| Thema der Woche |
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3000 Tonnen Stahl, viele Kilometer Kabel sowie zimmerweise elektronische Rechenanlagen und Verstärker haben die Ingenieure, Bauleute und Elektroniker in gut dreijähriger Bauzeit zum damals größten vollbeweglichen Radioteleskop der Erde zusammengefügt. Es funktioniert ähnlich wie eine Satellitenschüssel für den Fernseh- und Rundfunkempfang. Die große Parabolantenne sammelt extrem schwache Signale aus dem All. Dabei sorgt die gitterförmige Tragestruktur auf der Rückseite für den weitgehenden Erhalt der optimalen Spiegelform.
Auch die Überreste von Sternexplosionen senden Strahlung aus. Aus den Zentren solcher Supernova-Überreste dringen oft äußerst regelmäßige Strahlungspulse nach außen. Als derartige Signale vor mehr als 40 Jahren erstmals in England registriert wurden, glaubten die Forscher einen Moment lang an Botschaften von intelligenten Nachbarzivilisationen - ein Verdacht, der allerdings rasch ausgeräumt werden konnte.
Viele dieser Pulsare sind von Effelsberg aus genauer untersucht worden, und mittlerweile nutzen die Bonner Radioastronomen ihre extrem regelmäßig eintreffenden Strahlungspulse auch, um nach Gravitationswellen im Kosmos zu suchen. Sie können entstehen, wenn ein massereicher Stern zu einem Schwarzen Loch schrumpft.
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Allerdings reicht selbst das 100-Meter-Radioteleskop nicht, um solche aktiven Galaxienkerne mit hohem Detailreichtum beobachten zu können. Mittlerweile erlauben Atomuhren und globale Datennetze eine Zusammenschaltung mit Radioteleskopen in den USA, Russland und Japan. Mit dieser Technik wird dann die "Sehschärfe" einer viele tausend Kilometer großen Antenne simuliert. Solcher "Scharfblick" würde reichen, um bei den auf der Mondoberfläche zurückgelassenen Basisteilen der Apollo-Landefähren die einzelnen Füße zu erkennen.
Hermann-Michael Hahn bringt als Wissenschaftsjournalist und Buchautor den Himmel auf die Erde. 2005 erhielt er den Hugo-Junkers-Preis der Luft- und Raumfahrtpresse.
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Fotos: Wikipedia Commons/Hotstepper13, privat