Interview

Udo Kier im Gespräch

"Sex? In meinem Alter spielt das kaum noch eine Rolle"

Kier Royal


Zeigt, was er kann: Udo Kier als Kommissar
¿T?
Er suchte schon als junger Mann das Weite, ging zur Schulausbildung nach London, lebte fünf Jahre in Rom, fünf in Paris und wohnt heute in Los Angeles: Udo Kier.

Nach Auftritten neben Schwarzenegger, Pamela Anderson und Nicole Kidman (in Lars von Triers neuem Film "Dogville") kehrt er gern in seine Heimat zurück.

Diesmal überrascht der 58-Jährige in dem Krimi "Betty - Schön wie der Tod" als ermittelnder Kommissar.

Prisma: Wie kam es zu Ihrer Hauptrolle fürs deutsche Fernsehen?
Udo Kier: Man hat mir endlich ein gutes Drehbuch geschickt! Sonst bekomme ich immer nur schlechte: Zuhälter-Boss, Conférencier oder so was. Jetzt konnte ich als ruhiger, geheimnisvoller Kommissar zeigen, dass ich was spielen kann, was man mir nicht zugetraut hätte. Man verbindet mit meiner Person eher den Exzentriker, den ich natürlich auch gern spiele.

Prisma: Waren die leidenschaftlichen Liebesszenen ein Problem?
Kier: Nein! Claudia Michelsen kannte ich schon vorher. Und gerade bei den erotischen Momenten ist es wichtig, dass man die Partnerin mag. Denn wenn man Küsse und Körperflüssigkeiten austauscht, muss man sich mögen. Es gibt genügend Filme, denen man anmerkt, dass die Chemie zwischen den Darstellern nicht stimmte.

Prisma: Fühlt man sich auf dem internationalen Parkett ein bisschen als heimlicher Weltstar?
Kier: Warum denn heimlich? Ich bin doch öffentlich! Der Begriff "Star" ist etwas seltsam, weil Sterne am Himmel sind und ich mich für recht bodenständig halte. Wenn ich international arbeite, ist das natürlich die Welt. Aber Weltstar, nein, das ist zu hoch gegriffen.

Prisma: Sie haben in den USA auch viele Werbeclips gedreht. Sind Sie darauf angewiesen?
Kier: Nein, das nicht. Aber die können auch Spaß machen und man verdient Geld dabei. Doch wichtiger ist die Tatsache, dass diese Clips von guten Regisseuren inszeniert werden. So habe ich etwa Michael Bay kennengelernt und wurde prompt in "Armageddon" besetzt. Ich habe auch Musikvideos für Madonna und die Gruppe Korn gemacht und mit Madonna für das Sex-Buch posiert.

Prisma: Sie haben auch in Filmen sexuelle Tabus überschritten. Wie steht es heute mit Ihrer Sexualität?
Kier: Ach, in meinem Alter spielt das kaum noch eine Rolle. Ich habe noch meine Bekanntschaften, aber meine Liebe gilt meinen beiden Hunden. Was nicht heißen soll, dass ich mit denen ins Bett gehe. So krank bin ich dann doch nicht! Interview: St. Mertens


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