|
|
Film und Fernsehen aktuell | Dienstag, 7. Februar 2012 |
| Nachrichten |
![]() |
Edgar Bessen war über ein halbes Jahrhundert ein fester Bestandteil der Hamburger Bühnen und wurde vor allem für seine Auftritte am Ohnsorg-Theater bekannt, wo er neben Heidi Kabel, Heidi Mahler und Henry Vahl auf der Bühne stand. Bessen war in jedem Genre zuhause, mimte den Liebhaber ebenso wie den Kommissar, brachte den ernsten und den heiteren Charakter gekonnt auf die Bühne, aber auch auf den Bildschirm. Bereits 1962 überzeugte er in der Fernsehproduktion "Tratsch im Treppenhaus" und entwickelte sich zu einer festen Größe im deutschen Fernseh-Alltag. Vor allem dann, wenn ein echter Hamburger benötigt wurde, griff man gerne auf Edgar Bessen zurück. In "Ein Fall für TKKG" übernahm er von 1985 bis 1987 eine Hauptrolle als Kommissar Glockner, außerdem wurde er einem breiten Publikum als Globig in "Schwarz Rot Gold", der Kriminalserie rund um die Hamburger Zollfahndung, bekannt, spielte in "Die Männer vom K3", aber auch in verschiedenen "Tatort"-Filmen. Zuletzt sah man ihn in einer Episode der ZDF-Serie "Notruf Hafenkante". Edgar Bessen starb, wie das Ohnsorg Theater am 7. Februar bekannt gab, am 2. Februar im Alter von 78 Jahren.
Im Januar starben mit Theo Angelopoulos und Vadim Glowna zwei Filmschaffende, deren Lebenswerk stets eng mit der Geschichte der Berliner Filmfestspiele verknüpft war. Die Berlinale 2012 gedenkt aus diesem Grund mit Sondervorstellungen dem griechischen Autorenfilmer und dem deutschen Charakterdarsteller und Regisseur. Angelopoulos' Œuvre wird am 16. Februar mit einer Vorstellung seiner Trilogie "Die Erde weint" geehrt, während an das ehemalige Mitglied der internationalen Jury, Vadim Glowna, mit der Aufführung seines Regiedebüt "Desperado City" (am 11. Februar) erinnert wird.
Noch bis Ende Februar laufen in Köln, Bonn und Vietnam die Dreharbeiten zu dem Familiendrama "Jahr des Drachen". In den Hauptrollen sieht man Klaus J. Behrendt, Karoline Eichhorn als dessen krebskranke Ehefrau und Florian Bartholomäi als den gemeinsamen Sohn. Regisseur Torsten C. Fischer setzt die von der Film- und Medienstiftung NRW geförderten Koproduktion in Szene. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Karl-Heinz Käfer. Erzählt wird die Geschichte eines Unternehmers und Familienvater, der sich während einer Geschäftsreise in eine vietnamesische Prostituierte verliebt. Das Team - Sender, Produktion, Buch, Regie und Hauptdarsteller - hat auch schon bei den "Tatort"-Folgen "Minenspiel" und "Auskreuzung" sowie dem Drama "Guter Junge" zusammengearbeitet.
Foto: RTL / Stefan Gregorowius