Essen & Trinken

'Ich bin Horst und kann lecker'

Jetzt bringt Küchen-Original Horst Lichter auch auf der Bühne seine Gäste zum Kochen

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Wer zu ihm will, muss sich seinen Weg durch ein Restaurant der besonderen Art bahnen. Vorbei an blitzblank polierten Oldtimern, Motorrädern und Antiquitäten aller Art. Dort sitzt er dann im Ledersessel, rauchend, eine Tasse Kaffee vor sich auf dem Tisch: Horst Lichter (48), der lebenslustige Schnurrbartträger. Prisma traf den prominenten Fernsehkoch ("Lafer! Lichter! Lecker!", "Lanz kocht!") in seinem Restaurant "Oldiethek" in Rommerskirchen nahe Köln. Wir sprachen mit ihm über seine aktuelle Tournee, die ihn jetzt nach Ostdeutschland führt.

Prisma: Schon mal gestowte Wruken bereitet?
Horst Lichter: Noch nie gehört.

Prisma: Das ist Kohlrübeneintopf, eine regionale Spezialität vor allem in Mecklenburg-Vorpommern. Wenn Sie möchten, können wir auch über Ketwurst mit rohen Klößen, über Schwammerlbraten oder Goldbroiler sprechen.
Lichter: Oh ja, klingt alles schon mal lecker. Aber zubereitet habe ich diese Spezialitäten noch nie.

Prisma: Sie touren in Kürze durch Ostdeutschland. Da müssen Sie sich doch mit dem vertraut machen, was vor Ort im Kochtopf schmort.
Lichter: Mache ich auch. Egal, wo es hingeht, reise ich immer ein paar Tage eher an und schaue mich um. Ich spreche mit den Leuten und probiere die Speisekarte rauf und runter.

Prisma: Eine besondere Art von Arbeitsessen?
Lichter: Ich esse und koche gerne. Aber wer mich kennt, weiß, dass es mir nicht einfach ums Essen und Trinken geht. Für mich ist es nur Mittel zum Zweck.

Prisma: Und worum geht es Ihnen?
Lichter: Gemeinsam etwas Leckeres zu genießen, zu plaudern, zu lachen - das ist doch das Schönste am Essen.

Prisma: Sie gelten als Pionier der Küchen-Comedy. Was ist am Kochen so lustig?
Lichter: Dazu muss ich mal was klarstellen. Ich bin kein Sternekoch und kein Comedian. Manchmal sehen mich die Leute so. Ist gut gemeint, stimmt aber nicht. Ich bin Horst Lichter und kann lecker. Und ich koche gern. Alles zusammen kann ich unterhaltsam im Fernsehen und auf der Bühne rüberbringen.

Prisma: Immerhin haben Sie das Kochen von der Pike auf gelernt.
Lichter: Kochen ist mein Beruf, aber nicht meine Berufung - ein Riesenunterschied. Gleich nach der Schule habe ich eine Kochlehre gemacht und einige Jahre im Beruf gearbeitet. Aber ich merkte schnell, dass ich als normaler Koch vor die Hunde gegangen wäre. Die enge Küche, der Stress, die Hitze und nie Kontakt zum Gast. Da habe ich mir gesagt: Entweder bleibe ich Mensch oder Koch. Ich schmiss hin und tat es meinem Vater nach. Ich heuerte im rheinischen Bergbau an.

Prisma: Da förderte der künftige Fernsehkoch erst einmal Braunkohle ...
Lichter: Ja. Doch meine Krankheit brachte die Wende - zwei Schlaganfälle und der Herzinfarkt in meinen zwanziger Jahren. Da habe ich mich gefragt: Was will ich eigentlich, was ist mir wirklich wichtig?

Prisma: Und, was war es?
Lichter: Ich wollte mit Freunden zusammen sein, angenehm speisen, Geselligkeit genießen. Und das will ich noch heute. So ging es 1990 mit meiner Oldiethek los. Und schließlich kam ich ins Fernsehen. Heute kann ich machen, was ich am besten kann - Geschichten erzählen.

Prisma: Welche Art von Geschichten erzählen Sie auf Ihrer Tournee?
Lichter: Ich bringe Anekdoten rund ums Kochen und Essen. Meistens lustig, manchmal besinnlich, begleitet von kleinen Koch-Einlagen auf der Bühne. Und ich erzähle aus meinen Leben, etwa, wie ich als 19-Jähriger zum erstenmal ein Feinschmeckerlokal besuchte. Ich knöpfe mir die Rohkost-Fraktion genauso vor wie die Fast-Food-Junkies. Beim Essen ist es doch wie in der Liebe: Alles in Maßen und zur richtigen Zeit, dann reicht es für ein gesundes Leben.

Prisma: Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Horst Lichter: Für selbstgemachten Kartoffelbrei darf man mich nachts aus dem Bett holen. Mit Pesto verfeinert und dazu Fisch oder Gulasch serviert - sensationell! Interview: Jörg Bärschneider

Lichter vor Ort

Sushi ist auch keine Lösung - im März und April gastiert Horst Lichter mit seiner Tournee zwischen Berlin und Rostock. Neubrandenburg 27. 3., Rostock 28. 3., Berlin 15. 4., Magdeburg 16. 4., Halle 17. 4.
Tickets: 01805/570017 (0,14 Euro pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, ggf. abw. Mobilfunkpreise)

Foto: hoto_Ralph@Larmann.com


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