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Der Göta-Kanal, der die Ostsee mit dem Kattegat verbindet, beschreibt an dieser Stelle eine spektakuläre 90-Grad-Kurve. Da ist die volle Konzentration der Besatzung gefragt. Die Passage ist ein Höhepunkt auf der Kreuzfahrt, die sich durch gediegene Eleganz an Bord der Flussdampfer, liebliche Landschaften, Pfahlbauten, 58 Schleusen und 50 Brücken auszeichnet. Auf dem 1832 erbauten Göta-Kanal unterwegs zu sein ist eine Zeitreise, auf der sich die alte Weisheit, der Weg ist das Ziel, aufs Angenehmste bestätigt.
Seit Jahren wächst der Markt rasant. Die Zahl der Passagiere stieg 2008 um 11,4 Prozent und "ein Ende des Booms ist nicht abzusehen", wie Susanne Selchow vom SeeReiseBüro Meere und Flüsse in Berlin bestätigt.
Grund für die Zuwächse ist die Zielgruppe. Während die Hochseekreuzfahrten auf jüngere Menschen als Kunden setzen, wachsen Flusskreuzfahrten mit der Bevölkerungsgruppe 50plus. Der durchschnittliche Kreuzfahrer ist viel gereist, kulturinteressiert und in der Lage, in der Spitze bis zu 250 Euro pro Tag und Person für den Tripp auszugeben.
Zwar sind Rhein, Donau und Elbe immer noch die Rennstrecken der Flussfahrer, doch jetzt werden Kreuzfahrten exotisch.
Und dazu zählt nicht nur die Reise über den Göta-Kanal mit nostalgischem Charme. Auf der Wolga sind Kreuzfahrer auf den Spuren russischer Kultur unterwegs. Auf Seine und Rhône erlebt man Frankreich aus neuen Perspektiven. Der Nil lockt mit Pharaonen und auf dem Douro in Portugal begleitet den Kreuzfahrer der Duft von Oregano und Thymian, die rechts und links des Flusses wachsen. Wie auf einer überdimensionierten Kinoleinwand ziehen steile Felswände, dichte Wälder und Wasserfälle an den Reisenden vorbei.
Wem das nicht exotisch genug ist, der entscheidet sich für eine Flusskreuzfahrt durch das Land der Goldenen Pagoden, über den Irawadi in Burma. Oder für eine Mekong-Kreuzfahrt durch die Länder Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam.
Besonders bei einer Reise mit vielen Etappen wird der Vorteil der Flusskreuzfahrt deutlich. Flüsse waren von jeher wichtige Handels- und Versorgungswege. Und deshalb entstanden an den Ufern schon früh Siedlungen, die heute die Kerne vieler alter Städte mit den entsprechenden Sehenswürdigkeiten bilden. "Nur das schwimmende Hotel macht es möglich, ohne Standortwechsel diese Vielfalt bequem zu erleben", weiß Selchow.
Doch zurück nach Deutschland, wo in diesem Jahr auf Rhein und Mosel 50 Jahre Flusskreuzfahrt gefeiert wird. Erinnert wird an das Frühjahr 1960, als mit der "MS Europa" das erste nur für Flusskreuzfahrten konzipierte Kabinenschiff seinen Dienst aufnahm - mit Kurs auf die Loreley. hü