrow" seine Weltuntergangs-Trilogie ab.

Grandiose Unterhaltung ist das Kostümdrama "Anonymus" (2011), in dem Emmerich gekonnt Fakten und Fiktion vermischt. Mit diesem Wunschprojekt ist ihm ein brillantes Meisterwerk fernab der ansonsten für ihn typischen tumben Action gelungen. Ein Werk, das sich intelligent, meisterhaft und überaus virtuos mit der Urheberschaft der Shakespeare-Texte befasst und dabei die unter großen Teilen der Shakespeare-Kenner vertretenen These vertritt, dass Edward de Vere der Autor der Texte gewesen ist. Darüber hinaus beschwört er das elisabethanische Zeitalter herauf, schafft mit starkem Dekor und prunkvollen Kostümen eine dichte Atmosphäre jener Zeit und lässt vor allem auch die vielen politischen Querelen nicht außen vor.

Emmerichs erklärte Lieblingsfilme sind erstaunlicherweise keine Sciencefiction-Werke, sondern die Katastrophenfilme "Die Höllenfahrt der Poseidon" (1972), "Flammendes Inferno" (1974) und "Erdbeben" (ebenfalls 1974). Weitere Filme von Roland Emmerich: "White House Down" (2013).


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