Willem Dafoe

Schauspieler Willem Dafoe. Vergrößern
Schauspieler Willem Dafoe.
Fotoquelle: Andrea Raffin/shutterstock.com
Willem Dafoe
Geboren: 22.08.1955 in Appleton, Wisconsin, USA

Die nicht sonderlich anspruchsvolle Rolle des bösen Green Goblin alias Norman Osborn als Gegenspieler von Tobey Maguire in dem Blockbuster "Spider-Man" (2002) machte Willem Dafoe weltbekannt. Zu diesem Zeitpunkt war der Schauspieler Cineasten längst bekannt und schon über 20 Jahre im Film-Geschäft. Für seine zahlreichen schauspielerischen Meisterleistungen hatter er zudem bereits zwei Oscar-Nominierungen vorzuweisen und zahlreiche Preise gewonnen. So ist Dafoes sterbender Sergeant Elias in Oliver Stones "Platoon" (1986, Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller) unvergessen, ebenso wie seine wunderbare Vorstellung als Blutsauger Max Schreck in Elias Merhiges Drama "Shadow of A Vampire" (2000), die ihm seine zweite Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller einbrachte.

Eine Schönheit ist er sicher nicht, der Mann aus Appleton in Wisconsin, viele finden ihn sogar hässlich, andere mögen seine markanten. tief in sein Anlitz eingegrabenen Gesichtszüge. Nichts desto trotz ist Willem Dafoe immer erfolgreich gewesen. Sein Filmdebüt gab der großartige Bühnenschauspieler 1980 ungenannt in Michael Ciminos verkanntem Meisterwerk "Heaven's Gate - Das Tor zum Himmel" und kurz danach spielte er den Anführer einer Motorradgang, der sich mit einer 16-Jährigen einlässt, die mit dem eigenen Vater ein Verhältnis hat. Kathryn Bigelows Film "Die Lieblosen" (1982) wurde aber erst Jahre später uraufgeführt. Für Dafoe wirkte sich das nicht negativ aus, denn noch im gleichen Jahr spielte er in Tony Scotts bizarrer Vampirgeschichte "Begierde" an der Seite der seinerzeit schon berühmten Catherine Deneuve und Susan Sarandon.

Danach folgten erste Hauptrollen, so etwa als Mechaniker in der Actionkomödie "Highway 66 an" (1983), in der er mit Judge Reinhold ein Großmaul in seine Schranken verweist, als Bandenführer in Walter Hills Actionromanze "Straßen in Flammen" (1984) oder als Geldfälscher Eric Masters in William Friedkins spannend-effektvollen, oft sehr brutalen Polizeithriller "Leben und Sterben in L.A." (1985) - sicherlich ein erster großer Höhepunkt in Dafoes Filmkarriere. Nach seinem Auftritt in dem schon genannten, vielfach preisgekrönten Antikriegsfilm "Platoon" sah man Dafoe in der Hauptrolle des Kriminalfilms "Saigon", in dem er als Armeepolizis Buck McGriff im Saigon des Jahres 1968 einem brutalen Serienmörder überführt, der es auf vietnamesische Prostituierte abgesehen hat.

Unvergessen bleibt sicher Dafoes Darstellung des Jesus Christus in Martin Scorsese eigenwilligem Melodram "Die letzte Versuchung Christi" (1988), das die Hauptperson sehr menschlich darstellt und seinerzeit für einen Skandal sorgte, denn man titulierte das Werk als blasphemisch, ohne dass die (vor allem kirchlichen) Kritiker den Film gesehen hatten. Ebenfalls 1988 spielte Dafoe neben Gene Hackman einen FBI-Agenten in Alan Parkers "Mississippi Burning - Die Wurzel des Hasses" (1988), der in den amerikanischen Südstaaten dem Ku-Klux-Klan auf der Spur ist. Danach war es erneut Oliver Stone, der Dafoe für seine gefeierte Regiearbeit "Geboren am 4. Juli" an der Seite von Tom Cruise" verpflichtete, während er in schockiernden Sportlerdrama "Triumph des Geistes - Ein Boxer in der Hölle" in die authentische Rolle des griechisch-jüdischen Boxers Salamo Arouch schlüpfte, der das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebte.

