Tisch für Zwei

Nächtliche SMS, oder: Ein verdächtiger Pfiff zur Unzeit

Der Kurzroman in prisma

¿T?
Der Pfiff weckte mich nachts um zwei. Ein Pfiff? Verschlafen wie ich war fiel mir doch ein, dass sich Lena für ihre SMS-Mitteilungen eben diesen Pfiff auf ihr Handy geladen hatte. Er klang wie das Pfeifen eines Maurers, wenn er eines hübschen Mädchens ansichtig wird. Ich drehte mich im Bett zu ihr um, aber sie schien selig zu schlummern. Gegen fünf kam der nächste Pfiff. Erneut keine Reaktion bei meiner schlafenden Unschuld.

Kann man mir verübeln, dass ich beim Frühstück Aufklärung über die nächtliche Pfeiferei erwartete?

"Mir war, als hätte ich dein Handy gehört", sagte ich, um die Sache anzuschieben. "Ach ja?", staunte Lena. "Es war nichts Besonderes." "Also nachts um zwei", beharrte ich, "kommen wohl kaum die Tarif-Infos der Telekom."

"Da hast du vollkommen recht, mein Schatz", sagte Lena. "Und?", fragte ich. "Und was?", fragte sie zurück. "Könntest du vielleicht akzeptieren, dass meine SMS einfach nur für mich sind, egal wann sie eintreffen?" rwo


Werbung