Krimis im ZDF


Prisma-Chefredakteur Detlef Hartlap
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Der Mensch bedarf fester Zeiten, Sitten und Rituale, das Fernsehen hilft dabei ungemein. Die Tagesschau etwa scheidet den Tag vom Abend, die Sportschau ist des braven Mannes Peepshow, die Wetterkarte löst, so oder so, seelenvolle Seufzer aus. Und der ZDF-Krimi am späteren Sonntagabend beschließt die Woche. Jedenfalls bei mir.

Diese meist englischen Krimis könnten reines Vergnügen sein, säßen beim ZDF nicht Leute, denen es schnurz zu sein scheint, in welcher Reihenfolge sie ihre besten Stücke zeigen.

Nehmen wir nur Seine Lordschaft, den guten Inspector Linley, der mich immer an einen traurigen Chris Rea erinnert: Mal schwimmt er in schwerem Ehegewässer, dann wieder segelt er so solo, dass sich selbst seine entenschnäblige Assistentin Havers Hoffnungen machen darf.

In "Hautnah – die Methode Hill" wurden Psychologe und Kommissarin gerade ein Paar, nur um sich in den nächsten Folge als Fremde zu begegnen. Zum Spaßverderben wird ab und zu ein Inspector Barnaby eingestreut, bieder wie ein Schottenrock, oder gar eine Traumschiff-Gala.

Derzeit ist sonntags Hallgrimsson angesagt. Alte Folgen, versteht sich, obwohl es reichlich neue gäbe. Immerhin stimmt die Reihenfolge.


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