Rosalie Thomass

Mehrfach preisgekrönt: Rosalie Thomass, hier in dem ZDF-Krimi "Tod einer Polizistin". Vergrößern
Mehrfach preisgekrönt: Rosalie Thomass, hier in dem ZDF-Krimi "Tod einer Polizistin".
Fotoquelle: ZDF/Volker Roloff
Rosalie Thomass
Geboren: 14.08.1987 in München, Deutschland

Die Rolle der jungen wie selbstzerstörerischen Prostituierten Maria Lorenz in Dominik Grafs Krimi "Polizeiruf 110 - Er sollte tot" (2006) machte die Schauspielerin Rosalie Thomass quasi über Nacht bekannt. Der in vielen Rückblenden erzählte Krimi bezieht seinen Reiz besonders aus den intensiv gespielten Verhör-Szenen, in denen sich Tauber alias Edgar Selge mit der jungen Tatverdächtigen auseinandersetzen muss. Für ihr fabelhaftes Spiel wurde sie 2006/2007 mit dem Förderpreis Deutscher Film, den Deutschen Fernsehpreis, den Adolf-Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet.

Rosalie Thomass sammelte ihre ersten schauspielerischen Erfahrungen am Münchner Volkstheater und im Jugendclub der Münchner Kammerspiele. Es folgten Fernsehproduktionen wie Tim Tragesers auf Tatsachen beruhender Zweiteiler "Emilia" (2004) mit Senta Berger, Peter Sattmann, Hannah Herzsprung und Misel Maticevic, bevor sie Regisseurin Vivian Naefe in ihrer schwarzen Komödie "Leo" an der Seite des tefflich aufgelegten Matthias Brandt besetzte. Nach dem großen Erfolg ihres oben bereits genannten "Polizeiruf"-Auftritts sah man die Darstellerin 2007 erstmals in einem Kinofilm. Allerdings war Marcus H. Rosenmüllers Komödie "Beste Zeit" lediglich gepflegte Langeweile aus der Welt der Teenies kurz vor dem Erwachsenwerden. Auch nicht viel besser war die ebenfalls 2007 entstandene Fortsetzung "Beste Gegend", in der erneut Marcus H. Rosenmüller auf dem Regiestuhl Platz nahm und die Thomass ihre erste Kinohauptrolle bescherte.

Wieder unter der Regie von Tim Trageser sah man sie danach als Clarissa in dem sensibel inszenierten Liebesdrama "Einer bleibt sitzen" (2007) mit Volker Bruch, Marcus H. Rosenmüller besetzte die blonde Darstellerin in seinem misslungenem Historienabenteuer "Räuber Kneißl" (2008), das sich trotz prominenter Besetzung als alberne Mischung aus Liebesgeschichte, Abenteuer, Fakten und Komödienstadl entpuppte, während "Anonyma - Eine Frau in Berlin" (2008) von Max Färberböck als TV-Zweiteiler eins sehenswertes und spannendes Drama ist - im Gegensatz zu der schlecht geschnittenen, fahrig wirkenden Kinofassung. Nach zwei Auftritten am "Tatort" ("Tatort - Herz aus Eis", "Tatort - Tempelräuber") schlüpfte Rosalie Thomass in Thomas Schadts ZDF-Dokudrama "Der Mann aus der Pfalz" über das Leben Helmut Kohls in die Rolle der jungen Hannelore Kohl. Und für ihre Darstellung in Michael Gutmanns "Die letzten 30 Jahre" wurde Rosalie Thomass 2010 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Ebenfalls 2009 entstanden das Kinodrama "Bergfest" und das TV-Drama "Totentanz".

Gelungen ist Rosalie Thomass' Auftritt als Belinda, Assistentin von Kommissar Kreuzer alias Christoph Maria Herbst in dem TV-Krimi "Kreutzer kommt" (2010), eine Rolle, die sich auch in der Fortsetzung "Kreutzer kommt ... ins Krankenhaus" (2012) verkörperte. Zuvor gehörte sie zur Besetzung von Hermine Huntgeburths Tragikomödie "Neue Vahr Süd" nach dem gleichnamigen Roman von Sven Regener, in der Frederick Lau einer ihrer Filmpartner war, mit Senta Berger und Rudolf Krause stand sie für den spannenden Krimi "Unter Verdacht - Laufen und schießen" vor der Kamera, und in Markus Gollers Provinz-Posse "Eine ganz heiße Nummer" verkörperte sie an der Seite von Gisela Schneeberger verkörperte sie eine Erotik-Telefon-Talkerin.

Im gleichen Jahr feierte Rosalie Thomass ihr Theaterdebüt mit dem erfolgreichen Stück "Zeitstillstand" im St. Pauli Theater in Hamburg. Weitere Filmarbeiten umfassen den TV-Krimi "Lena Fauch und die Tochter des Amokläufers" (2012) von Kai Wessel, man sah sie in Matti Geschonnecks Krimidrama "Tod einer Polizistin" (2012) mit Götz George, Jürgen Vogel und Uwe Kockisch sowie im Kino die nicht sonderlich gelungene Mark-Twain-Verfilmung "Die Abenteuer des Huck Finn" (2012) von Hermine Huntgeburth. Deulich besser ist dann wieder "Das Leben ist nichts für Feiglinge" (2012) mit Wotan Wilke Möhring, ein Kino-Kleinod von André Erkau nach dem gleichnamigen Roman von Gernot Gricksch. Weitere Filme mit Rosalie Thomass: "Kleine Lichter" (Kurzfilm, 2007), "Das Mädchen mit den gelben Strümpfen" (Kurzfilm, 2008), "Monika" (Kurzfilm, 2010), "Jetzt aber Ballett" (Kurzfilm, 2011), "Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel" (2012), "Wildwechsel" (Kurzfilm, 2013), "Beste Chance" (2014).


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