| Interview |
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Prisma: Herr Adorf, Ihr neues Programm heißt "Ciao!" Das hört sich nach Abschied an.
Mario Adorf: In Italien heißt "Ciao" nicht nur "Auf Wiedersehen", sondern auch "Hallo, da bin ich! Wie geht's?". Als Titel meiner Show ist "Ciao!" eher als Begrüßung gedacht.
Prisma: Was wollen Sie Ihrem Publikum bieten?
Adorf: Lieder querbeet: Italienische Canzoni, französische Chansons, englische Songs und deutsche Lieder, von Hans Albers zum Beispiel. Auch Tom Waits, Paolo Conte und die Beatles stehen für Musik, die mir gefällt. Ich werde das präsentieren, was ich auch in der Badewanne singe.
Prisma: In Ihrer Show werden Sie nicht nur singen. Sie erzählen Anekdoten, parodieren Berühmtheiten und schauspielern ein bisschen. Ein Kritiker sagte: "Er ist auf keinem Gebiet ein Genie, aber immer ein Könner." Trifft Sie das?
Adorf: Ich habe nie in Anspruch genommen, in irgendeiner Sparte genial zu sein. Als Schauspieler braucht man aber verschiedene Begabungen, um sich ausdrücken zu können. Die habe ich.
Prisma: Worauf kommt es beim Singen an?
Adorf: Auf die Glaubwürdigkeit der Interpretation. Man muss zu dem passen, was man vorträgt. Auch sonst im Leben finde ich das wichtig – nämlich dass es nicht diese Kluft gibt zwischen dem, was ich bin, was ich sage und was ich tue.
Prisma: Die letzten Auftritte Frank Sinatras waren Mitleid erregend. Er sang Lieder, deren Texte er teilweise vergessen hatte. Woran erkennt man, dass es Zeit wird, aufzuhören?
Adorf: Ich denke, ich bin selbstkritisch genug, um rechtzeitig zu merken, wenn es nicht mehr geht. Außerdem habe ich einige wenige gute Freunde, die mir hoffentlich sagen, wenn es mit mir zu peinlich wird.