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Kunst der Ironie


Prisma-Chefredakteur Detlef Hartlap
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Um eine der schärfsten Formen des Witzes, die Ironie, ist es im öffentlichen Ansehen nicht gut bestellt. Sie gilt als verletzend, eher Säbel als Florett, oft missverständlich. Die feine Ironie Harald Schmidts wurde als Zynismus denunziert. Das ist nun wieder ganz was anderes. Der Zynist tritt den, der am Boden liegt. Wohingegen Ironie im Idealfall der Selbstverteidigung gegen manche Zumutung dient.

Humor und Witz sind diffizile Gebilde, für die nur eine Regel gilt: Wer sich getroffen fühlt, findet sie mies und total daneben. Auf einer Internetseite, die sich "Die Achse des Guten" nennt (Ironie?), finde ich folgende Bemerkung über Harley-Fahrer: "... übergewichtige Dröhnbüdel mit stahlhelmähnlichen Kopfbedeckungen auf polternden Potenzprothesen". Das ist köstlich formuliert - und gleichzeitig volles Rohr Ressentiment. Ob Harley-Fahrer darüber lachen können? Wenn sie über die Gabe der Selbstironie verfügen sicher. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Mehr zum richtigen oder falschen Lachen unter Lachhaft - die Komödie des Lebens.


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