Walter Matthau

Ein großer Komödiant: Walter Matthau. Vergrößern
Ein großer Komödiant: Walter Matthau.
Fotoquelle: Featureflash Photo Agency/shutterstock.com
Walter Matthau
Geboren: 01.10.1920 in New York City, NY, USA
Gestorben: 30.06.2000 in Santa Monica, Kalifornien, USA

Unter dem Namen Walter Matuschanskayasky geboren, schrieb Matthau mit seinem hundeähnlichen Gesicht voller runzeliger Knautschfalten Kinogeschichte. Mit seinem Schlafzimmerblick war er oft in Nebenrollen vor allem in kleinen Komödien zu sehen. Als Sohn jüdisch-russischer Immigranten wuchs er in New Yorks Lower East Side in Armut auf. Bereits als Elfjähriger begann er auf der Second Avenue beim Yiddish Theater zu arbeiten und bekam auch bald kleine Rollen in den Stücken. Nach der High School, versuchte er sich in unterschiedlichen Jobs und verpflichtete sich schließlich während des Zweiten Weltkriegs bei der Air Force.

Nach dem Krieg nahm er wieder Schauspielunterricht und schaffte es schnell an den Broadway und konnte bald seinen Ruf als bemerkenswerter Darsteller festigen. Ab Mitte der Fünfzigerjahre arbeitete er bereits als Charakter-Darsteller in Hollywood, wo er meistens Bösewichter mimte (z. B. "Charade", 1963; "Die 27. Etage", 1966). Beriets 1960 versuchte er sich mit dem Film "Gangster Story" als Regisseur und war auch häufig in TV-Rollen zu sehen (z.B. in der Serie "Tallahassee 7000").

Den richtigen Kick erhielt seine Karriere aber erst, als der bekannte Bühnenautor Neil Simon ihm eine Rolle extra auf den Leib schrieb: In der Komödie "Ein seltsames Paar" spielte er bereits 1965 an der Seite von Jack Lemmon am Broadway, bevor 1967 der Ein seltsames Paar entstand. Mit der Verfilmung wurde Matthau zum Star. Fortan lief das Telefon bei ihm heiß und er konnte sich vor Angeboten kaum retten. Jack Lemmon wurde für ihn zu einem wahren Freund, und die beiden sollten in Zukunft noch häufig zusammen auf der Leinwand erscheinen.

1965 entstand wieder mit Lemmon Billy Wilders "Der Glückspilz", der Matthau einen Oscar als bester Nebendarsteller einbrachte. Als bester Hauptdarsteller wurde er 1971 für "Opa kann's nicht lassen" und 1975 für "Die Sunny-Boys" nominiert. Außerdem spielte er mit Lemmon in "Extrablatt" (1974), "Buddy Buddy" (1981), Oliver Stones "John F. Kennedy - Tatort Dallas" (1991) sowie "Die Grasharfe" (1995). Besonders gelungen sind die beiden Filme, in denen Lemmon und Matthau als befreudete Nachbarn ständig zu Widersachern werden: "Ein verrücktes Paar - Alt, verkracht und frisch verliebt" (1993) und dessen Nachfolger "Ein verrücktes Paar - Der dritte Frühling" (1995). Mit Lemmon sah man Matthau dann noch in "Tango gefällig?" (1997) sowie "Immer noch ein seltsames Paar" (1998).

Der große Hollywood-Star mit dem Gardemaß von 1,90 Meter führte zwei Ehen und war Vater von drei Kindern. In "Aufgelegt!" (2000), seinem letzten in Deutschland gezeigten Film, starb Matthau einen vergnüglichen Leinwandtod und hinterließ drei unterschiedlich trauernde Töchter. Ziemlich genau drei Monate vor seinem 80. Geburtstag besiegelte ein Herzinfarkt das Ende des Anti-Helden. Der leidenschaftliche Spieler hatte bereits eine Bypass-Operation hinter sich. Eine neuerliche Attacke in der Nacht auf den 1. Juli 2000 überlebte er nicht mehr. Er starb in einem Krankenhaus in Santa Monica. Seine amüsanten Filme werden uns im Fernsehen in regelmäßigen Abständen begleiten. Wolfgang Völz lieh dem Charakter-Komiker die charakterischte knarrende deutsche Synchronstimme.

