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Clint Eastwood - 'Ich lerne immer noch dazu'


Dreckige Männerarbeit ist sein Job: Clint Eastwood als Inspektor Shockley in ‚Der Mann, der niemals aufgibt‘
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Clint Eastwood wird 80 Jahre alt. Wie bei kaum einem Hollywood-Schauspieler vermischen sich Leben und Rollen. Holzfäller und armer Schlucker war er in der Realität; Revolverheld im Film. Verlierer war er im Leben - in den Neunzigern schien seine Karriere zu Ende zu gehen, bis er mit Wolfgang Petersens "In The Line of Fire" ein Comeback feierte - wie auch oft genug im Film. Als Regisseur, Filmproduzent und sogar als Komponist seiner Filmmusik brachte er sich als Künstler und Geschäftsmann unter einen Hut. Frauenliebling war er im wirklichen Leben, im Film spielte das keine große Rolle. Oder? Stellvertretend sei an seine hintergründigen Liebesfilme ­"Sadistico" (Play Misty For Me), "Betrogen" und in jüngerer Zeit "Die Brücken am Fluss" erinnert.

Am Montag, 31. Mai, feiert Clint Eastwood Geburtstag. Prisma hat ihn gesprochen.

Prisma: Fühlen Sie sich wirklich schon so alt wie Sie sind?
Eastwood: Nicht wirklich, aber ich habe schon mit 49 aufgehört zu zählen. Ich bin jemand, der einfach immer weitergemacht hat. Mit zunehmendem Alter hat mir meine Arbeit mehr und mehr Spaß bereitet.

Prisma: Was denn besonders?
Eastwood: Der ganze Prozess, wie ein Film entsteht, vor und hinter der Kamera. Die ers­ten Jahre meiner Karriere habe ich davor gestanden. Heute arbeite ich lieber dahinter, was nicht nur mit dem Alter zu tun hat.

Prisma: Sie meinen, für einen 80-Jährigen gibt es kaum noch Rollen?
Eastwood: Zumindest keine, mit der man die Massen noch in die Kinos ziehen kann. Das Feld überlasse ich mittlerweile jüngeren Schauspielern. Ich bin doch kein Preisboxer, der noch einen Sieg erringen muss. Seit ich 1970 mit "­Sadistico" meine erste Regiearbeit abgeliefert habe, bin ich müde geworden, mich selbst auf der Leinwand zu betrachten.

Prisma: Sie sind seit 1955 im Filmgeschäft. Wie hat sich Hollywood im Laufe der Jahre für Sie verändert?
Eastwood: Ich unterteile in zwei Phasen: In den 1950ern, als ich bei Universal unter Vertrag stand, gab es für mich nur wenig zu tun. Ich hatte etwa 13 kleine Filmauftritte, manchmal nicht mal Sprechrollen. Aber ich habe damals viel gelernt, weil ich mich in den Filmsets herumtrieb und die Chance hatte, andere bei ihrer Arbeit zu beobachten. Meine zweite Phase begann nach dem Erfolg der Italo-Wes­tern: Ich ging unter anderen Bedingungen zurück nach Hollywood und wurde zum Leading Man aufgebaut. Auch dadurch konnte ich lernen. Überhaupt lerne ich immer noch dazu.

Prisma: Stimmt es, dass Sie die meisten ­Szenen nur einmal drehen und selten wiederholen lassen?
Eastwood: Nicht unbedingt. Aber wenn die Szene bereits bei der ersten Aufnahme stimmt, warum soll ich sie dann wiederholen lassen? Wovon ich nichts halte, ist 30 oder 40 Mal das Gleiche zu drehen, weil der Regisseur in diesem Fall augenscheinlich nicht weiß, was er haben will. Das sollte man vorher wissen.

Prisma: Haben Sie als Schauspieler schlechte Erfahrungen damit gemacht?
Eastwood: Als Regisseur sollte man weder die eigene noch die Zeit der Schauspieler in der Hoffnung vergeuden, dass einem beim Drehen eventuell noch eine tolle Idee überfällt. Ich habe mit etlichen Regisseuren zu tun gehabt, die so vorgegangen sind. Als Schauspieler wird man dadurch eher verunsichert.

Prisma: Gibt es einen Film in Ihrer Karriere, auf den Sie besonders stolz sind?
Eastwood: Wenn man so viele Filme wie ich gemacht hat, schaut man nicht mehr zurück, sondern besser nur nach vorn. Als Regisseur kommt es mir darauf an, immer etwas Neues zu versuchen. Und in meiner Eigenschaft als Schauspieler kann ich gar nur sagen: Wenn ein Film abgedreht ist, kann ich nichts mehr ändern. Andere entscheiden über meine Leis­tung. Mit manchen Rollen bin ich gut gefahren, andere haben mir Kopfschmerzen bereitet.

Prisma: Wie stehen Sie heute zu Ihrem "Dirty Harry"-Image als konservativer Hardliner?
Eastwood: Dirty Harry ist natürlich jemand ganz anderes als Nelson Mandela in meinem letzten Film "Invictus". Vergebung ist bei Mandela das große Wort. Für Dirty Harry wäre das sicherlich nur ein Fremdwort gewesen. Interview: Markus Tschiedert

Clint zum 80.

Foto: Warner


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