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Aktuell ist in Deutschland nicht einmal ein Prozent des Anlagevermögens nachhaltig investiert. In Holland sieht es anders aus. Dank staatlicher Unterstützung - vergleichbar mit der Förderung der Riester-Rente hierzulande - liegt der Anteil solcher Investments im Nachbarland bei 40 Prozent.
Angelegt wird beispielsweise in Unternehmen, die Solaranlagen herstellen, oder in Holz- und Wasserfonds. Außerdem Textilkonzerne, die ausdrücklich auf Kinderarbeit verzichten, oder Unternehmen, die Geschäfte mit Tabak- oder Alkoholprodukten ablehnen.
Den Trend zur Anlage im grünen Bereich bestätigt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. "Solche Geldanlagen werden in allen Risikoklassen angeboten und die Renditen sind nicht besser, aber auch nicht schlechter als die der konventionellen Angebote." Angebote gibt es bei allen Banken und Sparkassen, nicht nur bei alternativen Banken (siehe Info-Block).
Und es ist "Vorsicht geboten", wie Karin Baur von der Zeitschrift Finanztest herausgefunden hat. Die Berliner Verbraucherschützerin hat Unternehmensbeteiligungen für umweltbewusste Anleger ausgelotet und kam zu dem Ergebnis, dass diese oft teuer und hochriskant seien. Bei acht geschlossenen Fonds zur grünen Geldanlage mit ganz unterschiedlichen Investitionsschwerpunkten zog Karin Baur das Fazit: "Keiner ist uneingeschränkt empfehlenswert."
Nur wer sich mit dem Anlageprodukt auseinandersetzt und es versteht, kann sicher sein, dass sein Geld nicht von AKW-Betreibern, Lebensmittelproduzenten, die auf Massentierhaltung setzen, oder gar Rüstungskonzernen für Investitionen genutzt wird. Welche Aktien und Anleihen in welchem Fond stecken, erfährt der Anleger aus dem Verkaufsprospekt, der in diesem Fall keine Werbeschrift ist, sondern umfangreiche Informationen zum Fonds (Zusammensetzung etc.) liefert, die nicht jeder Bankberater seinen Kunden bietet.
Sich genau zu informieren, ist übrigens bei jeder Geldanlage unabdingbar, wie Baur betont: "Wenn Anleihen von Streubombenherstellern im staatlich geförderten Riester-Portfolio auftauchen, sollten nicht nur bei sozialkritisch orientierten Anlegern die Alarmglocken läuten."
Eines der vielleicht transparentesten Investments kommt von unvermuteter Seite. "Unser Global Islamic Multi Asset Fonds investiert nach den Anlageregeln des Islam", so Petra Ahrens von der Meridio-Vermögensverwaltung in Köln. So ist es nach den Regeln des Islams verboten, hochspekulative Geschäfte sowie Anlagen in Branchen wie beispielsweise Alkohol, Glücksspiel, Rüstungsgüterindustrie oder Pornografie zu tätigen.
Vergleichbare Fonds gibt es bei der UBS-Bank und der Allianz. Experten schätzen, das in Deutschland in nächster Zeit 1,5 Milliarden Euro islam-konform angelegt werden. hü
Foto: Fotolia, * Stand 26. August 2010