| Thema der Woche |
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Tiere haben ihre eigene Art, mit der Affenhitze fertig zu werden. Der Hund hechelt, der Fuchs zieht sich in seinen unterirdischen Bau zurück, und Elefanten fächern sich mit ihren Riesenohren ein kühlendes Lüftchen zu.
Diese Möglichkeiten sind uns Menschen verwehrt - wir schwitzen. Schweißperlen im Gesicht und dunkle Schwitzflecken im Hemd sind lästig, haben aber ihr Gutes. Schweiß entzieht der Haut Wärme und reguliert so die Körpertemperatur. Das Gehirn steuert diese Kühlanlage automatisch, die aus Millionen Schweißdrüsen vor allem in den Handinnenflächen, den Achseln und an den Fußsohlen besteht. Selbst bei Nichtstun verdunsten wir täglich bis zu einem Liter Flüssigkeit.
Normalschwitzer kommen mit regelmäßigem Duschen und einem guten Deo über den Sommer. Diese Kosmetika wirken zweifach: Ihre antibakterielle Wirkung hemmt den Schweißgeruch, der Duft besorgt den Rest. Allerdings macht uns das Riesenangebot die Auswahl des richtigen Deos nicht leicht. "Bei sensibler Haut kommt es auf ein Deo ohne Alkohol, Duft- und Konservierungsstoffe an", rät die Kölner Hautärztin Dr. Christina Hecker. Die vielgelobten Deodorants auf Salzkristall-Basis kommen bei ihr nicht gut weg: "Sie führen oft zu Hautirritationen."
Die Deo-Wirkung lässt sich durch das Rasieren der Achselhaare noch verbessern. Auf glatter Haut setzen sich Geruchsbakterien nicht so leicht fest.
Spray, Roll-On, Stick oder Creme - was ist am besten? "Alkoholfreie Sticks schmieren nicht und sind sehr hautverträglich", sagt Hecker. "Ansonsten sollte jeder selbst probieren, womit er zurechtkommt."
Die Hyperhidrose bedarf der hautärztlichen Behandlung. Zunächst muss geklärt werden, ob eine organische Erkrankung, zum Beispiel eine Überfunktion der Schilddrüse, dahintersteckt. Ansonsten liegt eine sogenannte primäre Hyperhidrose vor, für die keine Ursache bekannt ist.
"Grundsätzlich kann jedem Patienten innerhalb eines medizinischen Stufenplans geholfen werden", sagt Dermatologin Hecker. "Erfolg und Risiken der Therapie richten sich jedoch nach dem Einzelfall." Überdies halten sich die gesetzlichen Krankenkassen bei der Kostenübernahme sehr bedeckt.
Oft hilft bereits ein Aluminiumchlorid-Gel für den betroffenen Hautbereich. Das Salz verschließt die Schweißdrüsen. Diese Therapie weist eine hohe Erfolgsrate auf und kostet je nach Wirkstoffkonzentration bis zu 15 Euro pro Deo-Roller.
Auch Anticholinergika sind sehr wirksam. Allerdings gehen diese Medikamente gelegentlich mit Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Schwindel oder Sehstörungen einher.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit bietet die Iontophorese. Dabei taucht der Patient Hände oder Füße in ein Schwachstrombad. Das Nervengift Botulinumtoxin, kurz Botox, hilft nicht nur gegen Falten, sondern auch gegen das Schwitzen. Hollywood-Stars lassen es sich schon seit Jahren in die Achseln spritzen, um Schwitzflecken im Designerfummel vorzubeugen.
In schweren Fällen kommt ein operativer Eingriff in Betracht. Dabei werden Schweißdrüsen durch Absaugen entfernt. Unschöne Narben können zurückbleiben, die Kosten betragen bis zu 1000 Euro.
Starkes Schwitzen ist oft mit Müffeln verbunden, was der Erzeuger selbst meist nicht wahrnimmt. Darf man ihn direkt darauf ansprechen? "Wenn überhaupt, dann sollte der Betroffene immer sein Gesicht wahren können", rät Hans-Michael Klein, Leiter der Knigge-Akademie in Geseke.
Diplomatische Ansprache ist das A und O. "Am besten spricht man das Thema zuerst in allgemeiner Weise an, um dann den Zugang zum Betroffenen zu finden", sagt Klein. "Die direkte Konfrontation mit diesem Tabu bewirkt meist das Gegenteil." bär
Foto: f1 online