Boxer-Filme

Wenn die Fäuste prasseln ...

Die wichtigsten und aufregendsten Boxer-Filme; 1/4

Charlie Chaplin bangt im Ring um sein Leben
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In der Filmgeschichte gibt es unzählige Werke, in den der Box-Sport in irgendeiner Weise thematisiert wird. Unüberschaubar viele Helden in Kriminalgeschichten waren vormals als Boxer tätig, selbst in den packenden Geschichten von Bestseller-Autor James Ellroy - einige seiner Werke stehen als Filmadaption noch bevor - sind einige Hauptcharaktere Ex-Boxer.

Schon zu Stummfilmzeiten entstanden einige bemerkenswerte Werke, in deren Mittelpunkt der Box-Sport stand: Schon 1914 beschäftigte sich Charlie Chaplin in "The Knockout" mit dem Boxen, auch wenn er hier einen Ringrichter spielt, der ständig von den Sportlern niedergeschlagen wird. Ein Jahr später entsteht der brillante Streifen "The Champion", in dem Chaplin sich aus finanzieller Not als Sparring-Partner versucht und dank eines präparierten Box-Handschuhs in einem unglaublich komischen Slapstick-Kampf zum neuen Champion wird.

Selbst in "Gebrochene Blüten" (1919), ein Meisterwerk von Filmpionier David Wark Griffith, geht es um die tragische Liebe zwischen der Tochter eines proletarischen Berufboxers und einem chinesischen Kaufmann und in "Afraid To Fight" (1922) wird ein mutiger Kriegsveteran zu einem Profi-Boxer, in "April Showers" versucht ein Mann, der es nicht geschafft hat, Polizist zu werden, als Preiskämpfer sein Geld für die Familie zu verdienen. Doch während eines Meisterschaftkampfes erfährt er, daß der Ausgang vorher festgelegt wurde, informiert darüber das Publikum und hat dann den Kampf seines Lebens zu überstehen.

1923 spielt der Schwergewichts-Champion Victor McLaglen - später glänzte er in Filmen von John Ford - in der britischen Produktion "In The Blood" einen Boxer. Einen der witzigsten Box-Filme schuf Buster Keaton 1926 mit "Battling Butler". Hier wird ein verwöhnter Millionärssohn (brillant: Buster Keaton selbst) aus Liebe zum Boxer, bezieht aber wegen seiner körperlichen Schwäche einige Prügel, bevor er dann doch noch als Sieger hervergeht. Der Film bietet großartige Stummfilm-Komik von und mit dem Meister des Faches, der wie kein anderer mit minimaler Mimik maximale Wirkung erzielen konnte.

Weitere sehenswerte Stummfilmwerke sind "One-Round Hogan" (1927). Hier muss ein Mann ständig mit dem Ruf seines Vaters kämpfen, denn der war einst Box-Champion - wie der Darsteller James J. Jeffries. Mit "The Ring" (1927) zeigte der spätere Meisterregisseur Alfred Hitchcock eine Melodram um einen Preis-Boxer und in "The Battle Of The Century" (ebenfalls von 1927) wird Komiker Stan Laurel als Boxer von seinem Dauerpartner Oliver Hardy trainiert und das Ganze endet schließlich in einer gigantischen Tortenschlacht.

Mit dem Tonfilm setzte eine unglaubliche Schwemme von Boxer-Filmen ein. 1931 drehte "Dracula"- und "Freaks"- Regisseur Tod Browning mit "The Iron Man" ein Drama, indem ein Boxer von seiner Frau verlassen wird und dann ein erfolgreiches Comeback startet. Kurz vor der Weltmeisterschaft taucht dann auch wieder seine Frau auf... Die Story wurde zwanzig Jahre später mit Jeff Chandler noch einmal verfilmt.

Ebenfalls 1931 entstand King Vidors "The Champ", der neue Maßstäbe setzte. Wallace Beery gewann für diese Rolle einen Oscar. Er spielt hier einen gealterten Boxer, der auf sein Comeback hofft, um dadurch seinen Sohn (Jackie Cooper) beeindrucken zu können. Die Rolle spielte Beery 1946 erneut in "The Mighty McGurk", zuletzt wurde die Geschichte 1979 - diesmal wieder unter dem Titel "The Champ" - mit Jon Voight und Ricky Schroeder noch einmal verfilmt.

1932 spielte James Cagney in "Winner Take All" einen Boxer, der seine Karriere durch seinen aufwendigen Lebensstil und zu viele Frauengeschichten verspielt. Der Film "Madison Square Garden" (1932) überrascht nur dadurch, dass hier tatsächlich an dem Originalschauplatz gedreht wurde. "King For A Night" (1933) dagegen erzählt von einem Profiboxer, der die Warnungen seines pazifistischen Vaters ignoriert und um den Weltmeistertitel im Mittelgewicht kämpft. Doch er gelangt nur an die Spitze, weil seine Schwester mit einem Promoter ins Bett steigt. Schließlich kommt die Wahrheit ans Licht und die Moral siegt.

Einer der besten Filme dieser Zeit ist zweifellos "Der Boxer und die Lady" (1933) von Woody S. van Dyke mit Myrna Loy, Max Baer und Jack Dempsey. Profiboxer Baer spielt hier einen junger Kämpfer, der einem Gangsterboß die Braut ausspannt, aber dennoch von diesem protegiert wird. Er darf die Schöne allerdings niemals fallen lassen. Als er gegen den Deal verstößt, zwingt ihn der Gangster zu einem aussichtslosen Kampf gegen den Weltmeister.

"The King" (l.) im "Kid Galahad"-Remake "Harte Fäuste, heiße Liebe"
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Der britische Top-Boxer Len Harvey spielte in "Excuse My Glove" 1936 einen Kämpfer, der eher unfreiwillig zu sportlichem Ruhm gelangt. In "Spirit Of Youth" (1937) wird ein afro-amerikanischer Straßenkämpfer zum Preisboxer und gewinnt schließlich sogar die "Goldenen Handschuhe". Interessant: In diesem Film übernahm Box-Champion Joe Louis eine Gastrolle. Der große deutsche Boxer Max Schmeling hat ebenfalls Gastauftritte in mehreren Filmen, etwa in "Liebe im Ring" (1930, Regie: Reinhold Schünzel) und in "Knock Out - Ein junges Mädchen ein junger Mann" (1935, Regie: Carl Lamac, Hans H. Zerlett) an der Seite von Anny Ondra. Komiker Joe E. Brown glänzte in "Mast- und Schotbruch" (1933, Regie: Lloyd Bacon) als Boxer, der in eine Spionageaffäre verwickelt wird.

Mit "The Milky Way" entstand 1936 eine urkomische Geschichte mit Star-Komiker Harold Lloyd, der hier als Milchmann zum Box-Champion wider Willen wird. Ebenfalls bemerkenswert ist "Kid Galahad" (1937) von "Casablanca"-Regisseur Michael Curtiz mit Edward G. Robinson, Humphrey Bogart, Bette Davis und Wayne Morris als Boxer Kid Galahad. Dieser gerät in den blutigen Streit zweier Promoter. Weil der Film so überaus erfolgreich war, schoben die Warner Studios noch einige Filme mit Wayne Morris hinterher, etwa "Kid Comes Back" (1937) und "Kid From Kokomo" (1939). 1961 entstand ein nerviges Remake von "Kid Galahad" mit Musik-Star Elvis Presley.

Fortsetzung


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