Sundance Filmfestival
Eine Plattform des unabhängigen Kinos
Unkommerziell, fantastisch, frech und visionär - das sind einige der Attribute, mit denen sich Filmemacher und Organisatoren des "Sundance Filmfestivals" charakterisieren, das 1981 von Robert Redford ins Leben gerufen wurde.Alljährlich treffen sich im verschneiten Park City, Utah inmitten der Rocky Mountains ambitionierte junge Filmemacher, Regisseure, Produzenten und Schauspieler, um ihre "Independent"-Filme vorzustellen.
Der eine sieht das Wesen des Independent Films in der Unabhängigkeit von Hollywoods Major-Studios, für den anderen ist es ein Weg, Visionen und Träume, aber auch Kritik und Anklage visuell darzustellen. Für alle ist es jedoch die einzigartige Chance, ihren Blick auf die Welt unabhängig von kommerziellen Richtlinien oder vom Big Business in Szene zu setzen.
Doch auch der billigste Low-Budget-Film kostet Geld, und jeder Filmemacher muß sich einen Weg zwischen Vision und Geldnot suchen. Ist das Ersparte aufgebraucht und der Kredit bei Freunden und Familie aufgezehrt, bleibt vielen nur die Hoffnung, durch das Filmfestival zu internationalem Renommee und an Geldmittel zu gelangen. Dieses Anliegen und auch der Erfolg vieler Independent-Filmemacher, droht die einst intime Atmosphäre des Festivals zu zerstören und zu kommerzialisieren.
Quentin Tarantino ("Reservoir Dogs"), Steven Soderbergh ("Sex, Lügen und Video") und Robert Rodriguez ("El Mariachi) wurden hier entdeckt. Die Coen-Brüder ("Blood Simple") und Jim Jarmusch ("Stranger Than Paradise") provozierten im Laufe der Jahre Besucheranstürme und einen gigantischen Medienrummel, der auch Hollywood-Produzenten nach Park City lockt.
Um dem Trubel, den Sundance inzwischen verursacht, zu entgehen, wurden mittlerweile zwei alternative Festivals gegründet: "Slamdance" und "Slumdance". Auch Robert Redford, der das Festival einst als Chance für den Nachwuchs plante, erkennt, daß zuviel Business seinem Filmfest schadet: "Wenn die Geschäfte überhand nehmen und die Entdeckungen zu kurz kommen, ist es höchste Zeit, wieder härter für ein Festival der Unabhängigen zu kämpfen", meint Redford.