Unvergessen bleibt auch Dafoes psychotischer schwarze Engel Bobby Peru in David Lynchs radikalem Roadmovie "Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula" (1990), das 1990 in Cannes die Goldene Palme gewann. Seine gekonnte Vorstellung als trübsinniger und schlafloser Dealer an der Seite von Susan Sarandon in Paul Schraders "Light Sleeper" konnte den Kriminalfilm allerdings nicht retten. Ein solider Thriller ist dagegen Roger Donaldsons Regiearbeit "White Sands - Der große Deal" (1992), in dem Dafoe den Sheriff Ray Dolezal verkörpert, der mitten in der Wüste einen ungewöhnlichen Mordfall aufklären soll.

Dass Dafoe auch kleineren Produktionen gegenüber aufgeschlossen ist. zeigte er im Jahr darauf als Emit Flesti in Wim Wenders Berlin-Parabel "In weiter Ferne, so nah!" (1993), während er mit Phillip Noyces Harrison Ford-Streifen "Das Kartell" (1994) ins Genre des Actionthrillers zurückkehrte. Seine Vielseitigkeit stellte Dafoe noch im gleichen Jahr erneut in Anna Maria Tatòs melodramtischen Kostüm-Liebesreigen "Die Nacht und der Augenblick" als Baron und Casanova unter Beweis, ebenso wie in Anthony Minghellas opulent in Szene gesetztem und mit neun Oscars ausgezeichneten Melodram "Der englische Patient" (1996) an der Seite von Ralph Fiennes und Juliette Binoche. "Basquiat" (1996) hingegen ist ein gute besetzte, aber filmisch nicht überzeugende Künstlerbiographie von Julian Schnabel, während Paul Schraders "Der Gejagte" (1997) ein Familiendrama mit Nick Nolte, Sissy Spacek und James Coburn ist. Nach seiner Rolle in Abel Ferraras Sciencefiction "New Rose Hotel" als Partner von Christopher Walken - hier soll er mit Hilfe eines Callgirls (Annabella Sciorra) einen berühmten Pharmakollogen für ein Konkurrenzunternehmen abwerben -, konnte er an der Seite von Harvey Keitel Paul Austers Regiedebüt "Lulu On The Bridge" (1998) mit Hilfe von Mira Sorvino und Gina Gershon zwar halbwegs retten, doch als gelungen kann man dieses Mystery-Drama nicht bezeichnen.



Besonders gut ist Willem Dafoe danach wieder in Troy Duffys "Der blutige Pfad Gottes" (1999), eine blutige Mischung aus Gangsterballade, Thriller und Farce, in der er als exzentrischer FBI-Mann ein Killertrio jagt, das glaubt, im Auftrag Gottes zu handeln. Als er ihre "Misson" erkennt, hilft er ihnen sogar ... Weniger gelungen war dann allerdings wieder David Cronenbergs Sciencefiction-Thriller "eXistenZ" (1999) mit Jennifer Jason Leigh und Jude Law. In die Rolle eines Killer-Jägers schlüpfte Dafoe erneut in Mary Harrons Drama "American Psycho", und in "Auto Focus" (2002, erneut unter der Regie von Paul Schrader) war er der seltsame Videotechniker John Carpenter, der den überaus erfolgreichen TV-Star Bob Crane (Greg Kinnear) in den Sechzigerjahren dazu überredet, seine sexuellen Fantasien auszuleben und auf Video festzuhalten. Dagegen war er in Robert Rodriguez' wenig überzeugendem Abschluss der Mexiko-Trilogie "Irgendwann in Mexiko" (2003) (nach "El Mariachi" und "Desperado") lediglich in einer kleinen Nebenrolle als Barillo zu sehen. Regisseur Pieter Jan Brugge besetzte Dafoe danach als Kidnapper von Robert Redford in "Anatomie einer Entführung" (2004), seinen Auftritt in der belanglosen Abenteuerkomödie "Die Tiefseetaucher" hätte sich Dafoe dagegen sparen können.

