Film - Hintergrund

Jump-Cut

Verstoß gegen das Schöne im Film

Die klassische Regel beim Schneiden vom Filmen heißt: Zwei aufeinanderfolgende Einstellungen sollen sich so weit unterscheiden, dass ihre Bildinhalte sofort als unterschiedlich wahrgenommen werden. Beispiel: Ein Cutter wird immer Bauchschmerzen bekommen, wenn er eine Totale auf eine andere Totale oder "Kopf auf Kopf" schneiden soll. Dadurch entstehen unschöne Bildsprünge. Das sind aber noch keine Jump-Cuts.

Ein Jump-Cut ist, nach der klassischen Ästhetik, noch viel verheerender. Wenn aus einer fortlaufenden Bewegung einfach Teile herausgeschnitten werden, entsteht ein Jump-Cut. Dabei ist es gleich, ob es sich um eine unterbrochene Bewegung des Objektes vor der Kamera handelt oder einen Schwenk oder Zoom der Kamera selbst. In jedem Fall geht ein Ruck durch das Bild, es "springt".

Inzwischen haben viele Regisseure den Jump-Cut genutzt, um ihren Filmen Leben einzuhauchen und bestimmte Sequenzen aufzupeppen. Inzwischen ist er als Stilmittel jedoch überstrapaziert, ja eigentlich durch die TV-Werbung schon völlig ruiniert, so dass nur ein besonders einfallsloser Regisseur sich heute noch mit Jump-Cuts als originell verkaufen will (vgl. "Kiss Or Kill"). Trotzdem wird er immer wieder gerne verwendet.


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