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Faul wie die Gänse


Prisma-Chefredakteur Detlef Hartlap
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Sein Beruf brachte es mit sich, dass sich der Naturforscher Konrad Lorenz oft tagelang zu seinen Graugänsen ins Gras legte und die Zeit verdöste. "Sie sind unglaublich faul, die Viecher", notierte er, "sorg- und beinahe arglos. Ein Zustand wie im Paradies."

Paradiesische Zustände mit einem Schuss Faulheit sind in diesen Sommerwochen gang und gäbe. Man vergnügt sich, man aalt sich, man genießt. Wirtschaftskrise und politisches Ungemach mögen insofern nachwirken, als sich niemand sorg- und arglos fühlen darf, doch werden die Gespräche über den Fortbestand unseres kleinen Wohlstands durchaus auch mit Wonne geführt. Krisen sind, sofern es nicht zu arg kommt, unser Lebenselixier.

Dem aufmerksamen Urlauber entgeht dabei nicht, dass sein Behagen nur Bestand hat, wenn viele arbeitsame Hände reibungslos und zu welchem Entgelt auch immer funktionieren. Das Paradies unserer Tage ist leider nicht graugänsisch, sondern ein Produkt von Kapital und Arbeit.


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