Zweifarbentechnicolor

Ein frühes Verfahren für lebensechte Farben im Stummfilm


Farbige Wikinger-Landung aus "Die Teufel der Nordsee" (1928)
¿T?
Farbfilme gab es schon weit früher, als die meisten vermuten. Schon die Pioniere des Films experimentierten um die Jahrhundertwende mit handcolorierten Filmen. Frühe Farbfilme gab es schon vor dem ersten Weltkrieg. Doch für ganze Spielfilme war keines dieser Verfahren praktikabel.

Ihren Siegeszug trat die Farbe an mit dem ersten funktionstüchtigen Technicolor-Verfahren, dem sogenannten Zweifarbentechnicolor. Der erste "Ben Hur"-Film (1924) von Fred Niblo enthält einige primitive Technicolor-Sequenzen. Der erste vollständig in Technicolor gedrehte Film war "Der schwarze Pirat" (1926) mit Douglas Fairbanks sr.

Um im Kino lebensechte Farben erzeugen zu können, braucht man normalerweise drei Grundfarben. Das aber war in den Anfängen des Farbfilm noch nicht möglich. Einige Versuche mit Dreifarbverfahren hatten unbefriedigende Ergebnisse erbracht. Entweder war das Bild zu körnig, die Farbqualität zu schlecht oder die Technik zu aufwendig.

Man behalf sich mit einem Trick: Die eine Seite des Filmstreifens war für Blaugrün, die andere für Rotorange empfindlich. Dieses Material eignete sich vorzüglich für Mischfarben, vor allem Brauntöne, und gab Haut, Himmel und Meer einigermaßen korrekt wieder. Ein strahlendes Gelb oder Violettöne waren indes unmöglich. Gerade deshalb aber ist die Künstlichkeit des Zweifarbentechnicolors von besonderem ästhetischem Reiz.

Weitere Filme, die das Zweifarbentechnicolor-Verfahren anwendeten, waren: Rupert Julians "Das Phantom der Oper" (1925) mit Lon Chaney, "Die Teufel der Nordsee" (1929) von Roy William Neill, "Die lustige Witwe" und "The Wedding March" von Erich von Stroheim, sowie die beiden Horrorfilme "Dr. X" (1932) und "Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts" (1933) von Michael Curtiz.


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