| Genießen! mit Cordula und Emile Zaragoza |
| Kolumne |
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Die Besinnung auf die saisonal und regional eingegrenzte Ernte öffnet den Blick auf nahezu vergessene Gemüse und Ackerfrüchte. Früher aßen die Menschen, was ihr eigener Boden reifen ließ. Das war vor allem in der kalten Jahreszeit nicht immer abwechslungsreich, dafür aber prall gefüllt mit Nährstoffen und Vitaminen. Einige Sorten gelangten aus fernen Landen in unsere Breitengrade. Durch Anbau heimisch gemacht wurden zum Beispiel Topinambur und Batate (Süßkartoffel), stärkehaltige Knollengewächse, später von der Kartoffel verdrängt.
Viele Gemüsepflanzen aus unserer Region erleben seit einiger Zeit eine Renaissance. Moderne Rezepturen und die Erkenntnisse der Ernährungsphysiologie haben dem Schattendasein ein Ende bereitet und rücken verschiedenste Kohlsorten und Rübengewächse, Wurzel- und Staudengemüse ins rechte Licht. Außerdem haben sie Einzug in die feine Küche gehalten und gelten längst nicht mehr als rustikale Eintopfware.
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Topinambur, auch Jerusalem-Artischocke genannt, ist eine aromatische Gemüsebeilage, aber auch Grundlage köstlicher Suppen. Da sie einen kräftigen Eigengeschmack hat, braucht es nur wenige Zutaten, die rasch auf den Herd gebracht sind.
Allen Gemüsen und Ackerfrüchten dieser Art ist gemeinsam, dass man ihnen bei der Vorbereitung mehr Zeit widmen muss als Karotten und Broccoli. Rücken Sie ihnen mit Schälmesser, Reibe, Pürierstab, Gummihandschuhen und einer Portion Gelassenheit zu Leibe. Größtes Hindernis ist bei Wurzeln und Knollen die Schale: Schwarzwurzeln und Knollenziest können zur Geduldsprobe geraten. Lohn der Mühen sind abwechslungsreiche Beilagen und neue Geschmackseindrücke. Ob traditionell gewürzt oder kreativ komponiert: Gehaltvolle Wintergemüse und regionaltypische Ackerfrüchte verdienen zu Recht höchste genießerische Aufmerksamkeit.
À bientôt!
Cordula Osthoff-Zaragoza & Emile Zaragoza führen in Münster, Spiekerhof, das Restaurant "Giverny".
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Fotos: privat, Wikipedia Commons/Saucemaster