Sidney Lumet

Erfolgsregisseur Sidney Lumet Vergrößern
Erfolgsregisseur Sidney Lumet
Sidney Lumet
Geboren: 25.06.1924 in Philadelphia, Pennsylvania, USA
Gestorben: 09.04.2011 in Manhattan, New York, USA

Schon als Kind stand er auf der Bühne, später trat Sidney Lumet auch im Fernsehen auf, bis er Regisseur von TV-Spielen wurde. 1957 hatte er die Möglichkeit, seine erfolgreiche Inszenierung von Reginald Roses TV-Spiel "Die zwölf Geschworenen" als Kinofilm zu realisieren. Rose selbst produzierte mit dem Star Henry Fonda gemeinsam, der Film wurde ein großer Erfolg. Und Lumet blieb auch in der Folgezeit ein Garant für kommerziell erfolgreiche Kinofilme.

Er ist jemand, der sich nicht nur durch einen bestimmten Stil oder eine unverwechselbare Art auszeichnete, er löste vielmehr dramaturgische Probleme auf eine eigenwillige Art. Vor allem zeigte er nicht selten Dramatik auf sehr eng begrenzten Spielraum wie etwa in einem Eisenbahnzug in "Mord im Orient-Express" (1974), eine Bankfiliale in "Hundstage" (1975) oder in der Schwurgerichtsverhandlung in dem oben bereits genannten "Die 12 Geschworenen".

Lumet war durch seine TV-Praxis ein bestens ausgebildeter Techniker, ein Arbeitstier, von dem Sean Connery sagt: "Was der Lumet da in 26 Tagen gemacht hat, dafür bräuchte ein anderer Regisseur mehrere Monate." Connery arbeitete mehrfach mit Lumet, so in "Der Anderson-Clan" (1970), in "Sein Leben in meiner Gewalt" (1972) und in "Family Business" (1989).

Lumets frühe Filme - meist in Schwarzweiß und in einem harten, naturalistischen Stil gehalten -, beschäftigen sich vorwiegend mit Konflikten, die aus menschlicher Besessenheit resultieren, wie etwa "Der Mann in der Schlangenhaut" (1960) mit Marlon Brando und Anna Magnani nach Tennessee Williams, "Eines langes Tages Reise in die Nacht" (1962) nach Eugene O'Neill, mit Ralph Richardson und Katharine Hepburn, "Angriffsziel - Moskau" (1964) und "Der Pfandleiher" (1964). Später inszenierte er Farbfilme, die feinsinniger und humorvoller waren als bis dahin, etwa "Die Clique" (1965) nach dem Roman von Mary McCarthy. Mit "Die Möwe" nach Tschechow wandte sich Lumet erstmals einem europäischem Klassiker zu und hielt sich strikt an das Original.

In den 70er Jahren drehte er Thriller wie "Der Anderson Clan" (1970) und "Serpico" (1973). Weitere wichtige Filme sind der Oscar-gekrönte "Network" (1976), eine Auseinandersetzung mit dem Fernsehen, "Prince of the City" (1982) mit einem überragenden Treat Williams über üble Polizeistrukturen, "The Verdict - Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit" (1982) über das US-Rechtssystem. Sidney Lumet gehörte bis zu seinem Tod zu den wichtigen Regie-Persönlichkeiten des modernen Kinos, er galt als konsequent, zuverlässig und oft sehr kompromisslos.

Weitere Filme von Sidney Lumet: "Ein Haufen toller Hunde", (1964), "Anruf für einen Toten" (1966), "The Appointment" (1968), "Blutsverwandte", "Ein Hauch von Sinnlichkeit" (beide 1969), "..dann war mein Leben nicht umsonst - Martin Luther King" (1970), "Equus - Blinde Pferde" (1977), "Sag mir, was du willst" (1980), "Das Mörderspiel" (1981), "Daniel" (1983), "Die Göttliche" (1984), "Power - Weg zur Macht" (1985), "Der Morgen danach" (1986), "Die Flucht ins Ungewisse" (1987), "Tödliche Fragen" (1990), "Sanfte Augen lügen nicht" (1992), "Jenseits der Unschuld" (1993), "Nacht über Manhattan" (1996), "Sterben und erben" (1997), "Gloria" (1999), "Nach einer wahren Geschichte" (Darsteller), "Das Verhör" (beide 2004), Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead" (2007).

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