Thomas Heinze

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"Allein unter Frauen": Thomas Heinze mit Jennifer Nitsch
Fotoquelle: Scotia
Thomas Heinze
Geboren: 30.03.1964 in Berlin, Deutschland

Thomas Heinze wird in Berlin als Sohn eines Amerikaners und einer Deutsch-Holländerin geboren. Bis 1973 lebt er mit drei Geschwistern in den USA, danach geht es zurück nach Deutschland. Nach ersten Theatererfahrungen an der Schule beschließt der 15-Jährige, Schauspieler zu werden.

An der Otto-Falckenberg-Schule in München macht er seine Ausbildung und sammelt schon während dieser Zeit Theatererfahrung. Er spielte an den Münchener Kammerspielen und später am Thalia Theater in Hamburg. Seine TV-Karriere beginnt mit dem Zweiteiler "Der blasse Mann/Kampf der Tiger" unter der Regie von Dieter Wedel. Bei Volker Schlöndorff spielt er in der Max-Frisch-Adaptation "Homo Faber" die präzise kleine Rolle des Kurt. Bekannt wird er mit der Komödie "Allein unter Frauen" (1991) von Sönke Wortmann.

Thomas Heinze als sanfter Macho inmitten einer Frauengruppe, als dandyhafter Verführer in der Welt des großen und schnellen Geldes, oftmals wird der Schauspieler für solche oder ähnliche Männer-Rollen ausgewählt, dennoch bedient er keine Klischees.

Seine Darstellungen sind vielmehr eigenwillige Interpretationen postmoderner Männlichkeit: coole Sprüche, weicher Blick, charmant, wenn es zum Ziel führt, aber keine Machos, die Frauen unterdrücken, kein Chauvi der alten Schule, sondern ein selbstverliebtes Kind, ein moderner Gigolo, ein bischen crazy, er ist nicht gegen die Frauen, er liebt sie.

In "Allein unter Frauen" ist Thomas Heinze Tom, ein Chauvi wie er im Buche steht, alles soll ihm zufallen, der Erfolg, die Arbeit, die Frauen. Nur nicht Überanstrengen, nicht zuhören, nichts lernen und vor allem keine Kritik einstecken. Ganz männliche Allüren, die selbst dann nicht aufhören, als er seine Arbeit verliert und bei der Freundin rausfliegt. Er schlüpft bei einem Freund unter und erklärt 'Jetzt gibt es drei Möglichkeiten: 1. Ich finde endlich 'ne Wohnung, dann brauche ich noch 'ne Frau dazu und 'nen Job, der mir das finanziert. 2. Ich finde 'nen Job, lerne dort die passende Frau kennen und mit ihr die Wohnung. 3. Ich lerne 'ne Frau mit passender Wohnung kennen, dann kann ich mir den Job sparen'. Heinze vereinigt in seiner Darstellung Nonchalance und Selbstbewusstsein.

Mit einem gewinnend selbstverliebten Lächeln klopft er seine Chauvi-Sprüche. Vor dem Spiegel kokettiert er mit der eigenen Männlichkeit und prüft kritisch sein Muskelspiel. Es sind selbstverliebte, männliche Bewegungen, Blicke, die verraten, wie überzeugt er von der eigenen Ausstrahlung ist; dass ihm eine Frau widerstehen könnte, kommt ihm nicht in den Sinn. Was soll man bei soviel Selbstbewusstsein noch sagen, ihm wird es schon gelingen denkt man, und richtig gut kann man das nicht finden.

Auf die Frage, was er an der Rolle des Arthur in Sherry Hormanns "Frauen sind was Wunderbares" (1993) mag, antwortet er, Arthur ist ein anderer Charakter, den ich bisher noch nicht gespielt habe. Und natürlich der Titel, so einiges ergibt sich ja aus dem Titel. Die Figur ist weicher, zärtlicher und verrückter als in "Allein unter Frauen", ein moderner Macho, der mit Frauen von heute so seine Schwierigkeiten hat, und sie mit ihm. Denn die Kapriolen von Arthur sind sie dann doch nicht bereit mitzumachen. Arthurs Freundin lässt die Hochzeit platzen, weil sie glaubt, daß er fremdgegangen ist. Ob es denn so war, sei dahin gestellt, ist unwichtig, denn ganz kommt sie doch nicht von ihm los. Er ist so wunderbar verrückt, wenn er mit ihr durch den Park tollt und ihr erklärt, dass er natürlich die Frauen im allgemeinen liebe, aber sie liebe er doch ganz besonders.

Heinze ist hier laut, impulsiv, die Bewegungen wirken unkontrolliert, ziellos, fahrig. Sein Lächeln ist gewinnend und offen, der Schalk sitzt ihm im Nacken. Wenn er mit dem Sohn seines Freundes Zeno auf dem Boden rumtollt, dann spürt man das Kindliche, den Spaß am Spiel.

Mit seiner Darstellung als selbstbewusster Investmentberater Stefan Lohmann in Sönke Wortmanns Fernsehfilm "Charley's Tante" (1996) persifliert er männliche Allüren, wenn er in Frauenkleidern zum Opfer männlicher Zudringlichkeit und schmieriger Komplimente wird. Ein selbstironischer Schwank, indem Lohmann mit dubiosen Geschäften schnelles Geld macht, und als das Ganze auffliegt, muss er verschwinden. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn es da nicht den Metzger Waldemar Pückler gäbe. Der ist von ihm um mehrere Millionen gebracht worden und sinnt auf Rache. Das ist die eine Geschichte.

