Interview

Herr Dr. Laurisch, warum müssen wir die Nuckelkaries fürchten?


Zahnarzt Dr. Lutz Laurisch
¿T?
Lutz Laurisch: Tatsächlich nimmt die Milchzahn- oder Nuckelkaries bei den Zwei- bis Dreijährigen stark zu. Der Grund liegt im schlechten Ernährungsverhalten bereits im Kleinkindalter: viele Zwischenmahlzeiten, das Beruhigungsfläschchen vor dem Zubettgehen, reichlich gezuckerte Säfte, Eistee, Süßigkeiten. Was viele Eltern übersehen: Auch vermeintlich zuckerfreie Säfte enthalten zahnschädlichen Fruchtzucker.

Prisma: Welche Folgen hat frühe Karies - die Milchzähne fallen schließlich aus?
Laurisch: Kariöse Milchzähne bilden einen ansteckenden Kariesherd für die nachwachsenden bleibenden Zähne. Deren Schmelz benötigt zwei Jahre zur Härtung, genug, um auch diese Zähne anzugreifen.

Prisma: Was raten Sie Eltern in puncto Mund- und Zahnhygiene ihrer Kinder?
Laurisch: Vor allem in den ersten Jahren sollten Kinder möglichst wenig Zucker zu sich nehmen, die Nuckelflasche gehört ab dem ersten Lebensjahr langsam ausrangiert. Zweimal täglich die Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahncreme putzen. Sobald sich der erste Zahn meldet, sollte das Kind dem Zahnarzt vorgestellt werden. Mit diesen einfachen Mitteln hat Karies kaum eine Chance. (bär)

Zahnarzt Dr. Lutz Laurisch leitet das Fortbildungsinstitut für Prävention in Korschenbroich.

Tipps zur Zahngesundheit für Eltern und Kinder

Foto: privat


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