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Und tatsächlich, auf der Insel, auf der Zeus geboren wurde, geht der sommerliche Ferienspaß zwischen Berge und Meer problemlos über die Bühne.
Beispiel Chania an der Nordküste mit der besterhaltensten Altstadt Kretas, ungezählten Einkaufsmöglichkeiten und der schönsten Hafenpromenade. Hier reiht sich Restaurant an Restaurant und je nach Sonnenstand ist es Zeit für einen Kafé me gála (Kaffee mit Milch) oder einen Raki, den für die Insel typischen Tresterbrand, der auch gern lauwarm und mit einem Löffel Honig getrunken wird. Abends, wenn der frisch restaurierte Leuchtturm sein Warnlicht über das Meer schickt, weht ein verlockender Duft aus ungezählten Küchen durch den Hafen. Dann wird zu den Schreien der Möwen und dem Geplapper der Touristen serviert, was die kretische Küche hergibt. Wer richtig zulangt, kommt unter zehn Gängen nicht vom Tisch. Man schlemmt Athogalo, das ist hausgemachter Frischkäse, Apaki, in Essig eingelegtes geräuchertes Schweinefleisch und nicht zu vergessen Zicklein, anti-kristo gegrillt, das heißt, mit einiger Entfernung zum offenen Feuer.
Trotz dieser überwältigenden Angebote sind die Umsätze auf Kreta im Hotel- und Gaststättengewerbe zurückgegangen. Daraufhin haben viele Betriebe ihre Preise gesenkt. "Urlaub in Griechenland ist derzeit so günstig wie lange nicht mehr", bestätigt TUI-Sprecherin Ramona Poet.
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Im Garten Eden der Samaria-Schlucht, am Traumstrand von Elafonisi oder im minoischen Palast von Knossos ist die Krise weit weg. Und das soll auch so bleiben, denn bei 2,4 Millionen Gästen sind alle 600000 Einwohner Kretas abhängig vom Tourismus. Darum plant die griechische Regierung - trotz leerer Kassen - eine halbe Milliarde Euro in die touristische Infrastruktur zu investieren. Der Flughafen von Heraklion soll neu oder umgebaut werden. Es müssen mehr Gäste nach Griechenland kommen, auch im Winter. Denn in der kühleren Jahreszeit verlieren fast alle in der Touristik Beschäftigten ihren Job. Als offiziell Arbeitslose kümmern sie sich dann um die familieneigenen Olivenbäume, zweitwichtigste Einnahmequelle der Insel.
Das gilt auch für die 205 Angestellten des Luxus-Hotels Amirandes, die durchschnittlich 800 Euro im Monat verdienen. "Wir haben kein negatives Buchungsverhalten zu verzeichnen. Juni und Juli waren sogar besser als im Vorjahr", sagt Direktor Vassilis Minadakis. Offensichtlich lässt sich seine Klientel nicht von Krisen-Bildern schrecken und genießt den Urlaub am Strand, am Pool oder bei Wanderungen in den Bergen. Und abends im Hotel, wenn die Sonne im Meer versinkt, träumt bei einem Gals Raki jeder davon, noch ein paar Tage länger nach dem kretische Grundsatz leben zu dürfen: Europäer haben die Uhren, wir die Zeit. hü
Fotos: f1 online, hü