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Schmuck - Licht auf die Häupter meiner Schönen!

Schein, wem Schein gebührt: Marc Mann bringt Ketten und Ringe aus Glas so schön zum Leuchten, dass ein neuer Trend entstand

Blue Blossom
¿T?
Würzburg, kurz nach dem Fall der Mauer. Markus Huppmann, damals 20 Jahre alt, durchstöbert den Flohmarkt und wird bei einem Trödler fündig, der ein ganzes Arsenal alter mundgeblasener Apotheker-Fläschchen aus der DDR anzubieten hat.

Für kleines Geld kauft er die Charge, nicht wissend, was er eigentlich mit den Flakons anfangen soll.

Jahre vergehen und die Fläschchen verstauben im Keller Huppmanns, der als IT-Spezialist an kreativen Softwarelösungen bastelt. Dann kommt ihm die Idee. Inspiriert vom Schein einer roten Ampel mitten in der Nacht schießen ihm plötzlich seine Apotheker-Fläschchen durch den Kopf. Aufgereiht an einer Schnur und beleuchtet von LED-Lampen, so denkt er, müssten sie eine extravagante Schmuckkette ergeben.

Und tatsächlich, kurze Zeit später strahlt Freundin Isabell dank ihrer neuen Leuchtkette förmlich auf. Den IT-Experten lässt seitdem der LED-Schmuck nicht mehr los.

Nach Hamburg umgezogen, verbrachte er Stunden am Ufer der Elbe immer auf der Suche nach altem Glas, das vom Fluss in die ungewöhnlichsten Formen geschmirgelt wurde. Fündig wurde Huppmann vor allem am Strand des berühmten Schiffstauchers Friedrich Matthias Harmstorf (gestorben 1903).

Broken Beautys
¿T?
Eine Idee hatte sich in Huppmanns Kopf festgesetzt: nur mit Broken Beautys, zerbrochenen Glasscherben, wollte er alte Schönheit in zeitgenössischer Fassung präsentieren. "Aus Glas wird Abfall, aus Abfall wird Glas, der Kreislauf währt ewig, wie beim Gold", philosophiert Markus Huppmann, der sich den Künstlernamen Marc Mann zulegte, mit Top-Designern wie Ingo Maurer und Marcel Wanders zusammengearbeitet hat, mit einer Galerie in Hamburg kooperiert und seine Glasobjekte für 2500 bis 3500 Euro verkauft, manchmal auch vermietet.

Zu seinen teuersten Objekten gehört LED-Schmuck aus antiken Handelsperlen, den Trade Beads. Sie wurden vor 400 Jahren in europäischen Manufakturen hergestellt, um damit in Afrika Palmöl, Elfenbein und wohl auch Sklaven zu bezahlen. Heutzutage erleben diese Handelsperlen eine Renaissance, indem sie in gegenläufiger Richtung gehandelt werden. In West-Afrika, vor allem in Mali, werden sie gesucht, gesammelt und auf Stränge aufgezogen. Zwischenhändler verkaufen die Perlen bis nach Europa und in die USA. Hier sind die Stränge begehrte Sammler-Objekte und teuer wie Gold.

An neuen Ideen für seine Kollektion jewelight’s mangelt es nicht. So denkt Marc Mann an einen Glasschmuck, der per Pulsmesser die Herzfrequenz seiner Trägerin misst und - je nach Erregungszustand der Dame - den Schmuck intensiv leuchten lässt. Ein Ring des Schmuckdesigners kann multifunktional als Brosche oder Ohrring getragen werden, wobei eine Leuchtschrift in unterschiedlichen Farben den Namen der Trägerin oder einen Liebesspruch nach Wahl verrät. Hauchdünne Schmuck-Leuchtstäbe, Mi-Ca-Do genannt, krönen den Kopf der Trägerin wie auch eine Haube "mit der Leichtigkeit eines Schleiers. Gemacht aus winzigen alten Seedbeads, senfkorn-großen Perlen aus Glas, die auf leitfähige Spezialfäden aufgezogen wurden. Äußerst bequem zu tragen - und noch faszinierender zu betrachten", wie Marc Mann verspricht.

Ob beim Glowworm, Blue Blossom oder Lightning Bugs, möglich wird der Leuchtschmuck, der übrigens keine Wärme entwickelt, durch eine ausgeklügelte Technik. Im Verschluss einer Kette oder eines Armbandes sind unsichtbar Siliziumbatterien eingearbeitet, die ein Collier sogar wochenlang leuchten lassen. Wer will, kann seinen Schmuck auch dimmen oder blinken lassen. Und wenn die Party zu Ende ist, schaltet Isabell ihn einfach aus.

Fotos: Marc Mann/Markus Tollhopf


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