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Für Tanja Bögner ist die Sache viel einfacher: Sekretärin ist für sie der Traumberuf. Bögner, 1970 im westfälischen Hamm geboren, verfügt als Vorstandsassistentin über langjährige Erfahrungen, spricht vier Fremdsprachen und wurde 2006 von einer Fachjury zu "Deutschlands bester Sekretärin" gewählt (prisma 38/2006).
In ihrem Buch erklärt Bögner, worauf es heute ankommt, um das Vorzimmer effizient zu führen: Zeitmanagement und Organisationstalent sind Grundvoraussetzungen, Protokoll- und Kommunkationsführung ebenso. Zum Fachwissen sollte unbedingt auch eine geschärfte soziale Kompetenz hinzukommen.
Ein weites Feld, schwierig zu vermessen und doch von enormer Bedeutung. Dazu gehört zuerst einmal der Umgang mit dem Chef.
Was für ein Typ ist er denn: Morgenmuffel, Softie, Nörgler? Oder Chaot, Löwe, Bremser? Egal, meint Bögner: "Mit den Chefs ist es wie mit dem Wetter - auf die richtige Kleidung kommt es an." Die gewiefte Sekretärin beobachtet seine Stärken und Schwächen, analysiert sein Verhältnis zu anderen Menschen und zieht ihre Schlüsse. "So kommen Sie mit jedem Chef klar."
Auch für den Umgang mit den nicht immer lieben Kollegen gibt Bögner Ratschläge. Die Dinge einfach treiben lassen - davon hält sie nichts. Schließlich ist das Sekretariat oftmals die "Psychopraxis" des Unternehmens. Dort muss manches Zipperlein geheilt werden, bevor eine chronische Krankheit daraus wird.
So führt Bögner ihre Kolleginnen durch den klippenreichen Büroalltag und berät mit Sachverstand und Witz, wie man sich behauptet. Entscheidend ist dabei eine Einstellung, die wohl am schwersten zu lernen ist: Nie ohne Humor und Gelassenheit ans Werk gehen! Schafft die Sekretärin das alles jedoch, dann ist sie her die kluge Managerin als eine aufopferungsvolle Miss Moneypenny im Dienste des großen Bond.
Bögners Buch liest sich wie eine Erwiderung auf Katharina Münks bitterböser Abrechnung mit den Gebaren der Bosse im Top-Management: "Und morgen bringe ich ihn um." Was nur demonstriert, dass es viele Ansätze gibt, im Berufsleben die Fäden zu ziehen, ohne dass sie zum persönlichen Fallstrick werden. JB