Viel besser war Martin Scorseses "Aviator", ein Mix aus Drama und Biopic (alle 2004) um den legendären Multimillionär Howard Hughes, der von Leonardo DiCaprio grandios verkörpert wurde, "xXx 2 - The Next Level" (2005), der Actioner von Lee Tamahori, war dagegen ein unlogisch-idiotischen Spektakel. Lars von Triers Drama "Manderlay" (2005) ist kaum mehr gelungen, doch die Bekanntschaft mit dem Regisseur brachte Dafoe die Rolle in des Mannes in dessen umstrittenen Skandalwerk "Antichrist" (2008) ein, für das Dafoe mit dem dänischen Bodil-Award als bester männlicher Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Zuvor sah man Dafoe allerdings noch als Ermittler in Spike Lees überaus überzeugend inszenierten Thriller "Inside Man" (2006),

Und selbst in schwachen Filmen, die man rasch vergessen möchte, bringen seine Darstellung, seine Kraft und Intensität etwas Besonderes ein. So steuerte er als Partner von Sandra Bullock in Jan de Bonts "Speed II" (1997) als psychopathischer Computerfreak das von ihm gekaperte Karibikschiff auf Kollisionskurs mit einem Tanker, in Mark Peploes "Victory" (1995) nach Joseph Conrad war er ein zwielichtiger Abenteurer mit dunkler Vergangenheit. Anders als die meisten amerikanischen Stars äußert er sich über die Arbeiten, für die er auf Promotiontour unterwegs ist, eher ausweichend, dennoch stellt er sich immer hinter seine Arbeit und seine Regisseure, selbst wenn er damit unzufrieden sein muss - wie etwa als Liebhaber von Madonna in dem desaströsen Thriller "Body of Evidence" (1992).

Dafoe hat oft erklärt, dass er keine Rolle nur wegen der Gage annimmt, wohl aber Konzessionen zu machen bereit ist, um von Zeit zu Zeit auf der Leinwand präsent zu sein; das müsse man, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Der beliebte Schauspieler hatte sich in den letzten Jahren im Kino rar gemacht, dafür war der Sohn eines Chirurgen und einer Krankenschwester viel auf der Bühne präsent. Deutsche Zuschauer konnten ihn auch bei einem Gastspiel in Berlin als Heizer Yank in Eugene O'Neills aufregendem Einakter "Der haarige Affe" sehen. Jahrzehnte lang war Dafoes ehemalige Lebensgefährtin Elizabeth LeCompte die bevorzugte Regisseurin seiner Bühnenarbeit. Gemeinsam mit Kollegen, die zugleich Freunde sind, betreiben sie die "Wooster Group". Seit 2005 ist Dafoe mit der 20 Jahre jüngeren italienischen Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Giada Colagrande verheiratet, mit der er ikm gleichen Jahr den Schmarrn "Black Widow - Verhängnisvolle Affäre" drehte.

Weitere Filme mit Willem Dafoe: "Mr. Ripley und die Kunst des Tötens" (2005), "American Dreamz - Alles nur Show", "Paris, je t'aime" (alle 2006), "Mr. Bean macht Ferien", "Ein Freund gewisser Damen - The Walker" (beide 2007), "Zurück im Sommer", "Ein Leben für ein Leben - Adam Resurrected", "Daybreakers" (alle 2008), "Dust of Time", "Mitternachtszirkus: Willkommen in der Welt der Vampire", "Der fantastische Mr. Fox" (Sprecher im Original), "Ein fürsorglicher Sohn" (alle 2009), "Miral" (2010), "The Hunter" (2011), "John Carter - Zwischen zwei Welten" (2012), "Nymphomaniac 1", "Grand Budapest Hotel", "Auge um Auge" (alle 2013), "Nymphomaniac 2", "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (beide 2014).


Zur Filmografie von Willem Dafoe
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