Rezepte

Linseneintopf - europäische Vielfalt


Immer wieder lecker: der Linseneintopf
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Linsen stehen seit alters her auf dem Speiseplan vieler Länder. Kreuz und quer über den europäischen Kontinent, aber auch in Amerika und Asien ist die Hülsenfrucht zuhause.

Sie tritt vielgestaltig auf: Klein und rund, breit und flach, rot, gelb, grün, braun oder schwarz, geschält und ungeschält. Die Kocheigenschaften sind entsprechend unterschiedlich, ebenso die Verwendung. Einige Sorten sind schön für Salate und als Beilage zu Fleisch oder Fisch, andere Sorten sind perfekt für das Zubereiten von Eintöpfen. Neben der schlichten deutschen Tellerlinse, mit der wunderbar sämige Ergebnisse erzielt werden, eignen sich für Suppengerichte auch körnigere Sorten wie die Berglinsen aus Frankreich.

Wählen Sie Ihre Lieblingssorte aus und probieren Sie verschiedene Suppenvarianten. Linsen vertragen sich mit den unterschiedlichsten Beigaben: Speck, Koch- und Blutwurst, aber auch Gänse- oder Entenfleisch sowie Schmorstücke von Lamm und Rind eignen sich für Linseneintöpfe.

Ob Sie nun ein typisches Gericht streng nach Rezept zubereiten oder nach Angebot und persönlichen Vorlieben entscheiden, beachten Sie die Garzeit der Linsen (Angaben auf der Verpackung). Große Fleischstücke (lange Garzeit) oder Wurzelgemüse (kurze Garzeit) sollten nicht gleichzeitig mit den Linsen in den Kochtopf wandern. Salzen Sie die Linsen erst nach dem Garen. Salzige Garflüssigkeit behindert das Weichwerden der Schalen. Gepöckelte und geräucherte Beigaben können wegen ihres Salzgehaltes auch zu einer Verlängerung der Garzeit führen.

Vor dem Zubereiten sollten Linsen mit kalten Wasser abgebraust werden. Entgegen landläufiger Ansicht müssen sie nicht eingeweicht werden. Es empfiehlt sich aber, wenn es beim Zubereiten schnell gehen soll. Das Einweichwasser wird für den Kochprozeß verwendet.

Hier ein Lieblingsrezept von Emile (Zutaten für 4 Personen):

4 frische Kochwürste, 4 kleine Lammhaxen, 150 g durchwachsener, geräucherter Speck, 400 g Berglinsen aus Frankreich (Le Puy-Linsen), 2 Knoblauchzehen, 1 Stange Porrée, 2 große Karotten, ½ kleine Sellerieknolle, 4 kleine Kartoffeln, 1 Gemüsezwiebel in Streifen, 1 rote Zwiebel in Streifen. Salz, Pfeffer, Chili, 2 Eßl. gehackte Blattpetersilie, Olivenöl.

Würste mit der Gabel einpieksen, Lammfleisch kalt abbrausen und trockentupfen. Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, die Lammhaxen rundherum anbraten und entnehmen. Ebenso mit dem durchwachsenen Speck verfahren. Streifen von der Gemüsezwiebel und der roten Zwiebel sowie gehackten Knoblauch in den Topf geben und anschwitzen, dann die Linsen hinzugeben und unter Rühren anschwitzen. Mit kaltem Wasser auffüllen, die Fleischteile und die Wurst hinzugeben und aufkochen lassen, anschließend bei milder Hitze simmern lassen.

Das Wurzelgemüse und die Kartoffeln in Würfel schneiden und zum Eintopf geben. Das Gemüse ist am schönsten, wenn es entgegen moderner Eßgewohnheiten nicht bißfest gegart ist.

Kurz vor dem Servieren sollte das Lammfleisch entnommen werden, um den Haxenknochen zu entfernen. Darauf können Sie natürlich auch verzichten, wenn es am Tisch ein wenig rustikal zugehen darf. Wenn die Linsen gar sind, mit Salz, Pfeffer und Chili abschmecken und gehackte Petersilie unterrühren.

Tipp: Viele Linsengerichte werden mit Essig oder Zitrone abgeschmeckt. Weil das nicht jedermanns Sache ist, sollte Sie eine feine Essigsorte zum Selbstdosieren bei Tisch bereithalten.

Gutes Gelingen et bon appetit!

Cordula & Emile Zaragoza

Cordula Osthoff-Zaragoza & Emile Zaragoza führen in Münster, Spiekerhof, das Restaurant "Giverny".

Zaragoza-Rezepte:

Genießen! mit Cordula und Emile Zaragoza: Thema "Freispruch für den Eintopf!"

Foto: Klaus-Peter Adler - Fotolia.com


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