Marie 1 und Marie 2 sind einer Meinung: Die Welt ist verdorben. Man kann ihr nur begegnen, indem man noch verdorbener wird. Von da an tun sie, was ihnen gefällt. Das beschränkt sich auf mehr oder weniger kleine Gemeinheiten und minderschwere Sachzerstörung. Besonders hübsch ist allerdings die Schlussszene, in der die beiden ein riesiges Büffet systematisch ruinieren. Damit nicht genug: Am Ende schieben sie die zerschlagenen Schüsseln und den zermatschten Salat wieder zusammen, als ob es da noch etwas zu retten gäbe...

Mit dieser grotesken Komödie machte die tschechische Regisseurin Vera Chytilová Mitte der Sechzigerjahre international auf sich aufmerksam. Ihr Film entzieht sich einer klassischen Inhaltsangabe im Stil von "und dann... und dann... und dann..." Die Form ist der Inhalt. Einen solchen Großangriff auf alle filmästhetisch heiligen Kühe hatten außer den Rebellen der französischen Nouvelle Vague noch keiner gewagt. So hetzt Vera Chytilova ihre beiden Maries durch wunderbar schräge Situationen. Das Ergebnis ist nicht jedermanns Sache, aber wer sich darauf einlässt, wird seinen Spaß haben. Es wäre schade, wenn dieser einfallsreiche Film in den Archiven einiger weniger Cinéasten versauern würde.