Thema der Woche

Sauna - Machen wir's doch wie die Indianer!

Welche Sauna darf's denn heute sein? Sie haben die Wahl: Orientalisches Hamam, indianische Schwitzhütte oder alpines Brechlbad? Mal geht es um Hitze, mal um Dampf. Und auch Geselligkeit und spirituelle Erneuerung dürfen nicht zu kurz kommen. Sauna-Kulturen im Überblick

  • Hamam Dieses Schwitzbad ist in der Türkei und in der arabischen Welt zu Hause. Oft beeindruckt es durch prachtvoll ausstaffierte überkuppelte Räume. Der Hamam umfasst ein Ritual, für das man Zeit mitbringen sollte. Hier wird das Saunieren als Teil einer opulenten Bade- und Körperkultur erlebbar.

    Es beginnt im moderat temperierten Ruheraum, geht in einen auf rund 40 Grad erwärmten Raum weiter und führt schließlich ins Dampfbad mit hoher Luftfeuchtigkeit. Wer will, unterzieht sich jetzt noch einer wohltuenden, aber harten Prozedur: Einseifen, Abgießen und Massieren bis zur Hautrötung. Beim Peeling greift der Bademeister zu Handschuhen aus Ziegenhaar.

    Für wen geeignet? Wer den Orient liebt und ein dickes Fell hat

  • Finnische Sauna Der Klassiker unter den Saunen nicht nur im hohen Norden, sondern auch bei uns. Kennzeichen sind die schroffen thermischen Wechsel. Die Temperatur steigt bei geringer Luftfeuchtigkeit auf 80 bis 100 Grad Celsius. Zusammen mit dem Kaltwasserbad im Vorraum oder draußen unter freiem Himmel ergibt sich eine regelrechte Schockbehandlung. Das macht die finnische Sauna zum Gesundbrunnen. Im Vergleich zu anderen Varianten sind diesem Saunatyp die meisten medizinischen Untersuchungen gewidmet. Der Befund ist eindeutig: Regelmäßige Finnensauna stärkt das Immunsystem, stabilisiert den Kreislauf und verbessert das Hautbild.

    Für wen geeignet? Wer selbst den heißesten Hitzetest nicht scheut


  • ¿T?
  • Indianische Schwitzhütte Saunieren wie die Sioux und Apachen - das findet auch in unseren Breiten immer mehr Anhänger. Man nehme dazu ein Tipi, das indianische Zelt aus Weidengeflecht, Holzstangen, Decken und Fellen. Darin werden glühend heiße Steine aufgeschichtet, die der Zeremonienmeister mit Wasser und Kräuteressenzen aufgießt. Zum Abkühlen geht's nach draußen. Oft ist der Saunagang Teil eines seelisch verstandenen Reinigungsrituals mit Konzentrations- und Meditationsübungen. So betrachtet dient die Schwitzhütte als ein Ort, die den Menschen mit der Natur versöhnt, Ballast abwerfen lässt und ihm hilft, zu sich selbst zu finden.

    Für wen geeignet? Wer in seinem Inneren nach neuen Energiequellen sucht

  • Banja Wer immer gleich an sibirische Kälte denkt, kennt das russische Badehaus nicht. Ursprünglich aus Holz gezimmert, schwitzt man dort bei 70 Grad und mehr. Die heißen Steine des Saunaofens werden kräftig mit Wasser begossen, so dass die Luftfeuchtigkeit hoch ist. In der traditionellen Banja kommt die russische Seele ganz aus sich heraus: Während des Saunagangs labt man sich am Wodka, für den Aufguss lässt man gerne mal ein Bier auf dem heißen Stein verdampfen. Wer es gut mit seinem Nachbarn auf der Saunabank meint, quästet ihn: Er schlägt ihm mit eingeweichten Birkenzweigen auf die Haut. Das duftet wunderbar und stimuliert die Durchblutung.

    Für wen geeignet? Wer eine Abreibung nicht sofort übel nimmt

  • Tepidarium Wie der lateinische Name ahnen lässt, entstammt diese Sauna-Variante der römischen Badekultur. In antiken Thermen bildete das Tepidarium den sanften Übergang vom Warm- zum Kaltbadebereich, diente der Entspannung und Körperpflege. Hier ließ sich die Römerin, die auf sich hielt, salben, enthaaren und die Nägel feilen. In kaum einem modernen Wellnesstempel darf das Tepidarium fehlen, ist hier aber nur noch ein wohltemperierter Ruheraum: Die konstant milde Strahlungswärme von Fußboden und Wänden liegt bei rund 40 Grad Celsius - herrlich entspannend und ideal für hitzeempfindliche oder geschwächte Menschen.

    Für wen geeignet? Wer im Leben nichts mehr hasst als abrupte Wechsel


  • ¿T?
  • Alpines Brechlbad Fraglich, ob man sich hier von der Sünde reinwaschen kann. Jedenfalls war das in früheren Zeiten ultimativer Sinn und Zweck des Brechlbads. Sein Name leitet sich vom Flachs- und Hanfbrechen im Alpenland ab, heute ist es beliebter Bestandteil alpiner Wellness. In der rustikalen Kräutersauna ist der Boden mit Tannengrün ausgelegt, was für Wohlgeruch und kribbelnde Fußreflexzonen-Massage sorgt. Der Badeofen bedampft frische Kräuter, der Dampf verteilt sich durch den mit Tannenzapfen gefüllten Tschurtschenkorb im Raum. Die würzigen Aromen werde inhaliert und legen sich duftend auf die Haut.

    Für wen geeignet? Wer Tannengrün nicht nur zu Weihnachten mag

Mehr zur Sauna: www.sauna-bund.de

Fotos: Archiv, www.biohotels.info


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