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Die Gefahren Dennoch ist do it yourself - in Fachkreisen auch DiY genannt - nicht zwangsläufig ein gefährlicher Spaß. Es ist vielmehr der laxe Umgang mit Werkzeug und Material, der zu Unfällen führt. Kein Wunder, dass Stefan Michell vom Bundesverband Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB) in Köln vor Leichtsinn warnt und beklagt, dass sogar Starkstromleitungen vor Heimbastlern nicht sicher sind. Dabei gilt: "Starkstrom ist tabu!", so Michell.
Eine Warnung, die nicht von allen Heimwerkern gehört wird. Elektromeister Joaquim Oliveira aus Meerbusch hat es schon erlebt, dass der neue Elektroherd - weil es billiger ist - im DiY-Verfahren angeschlossen wurde. Beim ersten Einschalten gab das teure Gerät Rauchzeichen von sich, danach gab das Kochfeld den Geist auf. Und nicht nur das. "Für einen einmal falsch angeschlossenen Herd erlischt die Herstellergarantie, weil auch nach einer fachmännischen Reparatur Folgeschäden auftreten können", so Oliveira. Das gilt übrigens für jedes Elektro-Großgerät.
Auch außerhalb des Hauses kann es gefährlich werden. Besonders sportliche Heimwerker klettern in die höchsten Bäume, um deren Kronen mit der Kettensäge aus dem Baumarkt zu kappen. Eine Arbeit, an die sich professionelle Gärtner nur mit Hubwagen, Spezialausbildung und Schutzkleidung wagen.
Jährlich passieren 300000 Heimwerkerunfälle in Deutschland. Eine Zahl, die aufhorchen lässt. 84 Prozent der Opfer sind Männer. Die Selbermacher zwischen 35 und 44 Jahren sind besonders gefährdet.
Die Anstreicher Gott sei Dank bleiben solche Aktionen die Ausnahme. "Der Großteil der Heimwerkerarbeiten sind Verschönerungsmaßnahmen am Haus und im Garten", wie Stefan Michell versichert. Malen und Lackieren, Pflanzen und die Pflege der Gartenmöbel sind Top-Beschäftigungen.
Dazu decken sich Selbermacher in 2455 Baumärkte zwischen Flensburg und Garmisch ein. Obi, Praktiker, Bauhaus und Hornbach sind die größten Ketten, die auch im Ausland vertreten sind. Praktiker profiliert sich als Baumarkt für den erfahrenen Heimwerker über den Preis. Bei Hornbach und Bauhaus gibt es alles, was der klassische Baumarkt zu bieten hat. Obi dagegen setzt auch auf Soft-DiY. Im Gegensatz zu Hard-DiY wie Zement werden auch Einrichtungsgegenstände und Dekomaterialien wie Gardinen und Nippes verkauft. "Obi ist der Baumarkt der Frauen", sagt Elena Ottaviano, die den Anteil der weiblichen Kundschaft mit 50 Prozent angibt. Auch der nur im Bonner Raum vertretene Baumarkt Knauber, der sich selbst als Freizeitmarkt bezeichnet, setzt auf Soft-DiY. Übrigens, die Österreicher lassen noch mehr Geld in Baumärkten (230 Euro) als die Deutschen (219 Euro). Weniger Interesse am Heimwerken zeigen Engländer (142 Euro) und Italiener (50 Euro).
Ein Grund für wachsende Umsätze in Baumärkten sind die expandierenden Gartenabteilungen. Ein weiteres Argument für den Kauf im Baumarkt sind die hohe Kosten für professionelle Handwerker.
Die Typen Der Elektromaschinenhersteller Black & Decker hat untersuchen lassen, welche unterschiedlichen Heimwerkertypen es in Deutschland überhaupt gibt und welchen Typ man im Baumarkt am häufigsten trifft. Es stellte sich heraus, dass elf Millionen Erwachsene in Deutschland zur Gruppe der "versierten Praktiker" zählen, die ständig im Baumarkt zu treffen sind. Als zweite Gruppe nennt die Untersuchung die "kreativen Gestalter". 8,5 Millionen Menschen, die meisten davon weiblich und im mittleren Alter. Schließlich gibt es 14,8 Millionen "versorgte Bastler", die nur hin und wieder im Baumarkt gesehen werden, und 19,3 Millionen "Desinteressierte", die nie kommen.
Kaum zu glauben, junge Leute, das wurde beim BHB festgestellt, besitzen immer weniger handwerkliche Fähigkeiten und besuchen daher selten den Baumarkt. Hatte in früheren Generationen der Vater zumindest seinem Sohn noch den Unterschied zwischen Holz- und Stahlschraube erklärt, ist die Jugend immer weniger für handwerkliche Dinge zu begeistern. Und wenn, dann nur passiv für Bau- und Renoviersendungen im Fernsehen. Beispielsweise für das neue Magazin auf Kabel 1 ab 26. Juli, "Neu für Null - schöner Wohnen ohne Geld". Franz Hünnekens
Das heißt, sie sind nicht fählbar. Kostenlose Broschüre zum Thema gibt es: www.das-sichere-haus.de
Foto: f1 online