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Unter Dauerbeschuss


prisma-Chefredakteur Detlef Hartlap
¿T?
Sei es aus spätjugendlicher Verweigerung oder Anfängen von Alterssouveränität: Immer häufiger ertappe ich mich, wie ich Nachrichtensendungen im Radio wegdrücke und im Fernsehen gar nicht erst anstelle. Nachrichten nerven. Sie wiederholen sich mit der Penetranz von Werbeblocks. Offenbar gibt es zu viele Nachrichtenformate für zu wenig interessante Nachrichten, und das Internet steigert dieses Missverhältnis ins Unendliche.

Nachrichten wirken wie Planierraupen; sie lassen die Welt flach erscheinen. Während pakistanische Kinder im Elend versinken, stehen deutsche Zimperlichkeiten gegen Googles Straßenbilderatlas Street View wie gleichberechtigt daneben. Die Wirtschaft mag globalisiert sein, das Mitgefühl ist es nicht. Erst recht wenn es sich um ein fernes Land mit talibanverdächtigen Muslimen handelt.

Der elektronische Dauerbeschuss aus Twitter, Facebook, heute journal etc. vernebelt, was der Übersicht bedarf. Weniger ist mehr. Abschalten und Zeitung lesen - genügt vollkommen.


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