Auf der Flucht vor hysterischen Dorfbewohnern, die einen Brandstifter suchen, versteckt sich der 17-jährige Etienne im abgelegenen Landhaus eines Künstlerehepaares. Er, Jacques, ist Maler und gibt auch Unterricht in einem nahe gelegenen Heim für geistig Behinderte. Sie, Catherine, leidet in der ländlichen Umgebung sehr an einer unterbewussten Unzufriedenheit mit ihrem Dasein, ihrer Beziehung zu Jacques. Die beiden nehmen Etienne auf, pflegen ihn während seiner epileptischen Anfälle. Rasch gewöhnt sich der seelisch verkümmerte Junge an die lange vermisste Zuwendung, Wärme und das ihm entgegengebrachte Verständnis. Er stellt sich Catherine und Jacques als "seine" Eltern vor, die er sich "adoptiert". Die drei bilden eine eigenartige Familie, eine Gemeinschaft, frei von herkömmlichen Tabus und Konventionen. Doch nach einiger Zeit werden Etiennes Ansprüche dem fortschrittlichen Paar zu viel...

Das provozierende Psycho-Drama um Liebe, Macht und Eifersucht ist Marc Grunebaums Spielfilmdebüt. Der Regisseur hat seinen Film nach eigenem Drehbuch mit vorzüglicher Besetzung in Szene gesetzt und das ernste Thema bravourös verarbeitet. Grunebaum begann seine Karriere als Assistent von legendären Regisseuren wie Henri Verneuil ("Der Clan der Sizilianer", "Der Coup", "Angst über der Stadt"), Jean-Paul Rappeneau ("Musketier mit Hieb und Stich"), Jean-Pierre Melville ("Der Chef") und Roman Polanski ("Der Mieter"). "Verhängnisvolle Freundschaft" sollte Grunebaums erster und letzter eigener Film bleiben, der Regisseur starb 1985 an den Folgen einer Herzattacke.

Foto: ZDF/Ullstein TV