Weitere Filme mit Walter Matthau:

  • Die Fünfzigerjahre: Burt Lancasters Western "Der Mann aus Kentucky" (1955), André de Toths Western "Als Vergeltung sieben Kugeln" (1955) mit Kirk Douglas, Arnold Laven Kriminalfilm "Drei Schritte vor der Hölle" (1957), Elia Kazans Melodram "Ein Gesicht in der Menge" (1957), Jesse Hibbs' Western "Der weiße Teufel von Arkansas" (1958) mit Audie Murphy, Harry Kellers Melodram "Die Stimme im Spiegel" (1958), Michael Curtiz' Musikfilm "Mein Leben ist der Rhythmus" (1958) mit Elvis Presley.

     

  • Die Sechzigerjahre: Richard Quines Drama "Fremde, wenn wir uns begegnen" (1960, wieder mit Kirk Douglas), erneut mit Douglas in Dalton Trumbos "Einsam sind die Tapferen" (1962), Daniel Manns Komödie "Immer nur Deinetwegen" (1962) mit Dean Martin, Sidney Lumets Drama "Angriffsziel Moskau" (1963) mit Henry Fonda, Joshua Logans Militärkomödie "Operation Pazifik" (1963) mit Burl Ives, Vincente Minnellis Komödie "Goodbye Charlie" (1964) mit Tony Curtis, Gene Kellys Komödie "Leitfaden für Seitensprünge" (1966), Gene Saks Komödie "Die Kaktusblüte" (1969) mit Ingrid Bergman, Gene Kellys Musical "Hello, Dolly!" (1969) mit Barbra Streisand.

     

  • Die Siebzigerjahre: Arthur Hillers Komödie "Hotelgeflüster" (1970), Elaine Mays Komödie "Keiner killt so schlecht wie ich" (1970), Don Siegel Gangsterfilm "Der große Coup" (1972), Stuart Rosenbergs Thriller "Massenmord in San Francisco" (1973), Joseph Sargents Actionthriller "Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123" (1974), Mark Robsons Katastrophenfilm "Erdbeben" (1974), Michael Ritchies Komödie "Die Bären sind los" (1976) mit Vic Morrow, Martin Ritts Tragikomödie "Der Champion" (1977), Howard Zieffs Komödie "Hausbesuche" (1977) Glenda Jackson, Herbert Ross' Komödie "Das verrückte California Hotel" (1978) mit Jane Fonda, Walter Bernsteins Komödie "Ein reizender Fratz" (1979) mit Julie Andrews.

     

  • Die Achtzigerjahre: Ronald Neames Spionagethriller "Agentenpoker" (1980) und Neames Komödie "Am ersten Montag im Oktober" (1981), Herbert Ross' Komödie "Eigentlich wollte ich zum Film" (1982) mit Ann-Margret, Michael Ritchies Komödie "Die Überlebenskünstler" (1983) mit Robin Williams, William Ashers Komödie "Achtung, Dinosaurier!" (1985) mit Steve Martin, Roman Polanskis Abenteuerfilm "Piraten" (1985), Michael Ritchies Komödie "Der Couch Trip" (1987) mit Dan Aykroyd, Roberto Benignis Komödie "Ein himmlischer Teufel" (1988) mit Stefania Sandrelli, Joseph Sargents Drama "Anwalt des Feindes" (1989).

     

  • Die Neunzigerjahre: Delbert Manns Gerichtsfilm "Ein Recht zu Leben" (1991), Nick Castles Komödie "Dennis" (1993), Delbert Manns Drama "Oftmals trügt der Schein" (1993), Fred Schepisis Liebekomödie "I.Q. - Liebe ist relativ" (1994) mit Tim Robbins, Herb Gardners Tragikomödie "Ich bin nicht Rappaport" (1996) mit Amy Irving sowie in der Regiearbeit seines Sohnes Charles "Papas zweiter Frühling" (1998).

Zur Filmografie von Walter Matthau
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