Ulrike Mattern-Ott |
Nun ist es endgültig: Sie lassen sich scheiden. Ihr Sohn hat endlich verstanden, dass es ernst wird. Die Tochter sagt sogar, dass sie es besser findet, weil beide Elternteile getrennt entspannter seien. Wenn nur die neue, höchst ungewohnte Form des Miteinanders klappen würde! Ein Paar, das kein Paar mehr ist, bleibt sein Leben lang Eltern. Und das ist kein leichtes Unterfangen.
Wer macht schon mit seinem Gegenüber gute Geschäfte, wenn man sich privat nichts Gutes wünscht? Selbst wenn es hart klingt: Vielleicht sollten getrennte Eheleute geschäftsmäßig, also nüchtern und vorausschauend über ihre Zukunft sprechen, um eine seelische Insolvenz der Kinder zu verhindern.
Das gelingt jedoch nur, wenn sie vor der endgültigen Trennung die gefährlichsten Stolpersteine aus dem Weg räumen.
- Thema Geld Kinder absolut heraushalten. Also kein Vorwurf an den Ex-Partner: "Du fährst zwar in Urlaub, bezahlst aber nicht die Klassenfahrt."
- Thema Besuchsregelung Kein Aufrechnen! "Du darfst dich auch mal mit den Hausaufgaben herumschlagen, anstatt immer nur dem Freizeitspaß zu frönen."
- Thema neuer Partner Ganz brisant, da oft bei den Kindern ein unterschwelliges "Ich darf sie oder ihn nicht gut finden" mitschwingt.
- Thema Neue Familie Zwar hat der neue Partner Vorrang. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass Kinder den getrennten Elternteil regelmäßig für sich alleine brauchen und nicht immer nur im neuen Doppelpack.
Sind diese Konflikte entschärft, kann auch ein trauriges Geschäft gelingen.
Ulrike Mattern-Ott ist Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie