Müssen es denn immer die Alpen sein? Auch weniger bekannte Wintersportregionen haben schöne Pisten
Heli-Skiing ist Sport und Extrem-Abenteuer in einem. In unseren Breiten wegen der Naturbelastung weitgehend verboten, wird es in einigen Schneeregionen außerhalb Europas betrieben |
Strahlend blauer Himmel, leuchtend weiße Pisten: So sieht der Traum überzeugter Winterurlauber aus. Klirrende Kälte macht sie regelrecht heiß, ohne Après-Ski finden sie keine Erholung. Auch in diesem Winter lassen sich die Deutschen trotz der Rezession ihre Lust am Winter in der Ferne nicht verderben.
Kamtschatka: Verbotene Halbinsel
Endlose Abfahrten in einer unberührten Landschaft vulkanischen Ursprungs machen Kamtschatka zum neuen Mekka des Heli-Skiing. Die Halbinsel im tiefsten Osten Sibiriens war jahrzehntelang militärische Sperrzone. Wer diese einsamen Weiten sportlich bereisen will, dem bleibt fast nichts anderes übrig, als mit dem Helikopter einzuschweben. Ansonsten herrscht hier paradiesische Stille, hin und wieder unterbrochen vom dunklen Ruf des Braunbären im meterhohen Schnee. Ausgangspunkt ist die regionale Hauptstadt Petropawlowsk. Von dort geht der Flug auf den höchsten aktiven Vulkan, den Koryasky (3456 Meter). Die Abfahrt erfolgt mit Betreuer. Auch der Après-Ski ist hier anders: Statt Hüttenbesuch fliegt man zu einem Geysir und lässt sich mit heißem Quellwasser berieseln.
Saison: März bis Mai
www.aeroski.com
Eine feine Adresse für außergewöhnliche Ski-Abenteuer inklusive Heli-Skiing ist auch der Kaukasus. Pioniere testen schon mal die Pisten nahe Sotschi, wo 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden werden.
www.poezdka.de
Marokko: Winter unter Palmen
Nicht weit von Kasbahs und orientalischen Königspalästen entfernt kann man in dem nordafrikanischen Land prächtig die Abhänge hinunterwedeln. Zum Skilanglauf geht es in den Mittleren Atlas, zu alpinen Schussfahrten in das Hochatlasgebirge. Hier liegt das beliebte Wintersportzentrum Oukaimeden, 75 km südlich von Marrakesch, auf 2650 Meter Höhe. Ein Sessellift führt auf den 3265 Meter hohen Gipfel. Drei Skipisten führen hinunter nach Oukaimeden. Vorteil: Sollte mal ein Lift versagen, heuert man einen Esel an. Zwar kann man dort oben gut übernachten, viele Winterurlauber kombinieren jedoch die Bergwelt Oukaimedens mit den Palmenhainen von Marrakesch. Von der alten Königsstadt aus statten sie der Bergwelt Tagesausflüge ab.
Saison: Dezember bis April
www.marokko-ferien.de
Tschechien: Auf den Fersen Rübezahls
Die goldene Stadt Prag ist eine Reise wert. Sechs Wintersportregionen - mit hoher Schneesicherheit und rasch erreichbar - sind es gewiss auch. In der Heimat von Rübezahl, dem Riesengebirge (tschechisch Krkonoše) im Norden Tschechiens, findet man die bestens ausgestatteten Skizentren des Landes. Anfänger und Fortgeschrittene finden hier reichlich Abfahrtsstrecken und Langlaufloipen. Skiregionen wie Spindlermühle, Harrachov, Pec pod Snezkou und Janske Lasne haben eine lange Wintersporttradition; die Schneekoppe (1602 Meter) grüßt die Alpinis-ten. In fast jedem Skiort gibt es Skischulen und Verleihstationen. Die Preise für Unterkünfte und Skipass sind moderat.
Saison: November bis April
www.czechtourism.com
Türkei: Schussfahrt im Nationalpark
Wen es nicht nur an die Strände zieht, sollte auch einmal die Ski-Regionen des Landes testen. Schnee gibt es reichlich. Eines der beliebtestenWintersportparadiese liegt im Uludag-Nationalpark bei Bursa, 150 Kilometer südlich von Istanbul. Auch Einheimische wedeln hier gerne die Abhänge hinab. Es gibt 13 Sessel- und Schlepplifte, 30 Pisten sowie mehrere Ski-Schulen.
Saison: Dezember bis März.
Palandöken, bei Erzurum im östlichen Kappadokien gelegen, wartet mit bis zu drei Meter hohem Pulverschnee auf. Vorzüge des Wintersportgebiets sind seine Höhenlage (2200 bis 3100 Meter), zahlreiche Pisten und eine lange Skisaison.
Saison: November bis April, auch für Sommer-Ski gerüstet.
www.reiseland-tuerkei-info.de
Dubai: Schnee im Wüstensand
Schwer vorstellbar, bei 40 Grad Außentemperatur die Piste hinabzusausen. Doch was immer in Dubai geschieht, es ist gut für einen Superlativ. Gerade erst wurde die künstliche Insel "Palm Jumeirah" vor der Küste des Emirats eingeweiht, aber auch beim "Ski Dubai" haben die Scheichs nicht gekleckert. Der Ski-Dome soll die größte Schneehalle der Welt sein. Er ist drei Fußballfelder groß und hat fünf Ski-Pisten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden - darunter die weltweit einzige schwarze Hallen-Abfahrt. Luxushotel, Materialverleih, Shops für Skimode und Restaurants machen das "Ski Dubai" zu einer exotischen Winterwelt inmitten der Wüste.
Saison: immer
www.skidxb.com
Japan: Wo es Medaillen regnete
Wenn es um den nächsten Winterurlaub geht, denken wir Mitteleuropäer nicht gleich an das Land der aufgehenden Sonne. In der Präfektur von Nagano (nordwestlich von Tokio) erheben sich die Japanischen Alpen bis zur Höhe von über 3000 Metern. Der beliebte Landstrich, Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1998, trumpft mit vielseitigen Skigebieten, etwa Shiga Kogen, das weltweit zu den größten Wintersportzentren zählt. Im Norden bietet die Insel Hokkaido wegen des sibirischen Wettereinflusses hohe Schneesicherheit. Acht bis zehn Meter Pulverschnee pro Saison ist keine Seltenheit. Die Skigebiete nahe Sapporo, Olympiastadt von 1972, sind für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.
Saison: November bis Mai
www.tischler-reisen.de
Chile: Pulverschnee im Sommer
Wer den Winterski in unseren Breiten verpasst, kann ihn im Sommer in der südlichen Hemisphäre nachholen. Etwa in den Anden, einer der spektakulärsten Skiregionen der Welt. Die grandiose Gebirgswelt mit Gletscherbergen, Vulkanlandschaften und subarktischen Lebensräumen bietet unterschiedlichsten Ansprüchen reichlich Auswahl. Gleich in der Umgebung Santiagos ist man mittendrin im schönsten Pulverschnee: Portillo, Valle Nevado und Chillan zählen zu den beliebtesten Wintersportorten.
Saison: Juni bis Oktober
www.ski-sun.com/chile.htm
Foto: www.heliskiingreview.com