Prof. Dr. Elmar Wienecke |
Vorbei die Zeiten, da Extremsportarten wie Marathon oder Triathlon nur einigen Leistungssportlern vorbehalten waren. Heutzutage joggen, radeln oder schwimmen auch Freizeitsportler stundenlang über Berge, durch Wälder oder Seen - eine stattliche Zahl von ihnen ist sportsüchtig. Hierzulande sind rund ein Prozent der Bevölkerung davon betroffen. In den USA ist das Thema schon seit längerem Gegenstand der Forschung.
Dabei handelt es sich um eine psychische Krankheit wie andere Süchte auch. Der sportliche Ehrgeiz wird zum alles beherrschenden Antrieb und zu einer Belastung für Körper und Seele. Zu den typischen Warnsignalen der Sportsucht gehören folgende Symptome:
- Körperliche Erschöpfung und Verletzungen werden nicht wahrgenommen.
- Der Partner wird vernachlässigt, soziale Verantwortung ignoriert.
- Bei Entzug treten Unruhe, Unzufriedenheit oder sogar Aggressionen auf.
Eine Ursache der Sportsucht liegt Psychologen zufolge darin, dass übermäßiger Sport als Ersatz für fehlende Erfolgserlebnisse oder als Ausgleich für Probleme in anderen Lebensbereichen herhalten muss. Betroffene finden nicht immer aus eigener Kraft aus dem Leiden heraus. Aus diesem Grunde sollten sie die professionelle Hilfe eines Psychologen in Anspruch nehmen.