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Am häufigsten wird in Deutschland die Spanplattenschraube verwendet. Sie ist schlank, hat eine scharfe Spitze und zieht sich mit ihrem Gewinde dank der Akku-Schrauber wie von selbst in Platten hinein. Holzschrauben - etwas dicker, flache Spitze - dagegen verlangen nach einem vorgebohrten Loch. Dafür aber halten sie Hartholz fest zusammen, ohne es zu spalten. Selbst Blech wird geschraubt. Hier drehen sich sehr spitze, kurze Schrauben mit scharfem Gewinde ins dünne Metall.
Die mit Abstand anspruchsvollsten Kunden der Schraubenhersteller kommen aus der Flugzeugindustrie. Hier geht es um extreme Sicherheitsanforderungen, denen nur Spezialanfertigungen gerecht werden können, die zu dem Teuersten gehören, was die Gewindebranche zu bieten hat. Aber auch die Schrauben, die Zylinderkopf und Motorblock zusammenhalten, haben es in sich - preislich wie auch technisch: "Dehnschrauben dehnen sich bei Hitze aus, ohne zu zerbrechen", erklärt Ingo Röllecke, der beim westfälischen Schraubenfabrikanten Bierbach als Experte für Schraubentechnik und Befestigungsprobleme zuständig ist.
Wofür eine Schraube taugt, hängt zunächst von ihrem Kopf ab. Für Fachleute gibt es da keine Schlitze, sie sprechen vom "Antrieb", denn über ihn wird die Schraube gedreht. Dieser Antrieb ist die empfindlichste Stelle einer Schraube. Hier muss vom Schraubenzieher - Fachleute sprechen vom Schraubendreher - die Kraft übertragen werden.
Sichere Befestigungen haben Erfinder von jeher beschäftigt. Amerikaner etwa ärgerten sich, dass Schrauben nicht auf dem Schraubendreher stecken blieben. Das Ergebnis ist die nach dem ersten Patentinhaber benannte Phillips-Schraube, die auf den Schraubenzieher aufgesetzt werden kann und nicht runterfällt. Das macht es einfacher, Schienen an eine Zimmerdecke anzuschrauben. Nachteil: bei diesem Typ muss genau gezielt werden, um den Antrieb zu treffen. Das ist bei der Pozidriv-Schraube anders. In ihren Kreuzschlitz gleitet die Schrauberklinge wie von selbst hinein.
Bei Maschinen, Motoren und überall dort, wo eine Schraube "richtig fest" angezogen wird, werden Sechskantschrauben verwendet. "Da ist eine große Kraftübertragung möglich", erläutert Röllecke. Weil hier aber der Kopf mit dem von der Seite wirkenden Schraubenschlüssel bewegt wird, muss er immer aus den Werkstücken, die zusammengehalten werden, herausragen. Abhilfe brachte ein deutsches Patent, die Inbus-Schraube. Das "In" im Namen ist die Abkürzung für "innenliegender Sechskant". Weil mit Aufsteckwerkzeugen gearbeitet wird, können Inbusschrauben voll in den Untergrund hineingedreht und, darauf kommt es an, später leicht wieder herausgedreht werden. Deshalb mögen Selbstzusammenbau-Möbel-Spezialisten diesen Typ.
Selbst die Frage, "was eine Schraube denn so hält?" ist nicht so einfach zu beantworten. Das hängt vor allem vom Untergrund ab, in den eine Schraube eingedreht wird. In morschem Holz kann selbst die beste Schraube keinen Halt finden. Wenn aber alles passt, können enorme Haltekräfte erzielt werden. Eine billige Spanplattenschraube kann - in Hartholz eingedreht - gut 220 Kilo halten, erst dann reißt der Kopf ab.
Wie schnell die Schraube eingeschraubt werden kann, entscheidet "die Steigung des Gewindes". Mit jedem zusätzlichen Gewindegang dauert das Einschrauben länger. "Die meistverkaufte Spanplattenschraube zieht sich mit jeder Umdrehung 1,8 Millimeter in die Spanplatte hinein", erklärt Röllecke. Deshalb brauchen Akkuschrauber nur Augenblicke, um sie in der Spanplatte zu versenken.
Egal welcher Typ verwendet wird, jede Schraube muss fest angezogen werden, um zusammenzuhalten, was zusammen gehört. Aber wehe, wenn eine Schraube locker ist, dann wird es gefährlich, weiß der Volksmund - und hat recht damit. Gerd Eber
Gelb glänzende Schrauben sind Rost unempfindlicher als die Silberlinge. Im Standardsortiment der Schraubenhersteller finden sich Schrauben in einer Länge von wenigen Millimetern - etwa um die Krampen für Holzpaneele festzuhalten - bis zu daumendicken 40 Zentimeter-Schrauben, wie sie etwa für Zimmermannsarbeiten benötigt werden. Ein Zwitter ist die Nagelschraube. Sie wird wie ein Nagel eingeschlagen, lässt sich dank Gewinde aber wie eine Schraube wieder herausschrauben.
Je nach Aufgabe werden Senkkopfschrauben (schließen bündig mit dem Werkstück ab), Linsenkopfschrauben, Linsensenkkopfschrauben oder versenkbare Inbus- oder Torx-Schrauben verwendet. Wichtig bei Schrauben ist, dass sie auch wieder herausgeschraubt werden können.
Auf jeder Schraubenpackung steht eine Kennung. 4,0 x 40 beschreibt eine vier Millimeter dicke und vier Zentimeter lange Schraube. Weitere Angaben beschreiben den Typ. Mit Holzschrauben werden Harthölzer zusammengeschraubt – hier muss vorgebohrt werden. Dafür aber spaltet sich das Holz dabei auch nicht auf. Überall dort, wo die Baustatik mit im Spiel ist, etwa bei der Dachstuhlmontage, müssen für den jeweiligen Zweck zugelassene Schrauben verwendet werden.
Für jede Schraube muss der passende Schraubendreher oder das passende Bit verwendet werden, andernfalls bricht die Schraubenschlitzung (Fachausdruck: "der Antrieb") aus, die Schraube kann dann nicht mehr bewegt werden. Für Arbeiten über Kopf werden Schrauben mit passgenauer Kreuzschlitzung verwendet. Sie können auf das Werkzeug aufgesteckt werden und fallen nicht herunter. Das ist bei Arbeiten praktisch, bei denen eine Hand das Werkstück hält.