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Universum


Prisma-Chefredakteur Detlef Hartlap
¿T?
In einer so kurzen Kolumne auf universelle Dinge sprechen zu kommen, mag tollkühn sein, zugegeben. Aber kürzlich sah ich dieses Bild unseres Universums, das aus Schallmessungen des Weltraumteleskops "Planck" entstanden ist - eine Durchmusterung des Himmels in seiner Gesamtheit. Demnach hätte die Welt, in der wir leben, die Form eines Rugbyballs mit einer weißen Naht in der Mitte - der Milchstraße. Und irgendwo mittendrin wir, die Erdlinge.

Zufällig wurde am selben Tag, an dem ich das Bild sah, des 150. Geburtstages Gustav Mahlers gedacht. Auch er ein Universalist. Was immer er komponierte, Heiliges oder Profanes, es wurde titanisch. Mahlers Musik kann erheben oder trunken machen, wie die Sterne des Südens.

Eines Tages, 1910 war's, öffnete er einen fehlgeleiteten Brief. Es war ein intimer, den Abgrund des Betrugs offenbarender Liebesbrief des Architekten Gropius an Mahlers Frau Alma; es war der Moment, da Mahlers Universum zerbrach. So ungeheuerlich es ist, das Universum, für uns kleine Milchsträßler bleibt die Liebe das Maß aller Dinge.


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