Thema der Woche

Besenreiser - Der Schönheit Beine machen

Meist ein leicht zu lösendes kosmetisches Problem, manchmal jedoch ein ernster Hinweis auf Krampfadern

Jugend schützt nicht vor Venenproblemen
¿T?
Der Frühling kommt, die Besenreiser sind schon da: kleine und feinste netz- oder fächerförmige Adern unter der Hautoberfläche der Oberschenkel, die sich durch nachlassende Elastizität erweitert haben. Ihr Name rührt von der Ähnlichkeit des rötlich-blauen Aderngeflechts mit den Reisigästchen in Wald und Feld, die früher zu kräftigen Kehrbesen gebündelt wurden. Die Botanik in Ehren, doch niemand möchte die lästigen Äderchen sichtbar spazieren führen.

Besenreiser reihen sich neben Krampfadern und Wassereinlagerungen in das weite Spektrum der Venenveränderungen ein. Sie sind auch nicht nur ein Problem älterer Frauen. "Besenreiser finden sich bei gut 60 Prozent aller Frauen und Männer zwischen 20 und 29 Jahren", stellt Dr. Aljoscha Greiner von der Deutschen Venen-Liga fest.

Meist handelt es sich um ein kosmetisches Problem, manchmal aber auch um Vorboten von Krampfadern. "Besenreiser an der Oberschenkelaußenseite sind meist ästhetisch bedingt, an der Beininnenseite eher durch Krampfadern", sagt die Venenspezialistin Dr. Erika Mendoza aus Wunstorf. "Liegen zudem Beschwerden vor oder sieht man außerdem fingerdicke Krampfadern, ist der Besenreiser eher durch einen krankhaften Blutrückfluss der Vene bedingt."

Im Zweifelsfall kann der Arzt mittels Duplex-Ultraschall den Fluss in den Stammvenen messen. Erst dann lässt sich sicher unterscheiden, ob man es mit Besenreisern oder tiefer liegenden Krampfadern zu tun hat. Letztere müssen zuerst behandelt werden, andernfalls kommt es zu ständiger Neubildung von Besenreisern. Starke Krampfadern sind ohnehin ein Fall für den Arzt, weil sie Indiz für eine chronische Venenschwäche und defekte Venenklappen sind.

Die gute Nachricht: Besenreiser sind meist harmlos. In luftiger Sommerkleidung oder im Badeanzug können die bunten Äderchen aber erheblich stören und am Selbstbild nagen. Wer ihnen auf die Pelle rücken will, kann dies auf einfache, ungefährliche Weise tun. Venerologen, Phlebologen und Hautärzte sind die Ansprechpartner.

Welche modernen Therapieansätze bieten sich an? "Besenreiser können verödet, mit Laser behandelt oder durch die sogenannte Skin-Therapie verschlossen werden," rät Venenexpertin Mendoza. Im Einzelnen:

Bei netzförmigen oder dickeren Besenreisern ist das Veröden angeraten. Dabei wird eine Flüssigkeit oder ein Schaum direkt in die Äderchen gespritzt. Der Wirkstoff reizt die Wände des Gefäßes, was zu dessen Verschluss, Verödung und Abbau führt.

Bei feinsten Besenreisern, zumal mit flächiger Ausbreitung, haben sich Laser- und Skin-Therapie bewährt. Diese Verfahren verschließen die Besenreiser mittels Hitze.

Der Laser kommt durch die Haut zur Anwendung. Bei der Skin-Therapie wird mit feinster Goldsonde thermogalvanische Energie als Wärme direkt an die Besenreiser gebracht.

Per Laser lässt sich der betroffene Gewebebereich schneller abarbeiten. In Einzelfällen können allerdings weiße Hautflecken (Depigmentierung) zurückbleiben.

Alle Behandlungen betreffen nur die oberste Hautschicht. Die Eingriffe geschehen ambulant und dauern zwischen 15 und 60 Minuten. Die Kosten werden privat abgerechnet. Oft sind mehrere Sitzungen nötig.

Selbst dann gibt es keine Erfolgsgarantie. "Besenreisern liegt eine genetische Veranlagung zugrunde", sagt Mediziner Greiner. "Selbst eine zunächst erfolgreiche Behandlung kann nicht sicherstellen, dass die Äderchen für immer verschwinden. Manchmal tauchen die Besenreiser an anderen Partien der Beine wieder auf." bär

INFORMATIONEN

Deutsche Venen-Liga e.V.,
Sonnenstraße 6
56864 Bad Bertrich
Telefon 02674/1448
info@venenliga.de
www.venenliga.de

Achtung Venen-Check!

Wer näher hinschaut stellt fest, dass Besenreiser hier Fehlanzeige sind. Mit reichlich Sport und viel Glück könnte es auch so bleiben. Generell gilt: Jugend schützt nicht vor Venenproblemen.

Foto: Corbis/F1 online


Werbung