"Charley's Tante" ist kein Remake wie "Die Halbstarken" oder "Das Mädchen Rosemarie", sondern eine originäre Story, die sich lediglich an der alten Idee einer Verwechslungskomödie orientiert. Wie in dem Klassiker aus den 50er Jahren, mit dem Heinz Rühmann große Erfolge feierte, geht es auch in der Neuverfilmung um die komischen Situationen, in die der Mann - als Frau verkleidet - leicht geraten kann. Aber die Story ist moderner und im Sinne des Zeitgeistes aufgepeppt: Die Kiddys wurden mit Handys, Kreditkarten und Haschisch ausgestattet, und der Background für den Höhepunkt der Verwechslungsszenen ist als ultramoderne Hip Party inszeniert.

Heinzes hektische Bewegungen, die modernen Yuppie-Manieren überzeugen ebenso, wie seine Darstellung als Charleys Tante. Mit unbeholfenem Gang, dem das Weibliche, Sanfte fehlt, kommt er nicht aus seinem männlichen Rhythmus heraus. Dennoch ist da der Anflug von etwas Zartem, wenn Thomas Heinze als Charley Frauengesten imitiert, und er ist rührend komisch, wenn er binnen weniger Minuten immer wieder sein Outfit ändert, vom Mann zur Frau, von der Frau zum Mann, und das immer wieder. Irgendwie persifliert sich der Lieblings- Chauvie selbst und macht die hinlänglich bekannten Rollen damit nochmal sympathischer: Er nimmt sich als Mann nicht so bierernst, als dass wir nicht auch mal kräftig darüber lachen dürften.

Dass Thomas Heinze dennoch nicht auf den netten Jungen, mit männlichem Charme festgelegt werden kann, beweist er in dem Film "Justiz" (1993) von H.W. Geissendörfer. In einer sehr präzisen Darstellung zeigt er die Entwicklung einer Person, den Reifeprozess eines Charakters.

In der Rolle des Anwalts Felix Späth verkörpert Heinze einen Mann, der nichts von der Selbstgefälligkeit und der Oberflächlichkeit hat, die wir von vielen Figuren des Schauspielers kennen. Vielmehr zeigt er einen Mann, der seine Verliebtheit eher vorsichtig und schüchtern zum Ausdruck bringt und für den die Liebe etwas Ernsthaftes ist. Heinze ist nicht der sprücheklopfende Frauenheld, seine Darstellung zeigt die tiefe Verletzung, die die Figur erlitten hat: Nicht nur eine Frau hat ihn verlassen, sondern sein ganzer Glaube an Anstand und Gerechtigkeit wird erschüttert. Er ist ganz stark, wenn er als Felix Späth betrunken die Geliebte zurückweist, die gekommen ist, um ihm alles zu erklären: 'Ich wünsche dir den Krebs in deine Gebärmutter, damit du keine solchen Monster auf die Welt bringen kannst.'

Weitere Filme mit Thomas Heinze: "Der Teufel und seine zwei Töchter" (1988), "Eine Wahnsinnsehe" (1990), "Die wahre Geschichte von Männern und Frauen", "Leise Schatten", "The Voyager" mit Julie Delpy (alle 1991), "Frohes Fest, Lucie", "Mr. Bluesman" (beide 1992), "Japaner sind die besseren Liebhaber" (1994), "Habt euch bitte wieder lieb" (1995), Das Superweib", "Widows - Erst die Ehe, dann das Vergnügen", "Geisterstunde - Fahrstuhl ins Jenseits", "Kalte Küsse", "Komm zurück, sexy Sadie" (alle 1996), "Frau Rettich, die Cherni und ich", "Ich schneide schneller (soap)", "Schlank bis in den Tod" (alle 1997), "Der große Bagarozy", "Mörderische Abfahrt - Skitour in den Tod", "Traumfrau mit Nebenwirkungen" (alle 1998), "20.13 - Mord im Blitzlicht", "Latin Lover - Wilde Leidenschaft auf Mallorca", "Neonnächte - Der U-Bahn-Schlitzer", "Sara Amerika" (alle 1999), "Die Abzocker - Eine eiskalte Affäre", "Ein Zwilling zu viel", "Laila - Unsterblich verliebt", "Wenn Männer Frauen trauen" (alle 2000), "Die Kreuzritter", "Paradise Found" mit Nastassja Kinski und Kiefer Sutherland, "Der Tag an dem ich Papa war", "Therapie und Praxis", "Papa, rua Alguem 5555" mit Charlton Heston und F. Murray Abraham (alle 2001), "Auch Engel wollen nur das Eine" (2002), "Im Visier des Bösen", "Das Wunder von Lengede" (beide 2003), "Der Wixxer","Autobahnraser" (beide 2004), "Ich bin ein Berliner", "Verführung für Anfänger", "Tatort - Das Ende des Schweigens" (alle 2005), "Die Bullenbraut 2 - Der Tod hat 17 Karat" (2006), "Neues vom Wixxer" (2007), "Marie und der Charme des Bösen", "Italien im Herzen", "Inga Lindström: Hannas Fest" (alle 2008), "Marie Brand und die Nacht der Vergeltung", "Marie Brand und das mörderische Vergessen", "Zweiohrküken" (alle 2009), "Marie Brand und die letzte Fahrt", "Die Superbullen", "Bollywood lässt Alpen glühen", "Rosa Roth - Notwehr" (alle 2010), "Marie Brand und die Dame im Spiel", "Marie Brand und der Sündenfall", "Marie Brand und der Moment des Todes" (alle 2011), "Tatort - Borowski und der freie Fall", "Marie Brand und die offene Rechnung", "Quellen des Lebens" (alle 2012), "Der Minister", "Ohne Gnade" (beide 2013).

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