Sergio Leone

Claudia Cardinale und Sergio Leone am Set von "Spiel mir das Lied vom Tod" Vergrößern
Claudia Cardinale und Sergio Leone am Set von "Spiel mir das Lied vom Tod"
Sergio Leone
Geboren: 23.01.1921 in Rom, Italien
Gestorben: 30.04.1989 in Rom, Italien

Der italienische Filmemacher Sergio Leone kam aus einer Familie, in der das Show-Business Tradition hat: Sein Vater Vincenzo Leone war Pionier und früher Produzent in der italienischen Filmindustrie, seine Mutter die bekannte Opersängerin und Schaupsielerin Bice Valerian. In der Filmbranche fasste Leone als Regieassistent und seit seinem 18. Lebensjahr als Schauspieler Fuß. Bald knüpfte er Kontakte zu Hollywoods Filmwelt und arbeitete als Second-Unit-Assistent für amerikanische Produktionen, die in Rom abgedreht wurden. Darunter waren Monumentalfilme wie Mervyn LeRoys gefeierter Nero-Flm "Quo Vadis" (1951, mit Peter Ustinov) und William Wylers mit elf Oscars gekröntes Remake "Ben Hur" (1959, mit Charlton Heston).

Auch als Drehbuchautor war Leone tätig, schrieb er doch zahlreiche Bücher für die Ende der Fünfzigerjahre weit verbreiteten "Sandalen"-Filme wie "Im Zeichen Roms" (1958) oder "Die letzten Tage von Pompeji" (1959). 1961 dann endlich sein Regiedebüt: "Der Koloss von Rhodos", und bald darauf kreiierte Leone sein eigenes Genre: den "Italo-Western", gewaltvolle, zum Teil blutrünstige Filme mit schnellen Schnitten und langen, sehr stillen Szenen.

Schauspieler wie Clint Eastwood und Lee Van Cleef verdanken diesen Western ihren späteren Aufstieg zu Hollywood-Stars. Man denke nur an Leones so genannte "Paella"-Trilogie. Mit "Für eine Handvoll Dollar" drehte er 1964 einen bahnbrechenden Italowestern, vertraute aber nicht so recht darauf, dass das Publikum in dieser rein amerikanischen Domäne einen italienischen Film für glaubwürdig halten würde. Deshalb nannte er sich Bob Robertson, auch einige der Darsteller nahmen englische Pseudonyme an. Die Sorge war ganz unbegründet: Leones Film wurde ein Welterfolg, und obwohl er nicht der erste Italowestern war, so etablierte er ihn doch als eigenständiges Subgenre, und das zu einer Zeit, als dem US-Western merklich die Luft ausgegangen war. Eine Originalleistung hatte Leone allerdings nicht erbracht. Sein Film ist ein verkapptes Remake (manche reden von Plagiat) des japanischen Samurai-Films "Yojimbo, der Leibwächter" (1961) von Akira Kurosawa. Leone kann nicht einmal die Idee für sich beanspruchen, einen Kurosawa-Film zum Western umzubauen, das hatte John Sturges mit "Die glorreichen Sieben", einem Remake von "Die sieben Samurai" (1953), bereits 1960 bewiesen.

Doch "Für eine Handvoll Dollar" wurde ein riesiger Kassenerfolg und war der Auftakt der so genannten "Dollar"- oder "Paella"-Trilogie, deren zweiter Teil 1965 mit "Für ein paar Dollar mehr" entstand. Dieser Western - wieder mit Eastwood - war ein Beispiel dafür, dass Nachfolgefilme nicht zwangsläufig schlechter sein müssen als der erste Teil. Vielmehr gewann Leone bis zum dritten und besten Teil stetig an Stilsicherheit und Konsequenz und präsentierte hier damals für den Italo-Western typische Mischung aus gewaltigen Schießereien und trockenem Humor. "Zwei glorreiche Halunken" (1966), der Abschluss der Trilogie, ist einer jener Filme, die man gar nicht oft genug sehen kann. Tolle Darsteller, eine ausgefeilte, zynische Dramaturgie zwischen Härte und Humor, brillante Kameraarbeit und perfekte Musik: was will man mehr! Allen drei Filmen war die Nähe zu US-Western und japanischen Filmen im Stil von Kurosawas "Rashomon" gemein, aber sie entwickelten so viel Eigenleben, dass in Europa zahlreiche ultrabrutale Imitate entstanden.

Inzwischen war auch Hollywood auf Leones Regiekünste aufmerksam geworden, Paramount Pictures gab dem Italiener 1968 die Chance, "Spiel mir das Lied vom Tod" zu drehen. Mit Hollywood-Star Henry Fonda und dem damals noch recht unbekannten Charles Bronson legte Leone sein Meisterstück vor, einen der besten Western aller Zeiten, der grandios mit dem Mythos des "Goldenen Westens" abrechnet. Das perfekte Epos, gleichzeitig ein Höhepunkt des Italo-Westerns; lebt noch heute von seinen grandiosen CinemaScope-Bildern, von denen in der Glotze leider wenig bleibt. Unvergessen bleibt auch die grandiose Filmmusik von Ennio Morricone. Doch die Premiere des überlangen Epos um einen namlosen Rächer wurde zum Desaster, da die Produktionsfirma 25 Minuten der insgesamt 165 wegschneiden ließ. Damit war der Film seiner inhaltlichen Stringenz beraubt. Heute jedoch gilt der inzwischen wieder restaurierte Western als ein Highlight der Filmgeschichte. Denn eine 15 Minuten längere Version fand sich Jahre später bei den Erben Leones in Italien. Diese hatte der Regisseur angeblich noch selbst erstellt. Die zusätzlichen Szenen wurden nachsynchronisiert. Außerdem wurde Bronsons Ausspruch "Spiel mir das Lied vom Tod" gestrichen, denn der kommt im Original nicht vor. "Spiel mir das Lied vom Tod" ist bis heute einer der besten Western aller Zeiten!

