Interview

Anke Engelke im Gespräch

Fernsehen: Comedy-Star als Talkshow-Moderatorin

Immer nur Blödsinn? Anke Engelke findet das gar nicht mehr so toll
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Moderatorin spielt Moderatorin, Anke Engelke als Talkshow-Ilona. Das ist das Gerüst für Anke Engelkes neue Comedy-Serie, die am 28. Januar auf SAT.1 startete. Das Fernsehen soll, schwer genug, satirisch unterboten werden. 13 Folgen lang. Prisma sprach mit Anke Engelke (34), die dem Talente-Fundus des verblichenen SWF-3-Radios entstammt und sich in SAT-1-Blödeleien wie "Wochenshow" einen Namen als Fachfrau für Ulk erworben hat.

Prisma: Anke, Sie spielen in Ihrer neuen Serie eine TV-Moderatorin, die zu Themen wie "Anke, mein Kind ist von einem anderen" talkt. Das kommt uns schrecklich real vor. Wo bleibt die Comedy?
Anke Engelke: Die Parallelen zwischen mir und dem Doofie aus der Comedy-Serie hören sehr schnell auf. Im Gegensatz zu der Serien-Anke kann ich nämlich kochen und Auto fahren und weiß auch, wie man einen Kopierer repariert.

Prisma: Noch gar nicht lange her, da sollten Sie das, was Sie jetzt verulken, tatsächlich machen ­ eine Talkshow auf SAT.1. Was ist daraus geworden?
Engelke: Nichts. Wir haben zwei Folgen aufgenommen, die aber nie gesendet wurden. Das hat mich ziemlich getroffen.

Prisma: Und seither mögen Sie keine Talkshows mehr?
Engelke: Als Gast in Talkshows wird man abgefrühstückt. Das ist mir selbst schon oft so ergangen. Der Moderator ist der King, die Gäste sind nur Staffage.

Prisma: Mit der "Wochenshow" haben sie einigen Erfolg und sind zur beliebtesten deutschen Comedian gewählt worden. Im Ernst, bedeutet Ihnen das was?
Engelke: Man wird misstrauischer. Man ahnt, dass man im Moment gefragt ist. Aber das ist nicht von Dauer. Wenn man bekannt wird, muss man Selbstschutz-Mechanismen entwickeln, sonst kriegt man einen Knall.

Prisma: Könnten Sie sich vorstellen, von einem Tag auf den anderen aufzuhören?
Engelke: Jeder, der beim Fernsehen arbeitet, ist eitel, eitel, eitel ­ ich auch. Das kann man nicht von heute auf morgen abstellen. Ich versuche mich an anderen Dingen. Ich habe in Detlev Bucks Kinofilm "Liebesluder" mitgespielt und fand es toll, mal nicht auf Blödsinn reduziert zu sein.


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