Bamse – das ist der wohl beliebteste Bär Schwedens. Bereits 2014 feierte "Bamse – Der liebste und stärkste Bär der Welt" von Christian Ryltenius Premiere und wurde von der deutschen Filmbewertungsstelle mit dem Prädikat "besonders wertvoll" ausgezeichnet. Rune Andréassons äußerst liebenswerter Kinderheld hat bereits 50 Jahre auf dem Buckel und begann als Zeichentrickfilmfigur in Schweden seine bärenstarke Karriere. Mittlerweile gibt es auch Comichefte über Bamse. Dem Braunbären, der durch den Donnerhonig seiner Großmutter kurzzeitig Superkräfte erlangt, wurde sogar ein Freizeitpark in der Nähe von Stockholm gewidmet.

In Bamses überschaubarem Heimatdorf, das bunt und im allerbesten Sinne "altmodisch" animiert ist, geht es friedvoll zu. Das war nicht immer so, doch dank Bamse wurden alle Schurken und Diebe – mit viel Liebe und Freundlichkeit – zu einem sinnvolleren Lebenswandel geführt. Piraten arbeiten jetzt als begeisterte Gärtner und beschneiden mit ihren Krummsäbeln die Bäume in der Gegend. Andere Ganoven von einst gehen nun in ihrer Arbeit als Bäcker auf.

Auch der einst so gemeine Wolf, der – wie man in einer der wenigen Rückblenden in dem ansonsten stringent erzählten Film erfährt – eine sehr schwierige Kindheit hatte und nichts mehr fürchtet als Einsamkeit, hat im Dorf viele Freunde gefunden und seine Vergangenheit hinter sich gelassen. Und es gibt noch viele andere originelle Charaktere, von denen Ryltenius in einer für Vorschulkinder angemessenen guten Stunde erzählt. Zum Beispiel der machthungrige Fuchs Reinhard, der sich noch nicht in die Dorfgemeinschaft integriert hat. Der überzeugt die Ex-Ganoven davon, dass Bamse sie insgeheim immer noch für ihre diebische Vergangenheit verachtet, verleitet sie wieder zum Stehlen und entführt obendrein noch Bamses Oma Berta.

Zwischenzeitlich ganz schön spannend

An modernen Charakteren, die man sonst kaum in Filmen für die Allerkleinsten zu sehen bekommt, mangelt es aber nicht: So gibt es ein Tier, das während des Trickfilmabenteuers ganz selbstverständlich seine Liebe zur Travestie entdeckt. Und nicht etwa einer von Bamses Söhnen, sondern seine Tochter ist die Einzige, die den Superhonig verträgt und sich recht furchtlos auf den Weg macht, um ihren Vater zu unterstützen.

Der hat nämlich herausbekommen, wo die Ganoven seine Oma versteckt halten. Der Weg führt zunächst durch den fantasievoll gestalteten Trollwald. Dieser Mittelteil ist zwischenzeitlich ganz schön spannend, deshalb sollte man sensible Kindergartenkinder den Film auf keinen Fall allein schauen lassen. Neben gruseligen erlebt man dann aber auch von feinem Humor durchzogene Szenen, die durchweg von einfallsreich orchestrierter Musik begleitet werden. Am Ende gelingt es den Tieren, mit ihrem Gemeinschaftssinn, ihrer Fähigkeit, anderen zu verzeihen und vorurteilsfrei zu bleiben, alles zum Guten zu wenden.

Quelle: teleschau – der Mediendienst