Erst 15 Jahre später (nach seinem ebenfalls starken Werk "Todesmelodie" mit James Coburn und Rod Steiger, 1970, und den ungenannten zusätzlichen Regie-Arbeiten "Mein Name ist Nobody", 1973, und "Nobody ist der Größte", 1975 - beide mit Terence Hill) startete Leone einen weiteren Versuch, Hollywood zu erobern: Ihm gelang mit "Es war einmal in Amerika" (1982) ein Geniestreich. Leone erzählt eine Geschichte aus dem Amerika in der Zeit des Alkoholverbots, der Prohibition: Die Geschichte von Noodles und Max, die seit ihrer Kindheit enge Freunde sind. Sie gründen eine Gang, kämpfen sich mit Gewalt und Korruption nach oben. Eines Tages, nach einem wohlgemeinten Verrat an Max, taucht Noodles unter. 35 Jahre später kehrt er nach New York zurück - und versucht, ein Geflecht aus Lügen, Freundschaft und Verrat zu entwirren.

Für Leone war diese langsame, aber nie langweilige Studie über Gangsteraktivitäten in New York die erste Regiearbeit nach vielen Jahren Pause. Das Epos spielt in drei verschiedenen Jahren - 1923, 1933 und 1968 - und erzählt die Geschichte zweier Jungen, überragend dargestellt von Robert De Niro und James Woods, die von Jugendfreunden zu mächtigen jüdischen Verbrecherbossen aufsteigen. "Es war einmal in Amerika" war nach "Spiel mir das Lied vom Tod" und "Todesmelodie" der Abschluss der Amerika-Trilogie Leones. Das US-Kinopublikum bekam das fast vier Stunden lange Meisterwerk nur in einer auf die Hälfte zerstückelten Version zu sehen, in der zusätzlich auch noch die Abfolge der Szenen geändert worden war. Die Geschichte basiert übrigens auf einem realem Hintergrund. Die Vorlage für das Script der insgesamt sieben Drehbuchautoren lieferte der autobiografische Roman "The Hood" des jüdischen Gangsters David Aaronson alias Harry Grey. Sergio Leone besuchte ihn für seine Recherchen sogar im Gefängnis. Der Regisseur ist - ähnlich wie Alfred Hitchcock in seinen Filmen - in einer kleinen Nebenrolle als Ticket-Verkäufer zu sehen. Leones Reputation hoffte die Produktionsfirma zu retten, indem man den Film in Originallänge auf Videokassette herausbrachte.

Nach Leones plötzlichem Tod (1989, Herzinfarkt) widmete Clint Eastwood seinen Oscar für "Erbarmungslos" (1992) den beiden Männern, die ihm seine eigene Regie-Vision erst ermöglicht hatten: Don Siegel und Sergio Leone.

Weitere Filme mit Beteiligung Sergio Leones

Ungenannt als Regie-Assistent bzw. Regisseur einzelner Szenen: "Rigoletto" (1946), "Fahrraddiebe" von Vittorio De Sica, "La Leggenda di Faust" (beide 1948), "Fabiola" mit Michèle Morgan und Michel Simon, "Der Troubadour", "La Forza del destino" (alle 1949), "Nachttaxi", "Il Voto", "Freiwild" (alle 1950), "Il folle di Marechiaro" (1952), "Geschichte einer Nonne" von Fred Zinnemann (1959), "Die letzten Tage von Pompeji" (1959) und "Avanti la musica" (1962).

Als Regie-Assitent mit Namensnennung: "I tre corsari" (1952), "Jolanda la figlia del corsaro nero" (1952), "L'Uomo, la bestia e la virtù", "Mädchenhandel", "Frine, Sklavin der Liebe" (alle 1953), "Verrat", "So geht's im Leben", "Hanno rubato un tram" (alle 1954), "La Ladra" (1955), "Mi permette, babbo!" (1956), "El Maestro" (1957), "Aphrodite - Göttin der Liebe" (auch Buch), "Die Vergeltung des roten Korsaren" mit Lex Barker (beide 1958), "Die Letzten Tage von Pompeji" (auch Buch) und "Quai des illusions" (beide 1959).

Als Second-Unit-Regisseur: "Der Untergang von Troja" von Robert Wise (1955), "Sodom und Gomorrha" von Robert Aldrich (1961) und "Mein Name ist Nobody" (1973, auch Buch und Produzent).

Als Drehbuchautor (für die eigenen Regiearbeiten schrieb er grundsätzlich das Buch): "Im Zeichen Roms" (1958) mit Anita Ekberg, "Siebenfache Rache", "Romulus und Remus" (beide 1961), "Le Verdi bandiere di Allah" (1964) und "Troppo forte" (1986, auch Prouzent).

Als Produzent: "Il Gatto" (1978), "Il Giocattolo" (1979, ungenannt), "Un Sacco bello" (1980) und "Bianco, rosso e Verdone" (1981, ungenannt).

Als Schauspieler sah man ihn in einer Kinderrolle in "La Bocca sulla strada" (1941), als Student in "Fahrraddiebe" (1948) und als amerikanischen Soldaten in "Il folle di Marechiaro"(1952). Außerdem übernahm er die Sprechrolle des pfeifenden Kopfgeldjägers in "Für ein paar Dollar mehr", und er hatte eine Gastrolle in Michael Ritchies Komödie "Ein perfekter Seitensprung" (1978).

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