| Haustiere |
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Allerdings leiden die modernen Schweine stärker unter Sonnenbrand als ihre naturfarbenen Ahnen; der Aufenthalt im Freien ist für das Hausschwein nicht ohne Gefahr.
Dabei können Schweine für die Landschaftspflege draußen nützlich sein. Mit ihrem keilförmigen kräftigen Kopf samt Rüssel pflügen sie Wiesen um, wo sie nicht nur Grünzeug, sondern auch tierisches Eiweiß suchen.
Darin ähneln sie dem Menschen. Sie sind auf Mischkost angewiesen und kombinieren Pflanzen- und Fleischnahrung.
Im Boden finden sie Engerlinge, Larven, Würmer und auch mal Aas oder ein Mäusenest – für ein Schwein die ideale Beikost zum Pflanzlichen, das in Mengen vertilgt wird. Selbst einen unvorsichtigen Hasen verschmähen sie nicht, wenn er sich schnappen lässt. Die schweinische Wühlarbeit wirkt in etwa so wie das Pflügen oder Umgraben auf dem Acker und im Garten. Pflanzen wie der Kleefarn gedeihen fast nur auf Schweineweiden. Weil es die nicht mehr gibt, ist der Kleefarn so gut wie ausgestorben.
Schweine, die ihr Futter weitgehend selbst suchen, liefern besseres Fleisch als Mastschweine, denen die Ration vom Automaten portioniert wird. So stammt der wertvollste Schinken, den es zu kaufen gibt, von spanischen Eichelmastschweinen.
Auch in Deutschland gibt es inzwischen Versuche, die alten Rassen aufleben zu lassen. Und auch wenn die "Bentheimer" oder "Schwäbisch Hällischen Schweine" von heute nicht mehr so ganz ihren Vorfahren gleichen, bieten sie doch hinreichend genetisches Material für sogenannte "Rückzuchten".
Ein Geschäft ist mit den Weideschweinen nicht zu machen. Ihr Fleisch ist hochwertiger als alles, was aus den genormten Schweineställen kommt, aber auch deutlich teurer in der Erzeugung.
Es dauert über ein Jahr, bis Tobias Markus den Metzger rufen kann.
Die "Vermarktungsschweine" bringen es dagegen in nur fünf bis sechs Monaten auf ein Schlachtgewicht von durchschnittlich 110 Kilogramm. Die Behörden verlangen zudem wilddichte Zäune inklusive eines Elektrozauns, um die unternehmungslustigen Schweine im Zaum zu halten. Das kostet.
Der deutsche Wald gehört den Wildschweinen. Bauern betrachten die Tiere als Landplage, weil sie in Getreide- und Maisfelder einfallen. Das bleibt lange unbemerkt, denn die klugen Tiere fressen sich, gleichsam inkognito, im Feld von innen nach außen.
Mais lieben sie besonders. Und weil von Jahr zu Jahr mehr davon angebaut wird, fühlen sich die Säue wie im Schlaraffenland. Noch vor einiger Zeit warfen Bachen einmal pro Jahr.
Inzwischen werden sie zweimal jährlich trächtig, die Jäger können gar nicht genug Säue schießen.
Und weil sich die Landwirte saumäßig über die Schäden ärgern, sind sich Bauern und Jagdpächter längst nicht mehr grün. Gerd Eber
Foto: Gerd Eber